`:top
Die `!Umsatzvariable`!, auch `!Fortschreitungsgrad`! oder `!Reaktionsfortschritt`! (veraltet auch `*Reaktionslaufzahl,`*`:cite-ref-1[`F5bf`_`[A 1`#cite-note-1]`_`f]`:cite-ref-iupac-de-2-0[`F5bf`_`[1`#cite-note-iupac-de-2]`_`f] `F33f`_`[englisch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Englische_Sprache]`_`f `*extent of reaction`*`:cite-ref-goldbook-3-0[`F5bf`_`[2`#cite-note-goldbook-3]`_`f]) ist ein Maß für den Fortschritt einer gegebenen `F33f`_`[chemischen Reaktion`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Chemische_Reaktion]`_`f. Die Umsatzvariable beinhaltet die Anzahl abgelaufener Reaktionen in mol. Sie ist so definiert, dass sie bei jedem möglichen Umsatz bezogen auf alle an der Reaktion beteiligten Stoffe jeweils den gleichen Wert annimmt und sich bei steigendem Umsatz jeweils um den gleichen Wert ändert. Die Umsatzvariable hat die `F33f`_`[SI-Einheit`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=SI-Einheit]`_`f `F33f`_`[Mol`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mol]`_`f und ist eine `F33f`_`[extensive Größe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Extensive_Größe]`_`f. Als Symbol für die Umsatzvariable empfiehlt die `F33f`_`[International Union of Pure and Applied Chemistry`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=International_Union_of_Pure_and_Applied_Chemistry]`_`f das kleine `F33f`_`[Xi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Xi]`_`f ξ ξ {\\displaystyle \\xi } .`:cite-ref-iupac-de-2-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-iupac-de-2]`_`f]`:cite-ref-goldbook-3-1[`F5bf`_`[2`#cite-note-goldbook-3]`_`f] In der Fachliteratur werden auch `*X`*,`:cite-ref-1-4-0[`F5bf`_`[3`#cite-note-1-4]`_`f] `*x`*`:cite-ref-5[`F5bf`_`[4`#cite-note-5]`_`f] oder ein kleines `F33f`_`[Chi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Chi]`_`f `* χ χ {\\displaystyle \\chi } `*`:cite-ref-0-6-0[`F5bf`_`[5`#cite-note-0-6]`_`f] verwendet.
Die Umsatzvariable dient zur Eingliederung der `F33f`_`[Stöchiometrie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stöchiometrie]`_`f einer Reaktion in mathematische Gleichungen der `F33f`_`[physikalischen Chemie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Physikalische_Chemie]`_`f. Eingeführt wurde sie als `*degré d'avancement`* von `F33f`_`[Théophile de Donder`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Théophile_de_Donder]`_`f.`:cite-ref-iupac-de-2-2[`F5bf`_`[1`#cite-note-iupac-de-2]`_`f]
>>Contents
• `F0af`_`[Geschichte`#geschichte]`_`f
• `F0af`_`[Definition`#definition]`_`f
• `F0af`_`[Absolute Umsatzvariablen für Reaktionen im Batchbetrieb`#absolute-umsatzvariablen-f-r-reaktionen-im-batchbetrieb]`_`f
• `F0af`_`[Zeitabhängige Umsatzvariablen für Reaktionen im Fließbetrieb`#zeitabh-ngige-umsatzvariablen-f-r-reaktionen-im-flie-betrieb]`_`f
• `F0af`_`[Die Umsatzvariable einer Reaktion wird nur aus den Werten einer Schlüsselkomponente dieser Reaktion berechnet`#die-umsatzvariable-einer-reaktion-wird-nur-aus-den-werten-einer-schl-sselkomponente-dieser-reaktion-berechnet]`_`f
• `F0af`_`[Modifizierte Umsatzvariablen`#modifizierte-umsatzvariablen]`_`f
• `F0af`_`[Volumenbezogene Umsatzvariable`#volumenbezogene-umsatzvariable]`_`f
• `F0af`_`[Stoffmengenbezogene Umsatzvariable`#stoffmengenbezogene-umsatzvariable]`_`f
• `F0af`_`[Massenbezogene Umsatzvariable`#massenbezogene-umsatzvariable]`_`f
• `F0af`_`[Tabellarische Übersicht`#tabellarische-bersicht]`_`f
• `F0af`_`[Umrechnungsformel`#umrechnungsformel]`_`f
• `F0af`_`[Spezifische Umsatzvariable`#spezifische-umsatzvariable]`_`f
• `F0af`_`[Theoretischer Maximalwert der Umsatzvariable für eine unabhängige Einzelreaktion (Hinreaktion)`#theoretischer-maximalwert-der-umsatzvariable-f-r-eine-unabh-ngige-einzelreaktion-hinreaktion]`_`f
• `F0af`_`[Reaktionsgrad`#reaktionsgrad]`_`f
• `F0af`_`[Gleichgewichts-Umsatzvariable einer Gleichgewichtsreaktion (Hin- und Rückreaktion)`#gleichgewichts-umsatzvariable-einer-gleichgewichtsreaktion-hin-und-r-ckreaktion]`_`f
• `F0af`_`[Weitere Zusammenhänge für einfache Gleichgewichtsreaktionen`#weitere-zusammenh-nge-f-r-einfache-gleichgewichtsreaktionen]`_`f
• `F0af`_`[Chemische Reaktionsgeschwindigkeit`#chemische-reaktionsgeschwindigkeit]`_`f
• `F0af`_`[Umsätze X, Ausbeute A und alle Umsatzvariablen sind integrale Größen`#ums-tze-x-ausbeute-a-und-alle-umsatzvariablen-sind-integrale-gr-en]`_`f
• `F0af`_`[Stoffänderungsgeschwindigkeit R`#stoff-nderungsgeschwindigkeit-r]`_`f
• `F0af`_`[Chemietechnische Bilanzgleichungen chemischer Reaktionen in der Verfahrenstechnik`#chemietechnische-bilanzgleichungen-chemischer-reaktionen-in-der-verfahrenstechnik]`_`f
• `F0af`_`[Bilanzen für eine Einzelreaktion (nur eine Reaktion läuft im Reaktionsvolumen ab)`#bilanzen-f-r-eine-einzelreaktion-nur-eine-reaktion-l-uft-im-reaktionsvolumen-ab]`_`f
• `F0af`_`[Bilanzgleichungen für eine Gleichgewichtsreaktion`#bilanzgleichungen-f-r-eine-gleichgewichtsreaktion]`_`f
• `F0af`_`[Mehrere Reaktionen laufen gleichzeitig im Reaktionsvolumen ab`#mehrere-reaktionen-laufen-gleichzeitig-im-reaktionsvolumen-ab]`_`f
• `F0af`_`[Weitere Hinweise zur Bilanzierung und der Berechnung der Umsatzvariablen`#weitere-hinweise-zur-bilanzierung-und-der-berechnung-der-umsatzvariablen]`_`f
• `F0af`_`[Gültigkeitsbereich der Bilanzgleichungen`#g-ltigkeitsbereich-der-bilanzgleichungen]`_`f
• `F0af`_`[Bilanzierung des Volumens für den Batchbetrieb oder des Volumenstromes für den Fließbetrieb`#bilanzierung-des-volumens-f-r-den-batchbetrieb-oder-des-volumenstromes-f-r-den-flie-betrieb]`_`f
• `F0af`_`[Herleitung integraler Bilanzgleichungen`#herleitung-integraler-bilanzgleichungen]`_`f
• `F0af`_`[Differentiale von Umsatz und Umsatzvariablen`#differentiale-von-umsatz-und-umsatzvariablen]`_`f
• `F0af`_`[Fundamentaler integraler Ansatz`#fundamentaler-integraler-ansatz]`_`f
• `F0af`_`[Reaktionskinetisches Modell (Potenzmodell) als Grundlage der Integration`#reaktionskinetisches-modell-potenzmodell-als-grundlage-der-integration]`_`f
• `F0af`_`[Integration der Definitionsgleichung der Reaktionsgeschwindigkeit ohne das Potenzmodell`#integration-der-definitionsgleichung-der-reaktionsgeschwindigkeit-ohne-das-potenzmodell]`_`f
• `F0af`_`[Integrale mittlere Reaktionsgeschwindigkeit`#integrale-mittlere-reaktionsgeschwindigkeit]`_`f
• `F0af`_`[Rechenbeispiele`#rechenbeispiele]`_`f
• `F0af`_`[Drei simultane unabhängige Einzelreaktionen`#drei-simultane-unabh-ngige-einzelreaktionen]`_`f
• `F0af`_`[Eine Gleichgewichtsreaktion und eine unabhängige Nebenreaktion`#eine-gleichgewichtsreaktion-und-eine-unabh-ngige-nebenreaktion]`_`f
• `F0af`_`[Nur eine Einzelreaktion läuft ab`#nur-eine-einzelreaktion-l-uft-ab]`_`f
• `F0af`_`[Eine Reaktion mit einer Folgereaktion, die das Zwischenprodukt C augenblicklich verbraucht`#eine-reaktion-mit-einer-folgereaktion-die-das-zwischenprodukt-c-augenblicklich-verbraucht]`_`f
• `F0af`_`[Absolute und relative Umsatzvariablen und Berechnung der aktuellen Reaktionsgeschwindigkeit und der Stoffänderungsgeschwindigkeit jeweils aus Differenzenquotienten`#absolute-und-relative-umsatzvariablen-und-berechnung-der-aktuellen-reaktionsgeschwindigkeit-und-der-stoff-nderungsgeschwindigkeit-jeweils-aus-differenzenquotienten]`_`f
• `F0af`_`[Anwendung der Umsatzvariablen für druckabhängige Gasreaktionen`#anwendung-der-umsatzvariablen-f-r-druckabh-ngige-gasreaktionen]`_`f
• `F0af`_`[Integration der Geschwindigkeitsgleichung einer druckabhängigen Gasreaktion mittels Substitution durch eine Umsatzvariable`#integration-der-geschwindigkeitsgleichung-einer-druckabh-ngigen-gasreaktion-mittels-substitution-durch-eine-umsatzvariable]`_`f
• `F0af`_`[Kann man Umsätze und Umsatzvariablen in einander umrechnen?`#kann-man-ums-tze-und-umsatzvariablen-in-einander-umrechnen]`_`f
• `F0af`_`[Unterscheidung zwischen Fortschreitungsgrad und Umsatzvariable nach einer veralteten Definition`#unterscheidung-zwischen-fortschreitungsgrad-und-umsatzvariable-nach-einer-veralteten-definition]`_`f
• `F0af`_`[Anmerkungen`#anmerkungen]`_`f
• `F0af`_`[Einzelnachweise`#einzelnachweise]`_`f
• `F0af`_`[Literatur`#literatur]`_`f
-─
>>Geschichte
Noch um 1958 waren Fortschreitungsgrad und Umsatzvariable im deutschsprachigen Hochschul- und Chemietechnik-Bereich unbekannt oder unüblich und wurden teilweise in einschlägigen Fachbüchern nicht erwähnt (siehe, beispielsweise, das `F33f`_`[bundesdeutsche`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=BRD]`_`f Buch von Walter Brötz: `*Grundriß der chemischen Reaktionstechnik`*)`:cite-ref-7[`F5bf`_`[6`#cite-note-7]`_`f].
Schon im Jahr 1960 nutzt ein bekanntes Hochschulbuch der DDR, "`F33f`_`[Physikalische Chemie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Physikalische_Chemie]`_`f für Techniker und Ingenieure", welches von 1960 bis mindestens 1990 viele Male unverändert neu aufgelegt wird, die Größen "Reaktionsfortschritt ξ ξ {\\displaystyle \\xi } " und "volumenbezogener Reaktionsfortschritt ξ ξ ′ {\\displaystyle \\xi ^{'}} "`:cite-ref-8[`F5bf`_`[7`#cite-note-8]`_`f]. Die `F33f`_`[DDR`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=DDR]`_`f hatte das `F33f`_`[SI-System`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=SI-System]`_`f am 31. Mai 1967 per Gesetz eingeführt`:cite-ref-9[`F5bf`_`[8`#cite-note-9]`_`f]. Im Jahr 1978 listet ein DDR-Hochschulbuch die `F33f`_`[Größen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Physikalische_Größe]`_`f der Chemie (mit deren Einheiten) nach dem SI-System auf. Es wurde damals im SI-System zwischen Fortschreitungsgrad ξ ξ {\\displaystyle \\xi } (Einheit: [mol]) und Umsatzvariable x (Einheit: [mol/m3]) unterschieden (Der einheitslose Umsetzungsgrad=Umsatz hatte damals das Symbol U). Demnach entsprach die damalige Umsatzvariable des SI (um 1976/78) dem heutigen volumenbezogenen Fortschreitungsgrad.`:cite-ref-10[`F5bf`_`[9`#cite-note-10]`_`f]
Die Vergabe eines kleinen "x" als Größensymbol für den volumenbezogenen Fortschreitungsgrad ("Umsatzvariable" um 1976/78 oder eher im SI-System) zeigte bereits dessen Bedeutung für die Bilanzierung (volumenkonstanter) Reaktionen.
Das DDR-Lexikon "ABC Verfahrenstechnik" in Erstausgabe von 1979 benennt nur "Fortschreitungsgrad X" und "Umsatz U". Weder volumenbezogener Fortschreitungsgrad noch eine "Umsatzvariable" sind behandelt. Hauptautor ist der sehr bekannte Verfahrenstechniker `F33f`_`[Günter Adolphi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Günter_Adolphi]`_`f gewesen, ein Pionier der Verfahrenstechnik`:cite-ref-11[`F5bf`_`[10`#cite-note-11]`_`f]. Das unter Federführung von G. Adolphi entstandene "Lehrbuch der chemischen Verfahrenstechnik" war 1967 noch ohne Fortschreitungsgrad/Reaktionslaufzahl/Umsatzvariable ausgekommen, deutete aber bereits die Sinnhaftigkeit der Definition einer neuen Größe (Quotient aus Stoffmenge ni und zugehörigem stöchiometrischen Koeffizienten ν ν i {\\displaystyle \\nu _{i}} ) an, welcher mit einem kleinen `F33f`_`[Lambda`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Lambda]`_`f als Symbol versehen wurde. An der Entstehung dieses Fachbuches waren weitere Hochschuldozenten beteiligt`:cite-ref-12[`F5bf`_`[11`#cite-note-12]`_`f].
Die jeweils zweibändigen Brockhaus-Lexika der DDR, namens "abc Chemie" (Erstausgabe 1965) sowie "abc Physik" (verbesserte Zweitausgabe 1989) behandeln weder Fortschreitungsgrad, volumenbezogenen Fortschreitungsgrad, Umsatz noch eine Umsatzvariable`:cite-ref-13[`F5bf`_`[12`#cite-note-13]`_`f]`:cite-ref-14[`F5bf`_`[13`#cite-note-14]`_`f]. Die "`F33f`_`[Brockhaus Enzyklopädie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Brockhaus_Enzyklopädie]`_`f in 24 Bänden" von 1993, in neunzehnter neubearbeiteter Auflage, behandelt keine der Begriffe oder Größen: Fortschreitungsgrad, Reaktionslaufzahl, `F33f`_`[Reaktionsgrad`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dissoziationsgrad]`_`f, Umsatzvariable`:cite-ref-15[`F5bf`_`[14`#cite-note-15]`_`f].
>>Definition
Eine betrachtete chemische Reaktion habe die `F33f`_`[Reaktanten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktant]`_`f A {\\displaystyle \\mathrm {A} } , B {\\displaystyle \\mathrm {B} } ,... mit den konventionsgemäß negativen `F33f`_`[stöchiometrischen Zahlen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stöchiometrische_Zahl]`_`f ν ν A {\\displaystyle \\nu _{\\mathrm {A} }} , ν ν B {\\displaystyle \\nu _{\\mathrm {B} }} ,... und die `F33f`_`[Reaktionsprodukte`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Produkt_(Chemie)]`_`f K {\\displaystyle \\mathrm {K} } , L {\\displaystyle \\mathrm {L} } ,... mit positiven ν ν K {\\displaystyle \\nu _{\\mathrm {K} }} , ν ν L {\\displaystyle \\nu _{\\mathrm {L} }} ,... In der `F33f`_`[Reaktionsgleichung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktionsgleichung]`_`f stehen die `F33f`_`[Beträge`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Betragsfunktion]`_`f der stöchiometrischen Zahlen:
| ν ν A | A + | ν ν B | B + … … ⟶ ⟶ | ν ν K | K + | ν ν L | L + … … {\\displaystyle |\\nu _{\\mathrm {A} }|\\mathrm {A} +|\\nu _{\\mathrm {B} }|\\mathrm {B} +\\dots \\;\\longrightarrow \\;|\\nu _{\\mathrm {K} }|\\mathrm {K} +|\\nu _{\\mathrm {L} }|\\mathrm {L} +\\dots }
Es sei Δ Δ n i {\\displaystyle \\Delta n_{i}} die Änderung der `F33f`_`[Stoffmenge`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmenge]`_`f eines an der betrachteten Reaktion beteiligten `F33f`_`[Stoffes`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Chemischer_Stoff]`_`f i {\\displaystyle i} (Reaktant oder Reaktionsprodukt) zwischen zwei bestimmten Zeitpunkten. Teilt man die Δ Δ n i {\\displaystyle \\Delta n_{i}} durch die zugehörigen stöchiometrischen Zahlen ν ν i {\\displaystyle \\nu _{\\mathrm {i} }} , erhält man für alle beteiligten Stoffe jeweils denselben Wert. Entsprechendes gilt für differentielle Änderungen:
d n A ν ν A = d n B ν ν B = d n K ν ν K = d n L ν ν L = ⋯ ⋯ = d ξ ξ , {\\displaystyle {\\frac {\\mathrm {d} n_{\\mathrm {A} }}{\\nu _{\\mathrm {A} }}}={\\frac {\\mathrm {d} n_{\\mathrm {B} }}{\\nu _{\\mathrm {B} }}}={\\frac {\\mathrm {d} n_{\\mathrm {K} }}{\\nu _{\\mathrm {K} }}}={\\frac {\\mathrm {d} n_{\\mathrm {L} }}{\\nu _{\\mathrm {L} }}}=\\dots =\\mathrm {d} \\xi ,}
was die Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } allgemein definiert.`:cite-ref-goldbook-3-2[`F5bf`_`[2`#cite-note-goldbook-3]`_`f]`:cite-ref-din-16-0[`F5bf`_`[15`#cite-note-din-16]`_`f]
Die Umsatzvariable einer Reaktion ist abhängig von der Formulierung der Reaktionsgleichung, da der Reaktionsgleichung die stöchiometrischen Zahlen entnommen werden. Insbesondere haben die stöchiometrischen Zahlen ν ν i {\\displaystyle \\nu _{i}} nur dann die konventionellen Vorzeichen, wenn die Reaktion in dieselbe Richtung läuft, wie die Reaktionsgleichung formuliert ist. Dann nimmt ξ ξ {\\displaystyle \\xi } im Reaktionsverlauf zu.
Da die Umsatzvariable für eine einfache unabhängige Einzelreaktion j {\\displaystyle j} definitionsgemäß immer nur positive Werte annimmt und die Stoffmengenänderungen pro fortschreitender Zeiteinheit für Ausgangsstoffe negativ sind (die Ausgangsstoffe werden verbraucht), sind die stöchiometrischen Koeffizienten der Ausgangsstoffe jeweils mit negativem Vorzeichen im Nenner der Definitionsgleichung der Umsatzvariable einzusetzen.
>>>Absolute Umsatzvariablen für Reaktionen im Batchbetrieb
Für einen `F33f`_`[Chargenprozess`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Chargenprozess]`_`f ist es sinnvoll, von einem Beginn der Reaktion zu sprechen und für den Nullpunkt von ξ ξ {\\displaystyle \\xi } diesen Zeitpunkt zu wählen, da meist für (mindestens) ein Produkt die anfängliche Stoffmenge n i , 0 {\\displaystyle n_{i,0}} null ist. Dann ist
ξ ξ = n i − − n i , 0 ν ν i ≥ ≥ 0 {\\displaystyle \\xi ={\\frac {n_{i}-n_{i,0}}{\\nu _{i}}}\\geq 0}
bzw. aufgelöst nach n i {\\displaystyle n_{i}} `:cite-ref-iupac-de-2-3[`F5bf`_`[1`#cite-note-iupac-de-2]`_`f]
n i = n i , 0 + ν ν i ξ ξ {\\displaystyle n_{i}=n_{i,0}+\\nu _{i}\\xi }
bzw. abgeleitet nach ξ ξ {\\displaystyle \\xi } `:cite-ref-17[`F5bf`_`[16`#cite-note-17]`_`f]
d n i d ξ ξ = ν ν i {\\displaystyle {\\frac {\\mathrm {d} n_{i}}{\\mathrm {d} \\xi }}=\\nu _{i}}
Die Beispielreaktion
3 H 2 + N 2 ⟶ ⟶ 2 N H 3 {\\displaystyle \\mathrm {3\\,H_{2}+N_{2}\\,\\longrightarrow \\,2\\,NH_{3}} }
hat die stöchiometrischen Zahlen
− − 3 = d n ( H 2 ) d ξ ξ {\\displaystyle -3={\\frac {\\mathrm {d} n\\mathrm {(H_{2})} }{\\mathrm {d} \\xi }}}
− − 1 = d n ( N 2 ) d ξ ξ {\\displaystyle -1={\\frac {\\mathrm {d} n\\mathrm {(N_{2})} }{\\mathrm {d} \\xi }}}
+ 2 = d n ( N H 3 ) d ξ ξ {\\displaystyle +2={\\frac {\\mathrm {d} n\\mathrm {(NH_{3})} }{\\mathrm {d} \\xi }}}
und nach einem Umsatz von z. B. ξ ξ = 1 {\\displaystyle \\xi =1} mol haben sich die Stoffmengen von H2, N2 und NH3 um 3 und 1 mol verringert bzw. um 2 mol erhöht.
>>>Zeitabhängige Umsatzvariablen für Reaktionen im Fließbetrieb
Wird eine Reaktion als `F33f`_`[kontinuierlicher Prozess`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kontinuierlicher_Prozess]`_`f (z. B. industriell in einem `F33f`_`[Kontinuierlichen Rührkessel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Rührkessel]`_`f, einer Rührkesselkaskade oder einem Strömungsrohr; im Labormaßstab Kleinbehälter mit Zufluss und Überlauf/Ablauf) durchgeführt, ist die Umsatzvariable eine Größe mit Zeitbezug,`:cite-ref-1-4-1[`F5bf`_`[3`#cite-note-1-4]`_`f]`:cite-ref-0-6-1[`F5bf`_`[5`#cite-note-0-6]`_`f]
d ξ ξ d t = 1 ν ν i d n i d t {\\displaystyle {\\frac {\\mathrm {d} \\xi }{\\mathrm {d} t}}={\\frac {1}{\\nu _{i}}}{\\frac {\\mathrm {d} n_{i}}{\\mathrm {d} t}}} in `F33f`_`[Leibniz-Notation`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differentialrechnung]`_`f
bzw. ξ ξ ˙ ˙ = n ˙ ˙ i ν ν i {\\displaystyle {\\dot {\\xi }}={\\frac {{\\dot {n}}_{i}}{\\nu _{i}}}} in `F33f`_`[Newton-Notation`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differentialrechnung]`_`f.
Die SI-Einheit von ξ ξ ˙ ˙ {\\displaystyle {\\dot {\\xi }}} ist mol/s.
>>Die Umsatzvariable einer Reaktion wird nur aus den Werten einer Schlüsselkomponente dieser Reaktion berechnet
Läuft im Reaktionsvolumen nur eine unabhängige Einzelreaktion ab, so sind alle Reaktanden i Schlüsselkomponenten (S) dieser Reaktion, da sie nicht an anderen Reaktionen teilnehmen können. Der Wert der Umsatzvariable kann daher in diesem Falle aus jedem dieser Reaktanden berechnet werden.
Laufen jedoch gleichzeitig mehrere unabhängige Reaktionen im Reaktionsvolumen ab, so darf die Umsatzvariable der Reaktion j nur aus den Werten einer Schlüsselkomponente (S) dieser Reaktion j berechnet werden`:cite-ref-18[`F5bf`_`[17`#cite-note-18]`_`f]. Schlüsselkomponente ist jeder Reaktant i der nur an der betrachteten Reaktion j teilnimmt, für die diese Umsatzvariable ( ξ ξ j {\\displaystyle \\xi _{j}} oder Φ Φ j {\\displaystyle \\Phi _{j}} ) berechnet werden soll.
`!Reaktanden i, die an mehr als einer der simultan ablaufenden Reaktionen j teilnehmen, sind daher für keine der ablaufenden Reaktionen eine Schlüsselkomponente. Aus ihren Werten darf daher keine Umsatzvariable berechnet werden.`!
>>Modifizierte Umsatzvariablen
>>>Volumenbezogene Umsatzvariable
Die volumenbezogene Umsatzvariable Φ Φ {\\displaystyle \\Phi } wird erhalten, indem die extensive Zustandsvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } durch das der Reaktion zur Verfügung stehende `F33f`_`[Volumen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Volumen]`_`f V {\\displaystyle V} dividiert wird. Sie ist definiert als:`:cite-ref-1-4-2[`F5bf`_`[3`#cite-note-1-4]`_`f]`:cite-ref-0-6-2[`F5bf`_`[5`#cite-note-0-6]`_`f]
Φ Φ = ξ ξ V = Δ Δ n i ν ν i ⋅ ⋅ V = Δ Δ c i ν ν i {\\displaystyle \\Phi ={\\frac {\\xi }{V}}={\\frac {\\Delta n_{i}}{\\nu _{i}\\cdot V}}={\\frac {\\Delta c_{i}}{\\nu _{i}}}}
Hierbei ist c i {\\displaystyle c_{i}} die `F33f`_`[volumenbezogene Stoffmengenkonzentration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenkonzentration]`_`f eines an der betrachteten Reaktion beteiligten Stoffes i {\\displaystyle i} . Da V {\\displaystyle V} seinerseits eine extensive Zustandsgröße ist, muss die volumenbezogene Umsatzvariable Φ Φ {\\displaystyle \\Phi } eine `F33f`_`[intensive Größe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Intensive_und_extensive_Größen]`_`f sein.
>>>Stoffmengenbezogene Umsatzvariable
Die stoffmengenbezogene Umsatzvariable ξ ξ ′ {\\displaystyle \\xi '} bezieht sich auf die Gesamtanfangsstoffmenge n g e s , 0 {\\displaystyle n{_{ges,0}}} :`:cite-ref-0-6-3[`F5bf`_`[5`#cite-note-0-6]`_`f]
ξ ξ ′ ′ = ξ ξ n g e s , 0 = Φ Φ c g e s , 0 {\\displaystyle \\xi ^{\\prime }={\\frac {\\xi }{n_{ges,0}}}={\\frac {\\Phi }{c_{ges,0}}}}
Mit z {\\displaystyle z} an der betrachteten Reaktion beteiligten Stoffen sind n g e s , 0 = ∑ ∑ i = 1 z n i , 0 {\\displaystyle n_{ges,0}=\\sum _{i=1}^{z}{n_{i,0}}} beziehungsweise c g e s , 0 = ∑ ∑ i = 1 z c i , 0 {\\displaystyle c_{ges,0}=\\sum _{i=1}^{z}{c_{i,0}}} .
Da n g e s , 0 {\\displaystyle n{_{ges,0}}} seinerseits eine extensive Zustandsgröße ist, muss die stoffmengenbezogene Umsatzvariable ξ ξ ′ {\\displaystyle \\xi '} eine intensive Größe sein. Teilweise wird die auf die Gesamtanfangsstoffmenge n g e s , 0 {\\displaystyle n{_{ges,0}}} bezogene Umsatzvariable auch durch ein großes Phi mit rechts hochgestelltem Sternchen Φ Φ ∗ ∗ {\\displaystyle \\Phi ^{*}} symbolisiert.`:cite-ref-1-4-3[`F5bf`_`[3`#cite-note-1-4]`_`f]
>>>Massenbezogene Umsatzvariable
Die massenbezogene Umsatzvariable ξ ξ ″ {\\displaystyle \\xi ''} bezieht sich auf die Gesamtmasse m g e s {\\displaystyle m_{ges}} der eingesetzten Reaktanten, die sich wegen des `F33f`_`[Massenerhaltungssatzes`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenerhaltungssatz]`_`f während der Reaktion nicht ändert:`:cite-ref-0-6-4[`F5bf`_`[5`#cite-note-0-6]`_`f]
ξ ξ ′ ′ ′ ′ = ξ ξ m g e s {\\displaystyle \\xi ^{\\prime \\prime }={\\frac {\\xi }{m_{ges}}}}
Da m g e s {\\displaystyle m_{ges}} seinerseits eine extensive Zustandsgröße ist, muss die massenbezogene Umsatzvariable ξ ξ ″ {\\displaystyle \\xi ''} eine intensive Größe sein. Die Verwendung der massenbezogenen Umsatzvariable ξ ξ ″ {\\displaystyle \\xi ''} wird für Reaktionen mit veränderlichem Reaktionsvolumen empfohlen.`:cite-ref-0-6-5[`F5bf`_`[5`#cite-note-0-6]`_`f]
>>>Tabellarische Übersicht
`t
| Größe | empfohlenes Formelzeichen | alternativ übliche Formelzeichen | Definition (Batchbetrieb) | Einheit (Batchbetrieb) | Definition (Fließbetrieb) [ 18 ] | Einheit (Fließbetrieb) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzvariable (im SI-System um 1978 nur "Fortschreitungsgrad ξ {\\displaystyle \\xi } ") | ξ {\\displaystyle \\xi } | χ {\\displaystyle \\chi } , X, x | ξ = Δ n i ν i {\\displaystyle \\xi ={\\frac {\\Delta n_{i}}{\\nu _{i}}}} | [mol] | ξ ˙ = Δ n ˙ i ν i {\\displaystyle {\\dot {\\xi }}={\\frac {\\Delta {\\dot {n}}_{i}}{\\nu _{i}}}} Diese Größe des Fließbetriebes hat Zeitbezug. | [mol/h] |
| Volumenbezogene Umsatzvariable (im SI-System um 1978 nur "Umsatzvariable x") | Φ {\\displaystyle \\Phi } | λ {\\displaystyle \\lambda } (auch: x, ξ {\\displaystyle \\xi } oder ξ ′ {\\displaystyle \\xi ^{'}} !) | Φ = 1 V ⋅ Δ n i ν i = Δ c i ν i {\\displaystyle \\Phi ={\\frac {1}{V}}\\cdot {\\frac {\\Delta n_{i}}{\\nu _{i}}}={\\frac {\\Delta c_{i}}{\\nu _{i}}}} | [mol/l] | Φ = 1 V ˙ ⋅ Δ n ˙ i ν i = Δ c i ν i {\\displaystyle \\Phi ={\\frac {1}{\\dot {V}}}\\cdot {\\frac {\\Delta {\\dot {n}}_{i}}{\\nu _{i}}}={\\frac {\\Delta c_{i}}{\\nu _{i}}}} Diese Größe des Fließbetriebes hat keinen Zeitbezug, da die Zeit sich in Zähler und Nenner wegkürzt. | [(mol/h)/(l/h)], [mol/l] |
| Stoffmengenbezogene Umsatzvariable, (stoffmengen)konzentrationsbezogene Umsatzvariable, dimensionslose Umsatzvariable | ξ ′ {\\displaystyle {\\xi }^{\\prime }} | Φ ∗ {\\displaystyle {\\Phi }^{*}} , λ ¯ ¯ {\\displaystyle {\\bar {\\bar {\\lambda }}}} | ξ ′ = 1 n g e s , 0 ⋅ Δ n i ν i = 1 c g e s , 0 ⋅ Δ c i ν i {\\displaystyle \\xi ^{'}={\\frac {1}{n_{ges,0}}}\\cdot {\\frac {\\Delta n_{i}}{\\nu _{i}}}={\\frac {1}{c_{ges,0}}}\\cdot {\\frac {\\Delta c_{i}}{\\nu _{i}}}} | [mol/mol], dimensionslos | ξ ′ = 1 n ˙ g e s , 0 ⋅ Δ n ˙ i ν i = 1 c g e s , 0 ⋅ Δ c i ν i {\\displaystyle \\xi ^{'}={\\frac {1}{{\\dot {n}}_{ges,0}}}\\cdot {\\frac {\\Delta {\\dot {n}}_{i}}{\\nu _{i}}}={\\frac {1}{c_{ges,0}}}\\cdot {\\frac {\\Delta c_{i}}{\\nu _{i}}}} Diese Größe des Fließbetriebes hat keinen Zeitbezug, da die Zeit sich in Zähler und Nenner wegkürzt. | [(mol/h)/(mol/h)], dimensionslos |
| Massenbezogene Umsatzvariable | ξ ′ ′ {\\displaystyle {\\xi }^{\\prime \\prime }} | λ ¯ {\\displaystyle {\\bar {\\lambda }}} | ξ ″ = 1 m g e s ⋅ Δ n i ν i = 1 ρ g e s , 0 ⋅ Δ c i ν i {\\displaystyle \\xi ^{''}={\\frac {1}{m_{ges}}}\\cdot {\\frac {\\Delta n_{i}}{\\nu _{i}}}={\\frac {1}{\\rho _{ges,0}}}\\cdot {\\frac {\\Delta c_{i}}{\\nu _{i}}}} | [mol/g] | ξ ″ = 1 m ˙ g e s ⋅ Δ n ˙ i ν i = 1 ρ g e s , 0 ⋅ Δ c i ν i {\\displaystyle \\xi ^{''}={\\frac {1}{{\\dot {m}}_{ges}}}\\cdot {\\frac {\\Delta {\\dot {n}}_{i}}{\\nu _{i}}}={\\frac {1}{\\rho _{ges,0}}}\\cdot {\\frac {\\Delta c_{i}}{\\nu _{i}}}} Diese Größe des Fließbetriebes hat keinen Zeitbezug, da die Zeit sich in Zähler und Nenner wegkürzt. | [(mol/h)/(g/h)], [mol/g] |
`t
ρ ρ g e s , 0 {\\displaystyle \\rho _{ges,0}} ist die Gesamtmasse pro Volumen, also die Dichte (Massendichte), hier die Anfangsdichte zur Zeit t=0.
Größen des Fließbetriebes sind:
• n ˙ ˙ {\\displaystyle {\\dot {n}}} Molenstrom (Stoffmengenstrom)
• m ˙ ˙ {\\displaystyle {\\dot {m}}} `F33f`_`[Massenstrom`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenstrom]`_`f
• V ˙ ˙ {\\displaystyle {\\dot {V}}} `F33f`_`[Volumenstrom`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Volumenstrom]`_`f
• ξ ξ ˙ ˙ {\\displaystyle {\\dot {\\xi }}} "normale" Umsatzvariable mit Zeitbezug
>>>Umrechnungsformel
Es gilt beispielsweise:
ξ ξ = Δ Δ n i ν ν i = V ⋅ ⋅ Δ Δ c i ν ν i = V ⋅ ⋅ Φ Φ = n g e s , 0 ⋅ ⋅ ξ ξ ′ = m g e s ⋅ ⋅ ξ ξ ″ {\\displaystyle \\xi ={\\frac {\\Delta n_{i}}{\\nu _{i}}}={\\frac {V\\cdot \\Delta c_{i}}{\\nu _{i}}}=V\\cdot \\Phi =n_{ges,0}\\cdot \\xi ^{'}=m_{ges}\\cdot \\xi ^{''}}
>>Spezifische Umsatzvariable
Es wurde auch eine spezifische Umsatzvariable/Fortschreitungsgrad definiert. Ihre Einheit ist Mol pro Meter [mol/m]`:cite-ref-20[`F5bf`_`[19`#cite-note-20]`_`f]. (Bilanzierung des `F33f`_`[Strömungsrohres`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Idealreaktor]`_`f?)
>>Theoretischer Maximalwert der Umsatzvariable für eine unabhängige Einzelreaktion (Hinreaktion)
Beispielhaft sollen hier die beiden Ausgangsstoffe A und B zum Produkt C reagieren. Derjenige Ausgangsstoff, der zuerst die Stoffmengenkonzentration 0 erreicht, bestimmt das zeitliche Reaktionsende, denn dann stoppt die Reaktion. Dabei sind aber die stöchiometrischen Koeffizienten der betrachteten Ausgangsstoffe zu berücksichtigen. Ein Ausgangsstoff mit stöch. Koeffizient 2 nimmt doppelt so schnell in seiner Konzentration ab wie ein Ausgangsstoff der Koeffizient 1 hat. Daher gilt für die maximal mögliche Umsatzvariable einer einfachen unabhängigen Einzelreaktion`:cite-ref-21[`F5bf`_`[20`#cite-note-21]`_`f]:
ξ ξ m a x = ( 0 − − n i , 0 ν ν i ) m i n = ( n i , 0 | ν ν i | ) m i n {\\displaystyle \\xi _{max}={({\\frac {0-n_{i,0}}{\\nu _{i}}})}_{min}={({\\frac {n_{i,0}}{|\\nu _{i}|}})}_{min}}
oder eben mit Volumenbezug als volumenbezogene/modifizierte Umsatzvariable:
Φ Φ m a x = ( 0 − − c i , 0 ν ν i ) m i n = ( c i , 0 | ν ν i | ) m i n {\\displaystyle \\Phi _{max}={({\\frac {0-c_{i,0}}{\\nu _{i}}})}_{min}={({\\frac {c_{i,0}}{|\\nu _{i}|}})}_{min}}
Hier ist i also ein Ausgangsstoff. Derjenige Ausgangsstoff, dessen Quotient von Anfangsstoffmenge bzw. Anfangskonzentration geteilt durch seinen stöchiometrischen Faktor das kleinste Ergebnis des Quotienten liefert, bestimmt den Maximalwert der Umsatzvariable. Theoretisch würde dieser Maximalwert – je nach auftretenden Reaktionsgeschwindigkeiten r – eventuell erst nach unendlich langer Zeit erreicht (vollständiger Reaktionsablauf).
>>Reaktionsgrad
Der Reaktionsgrad α α {\\displaystyle \\alpha } (`*degree of reaction`*)`:cite-ref-22[`F5bf`_`[21`#cite-note-22]`_`f] ist das Verhältnis der (zeitlich aktuellen) Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } zum theoretischen Maximalwert der Umsatzvariable ξ ξ m a x {\\displaystyle \\xi _{\\mathrm {max} }} (je nach vorhandenen Anfangskonzentrationen der Ausgangsstoffe im vorliegenden Anwendungsfall):
α α ( t ) = ξ ξ ( t ) ξ ξ m a x {\\displaystyle \\alpha (t)={\\frac {\\xi (t)}{\\xi _{\\mathrm {max} }}}}
bzw. für Gleichgewichtsreaktionen („GG“):
α α G G = ξ ξ G G ξ ξ m a x {\\displaystyle \\alpha _{GG}={\\frac {\\xi _{GG}}{\\xi _{\\mathrm {max} }}}}
Der Reaktionsgrad ist dimensionslos und nimmt Werte zwischen 0 und 1 an. Die Bezeichnung Reaktionsgrad ist in deutscher Literatur kaum gebräuchlich, für spezielle Reaktionen werden Worte wie `F33f`_`[Dissoziationsgrad`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dissoziationsgrad]`_`f oder `F33f`_`[Ionisierungsgrad`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ionisierungsgrad]`_`f verwendet.`:cite-ref-iupac-de-2-4[`F5bf`_`[1`#cite-note-iupac-de-2]`_`f]
Der Reaktionsgrad spielt eine Rolle bei der Bilanzierung von Gleichgewichtsreaktionen (Hin- und Rückreaktion gemeinsam bilanziert). In älterer Literatur wurde dem Reaktionsgrad auch das Formelzeichen ρ ρ {\\displaystyle \\rho } oder ϱ ϱ {\\displaystyle \\varrho } (kleines `F33f`_`[Rho`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Rho]`_`f) zugewiesen, was aber nicht empfehlenswert ist, da dieser Buchstabe heute üblicherweise der `F33f`_`[Dichte`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dichte]`_`f (Massendichte) zugeordnet ist.`:cite-ref-23[`F5bf`_`[22`#cite-note-23]`_`f]
>>Gleichgewichts-Umsatzvariable einer Gleichgewichtsreaktion (Hin- und Rückreaktion)
Liegt eine Gleichgewichtsreaktion vor, so werden die Ausgangsstoffe niemals verbraucht sein, da sie durch die Rückreaktion wieder gebildet werden. Es stellt sich ein Fließgleichgewicht ein, dem konstante Konzentrationen und somit eine Gleichgewichts-Umsatzvariable ξ ξ G G {\\displaystyle \\xi _{GG}} zugehörig sind.
Bei konstanter Temperatur und konstantem Druck gibt es also einen Reaktionsgrad α α {\\displaystyle \\alpha } der Gleichgewichtsreaktion, der mit dem theoretischen Maximalwert der Umsatzvariable (der Hinreaktion) ξ ξ m a x {\\displaystyle \\xi _{max}} definitionsgemäß verknüpft ist`:cite-ref-24[`F5bf`_`[23`#cite-note-24]`_`f]:
ξ ξ G G = α α G G ⋅ ⋅ ξ ξ m a x {\\displaystyle \\xi _{GG}=\\alpha _{GG}\\cdot \\xi _{max}}
Für die Stoffmengenänderung von t=0 bis zur Einstellung des Gleichgewichts gilt auch hier (entsprechend der allgemeinen Definition der Umsatzvariable):
Δ Δ n i , G G = n i , G G − − n i , 0 = ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ G G = ν ν i ⋅ ⋅ α α G G ⋅ ⋅ ξ ξ m a x {\\displaystyle \\Delta n_{i,GG}=n_{i,GG}-n_{i,0}=\\nu _{i}\\cdot \\xi _{GG}=\\nu _{i}\\cdot \\alpha _{GG}\\cdot \\xi _{max}}
Teilen der Gleichung durch das konstante Volumen (für volumenkonstante Reaktionen) liefert:
Δ Δ c i , G G = c i , G G − − c i , 0 = ν ν i ⋅ ⋅ Φ Φ G G = ν ν i ⋅ ⋅ α α G G ⋅ ⋅ Φ Φ m a x {\\displaystyle \\Delta c_{i,GG}=c_{i,GG}-c_{i,0}=\\nu _{i}\\cdot \\Phi _{GG}=\\nu _{i}\\cdot \\alpha _{GG}\\cdot \\Phi _{max}}
Die (theoretisch möglichen) Maximalwerte der Umsatzvariable werden aus den Anfangskonzentrationen der Ausgangsstoffe der Hinreaktion berechnet und betreffen daher die Hinreaktion, die die Produkte bildet.
Für Ausgangsstoffe ist der stöchiometrische Koeffizient als negativer Wert einzusetzen. Die Umstellung der beiden letzten Gleichungen liefert Bilanzgleichungen für Gleichgewichtsreaktionen.
>>Weitere Zusammenhänge für einfache Gleichgewichtsreaktionen
Das `F33f`_`[Massenwirkungsgesetz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenwirkungsgesetz]`_`f wird von `F33f`_`[Physikochemikern`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Physikalische_Chemie]`_`f üblicherweise für eine Gleichgewichtsreaktion (Hinreaktion H mit Rückreaktion R) z. B. für die Reaktion:
ν ν A A + ν ν B B ⇌ ⇌ ν ν C C + ν ν D D {\\displaystyle \\mathrm {\\nu _{A}\\,A+\\nu _{B}\\,B\\ \\rightleftharpoons \\ \\nu _{C}\\,C+\\nu _{D}\\,D} }
wie folgt formuliert, beruhend auf `F33f`_`[Aktivitäten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Aktivität_(Chemie)]`_`f a der Reaktionsteilnehmer i. Die `F33f`_`[stöchiometrischen Zahlen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stöchiometrische_Zahl]`_`f ν ν {\\displaystyle \\nu } (`F33f`_`[Ny`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ny]`_`f) der Ausgangsstoffe der Hinreaktion H haben konventionsgemäß ein negatives Vorzeichen, daher erscheinen deren `F33f`_`[Potenzen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Potenz_(Mathematik)]`_`f im `F33f`_`[Nenner`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Nenner]`_`f des Bruchs:
K a ( p , T ) = ( a A ) ν ν A ⋅ ⋅ ( a B ) ν ν B ⋅ ⋅ ( a C ) ν ν C ⋅ ⋅ ( a D ) ν ν D = ( a C ) ν ν C ⋅ ⋅ ( a D ) ν ν D ( a A ) | ν ν A | ⋅ ⋅ ( a B ) | ν ν B | = ∏ ∏ i ( a i ν ν i ) ∼ ∼ r R / k R r H / k H = k H k R {\\displaystyle K_{a}({p,T})=(a_{A})^{\\mathrm {\\nu _{A}} }\\cdot (a_{B})^{\\mathrm {\\nu _{B}} }\\cdot (a_{C})^{\\mathrm {\\nu _{C}} }\\cdot (a_{D})^{\\mathrm {\\nu _{D}} }={\\frac {(a_{C})^{\\mathrm {\\nu _{C}} }\\cdot (a_{D})^{\\mathrm {\\nu _{D}} }}{(a_{A})^{\\left\\vert {\\mathrm {\\nu _{A}} }\\right\\vert }\\cdot (a_{B})^{\\left\\vert \\mathrm {\\nu _{B}} \\right\\vert }}}=\\prod _{i}(a_{i}^{\\nu _{i}})\\sim {\\frac {r_{R}/k_{R}}{r_{H}/k_{H}}}={\\frac {k_{H}}{k_{R}}}}
Das chemische Gleichgewicht, und damit die Gleichgewichtskonstante K, ist abhängig von Druck p und absoluter Temperatur T. In dem dritten Term von rechts wird das `F33f`_`[Produktzeichen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Produkt_(Mathematik)]`_`f (großes `F33f`_`[Pi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Pi_(Buchstabe)]`_`f) benutzt. Beide Terme ganz rechts deuten an, dass der Quotient der Reaktionsgeschwindigkeitskonstanten k von Rückreaktion (R) und Hinreaktion (H) lediglich `F33f`_`[proportional`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Proportionalität]`_`f zu dieser Gleichgewichtsdefinition (Kx) ist, aber nicht `F33f`_`[gleichwertig`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gleichung]`_`f. Reaktionsgeschwindigkeiten sind ja definitionsgemäß volumenbezogene Größen. Im Gleichgewichtszustand (Gleichgewichtskonzentrationen) sind Hinreaktion und Rückreaktion gleich schnell. Beide r sind gleich. Die Gleichgewichtskonstante K (großes K!) der Gleichgewichtsreaktion ist also der Quotient beider zugehörigen Reaktionsgeschwindigkeits-Konstanten k (kleines k !) beider Reaktionen (nach deren eigener Definition der Reaktionsgeschwindigkeit).
Unter der Annahme, dass die Flüssigkeit oder Lösung sich ideal verhält (idealverdünnte Lösung) bzw. für Gasreaktionen ein geringer Druck herrscht, kann man ansetzen, dass die Aktivitäten den `F33f`_`[Stoffmengenanteilen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenanteil]`_`f x gleich sind:
a i = x i = n i n g e s {\\displaystyle a_{i}=x_{i}={\\frac {n_{i}}{n_{ges}}}} (Bedingung: c=>0, p=>0)
Das Massenwirkungsgesetz lautet nun
K x = K a = k H , x k R , x = ( x A ) ν ν A ⋅ ⋅ ( x B ) ν ν B ⋅ ⋅ ( x C ) ν ν C ⋅ ⋅ ( x D ) ν ν D = ( x C ) ν ν C ⋅ ⋅ ( x D ) ν ν D ( x A ) | ν ν A | ⋅ ⋅ ( x B ) | ν ν B | = ∏ ∏ i ( x i ν ν i ) {\\displaystyle K_{x}=K_{a}={\\frac {k_{H,x}}{k_{R,x}}}=(x_{A})^{\\mathrm {\\nu _{A}} }\\cdot (x_{B})^{\\mathrm {\\nu _{B}} }\\cdot (x_{C})^{\\mathrm {\\nu _{C}} }\\cdot (x_{D})^{\\mathrm {\\nu _{D}} }={\\frac {(x_{C})^{\\mathrm {\\nu _{C}} }\\cdot (x_{D})^{\\mathrm {\\nu _{D}} }}{(x_{A})^{\\left\\vert {\\mathrm {\\nu _{A}} }\\right\\vert }\\cdot (x_{B})^{\\left\\vert \\mathrm {\\nu _{B}} \\right\\vert }}}=\\prod _{i}(x_{i}^{\\nu _{i}})}
Hier können nun die Stoffmengenanteil-Bilanzgleichungen xi(t) bzw. ni(t) und nges(t) eingesetzt werden, die letztlich die Umsatzvariable in ihrer stoffmengenbezogenen Version enthalten (einheitslose Umsatzvariable, bezogen auf die Summen-Anfangsstoffmenge nges,0). Der Summen-Stoffmengenanteil (Summe aller Stoffmengenanteile aller Reaktionsteilnehmer i) ist zu jeder Zeit Eins. Auch beim Reaktionsbeginn (t=0; ξ ξ ′ = 0 {\\displaystyle \\xi ^{'}=0} ). Man erhält nun als Definition des Massenwirkungsgesetzes auf Grundlage von Stoffmengenanteilen x der `F33f`_`[Reaktanden`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktand]`_`f i der Gleichgewichtsreaktion`:cite-ref-25[`F5bf`_`[24`#cite-note-25]`_`f]:
K x = K a = ∏ ∏ i ( n i ( t G G ) / n g e s , 0 n g e s ( t G G ) / n g e s , 0 ) ν ν i = ∏ ∏ i ( x i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ G G ′ 1 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ G G ′ ) ν ν i {\\displaystyle K_{x}=K_{a}=\\prod _{i}({\\frac {n_{i}(t_{GG})/n_{ges,0}}{n_{ges}(t_{GG})/n_{ges,0}}})^{\\nu _{i}}=\\prod _{i}({\\frac {x_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\xi _{GG}^{'}}{1+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\xi _{GG}^{'}}})^{\\nu _{i}}}
Mit dieser Gleichung besteht nun ein Zusammenhang zwischen der Gleichgewichtskonstante (beruhend auf Stoffmengenanteilen x) und der modifizierten Gleichgewichts-Umsatzvariable (bezogen auf die Gesamt-Anfangsstoffmenge). Die stöchiometrischen Koeffizienten der Reaktionsgleichung stellen hier `F33f`_`[Exponenten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Exponent]`_`f dar. Es ist aber bekannt, dass die Exponenten nicht bei allen Reaktionen mit den stöchiometrischen Koeffizienten der Reaktionsgleichung übereinstimmen müssen`:cite-ref-26[`F5bf`_`[25`#cite-note-26]`_`f]. Die oben genannte Gleichung hat faktisch den Aufbau
K x = K a = ∏ ∏ i ( Stoffmengen-Einzelbilanz des Stoffes i / n g e s , 0 Stoffmengen-Summenbilanz für alle Stoffe i / n g e s , 0 ) ν ν i {\\displaystyle K_{x}=K_{a}=\\prod _{i}({\\frac {{\\text{Stoffmengen-Einzelbilanz des Stoffes i}}/n_{ges,0}}{{\\text{Stoffmengen-Summenbilanz für alle Stoffe i}}/n_{ges,0}}})^{\\nu _{i}}}
Die Summen-Anfangsstoffmenge nges,0 kann als Konstante angesehen werden (t=0).
Für Gasreaktionen bei geringen Drücken können die Stoffmengenanteile xi noch durch das `F33f`_`[Daltonsche Gesetz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Daltonsches_Gesetz]`_`f substituiert werden in obiger Formel, denn es gilt für `F33f`_`[Partialdrücke`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partialdruck]`_`f pi und Summendruck (Gesamtdruck) p der Zusammenhang:
x i = n i n g e s = p i p = p i ∑ ∑ i p i {\\displaystyle x_{i}={\\frac {n_{i}}{n_{ges}}}={\\frac {p_{i}}{p}}={\\frac {p_{i}}{\\sum _{i}p_{i}}}}
>>Chemische Reaktionsgeschwindigkeit
→
Hauptartikel
:
Kinetik (Chemie)
Die Reaktionsgeschwindigkeit r der chemischen Kinetik ist für eine volumenkonstante Reaktion j definiert als die zeitliche Ableitung der Stoffmenge des Reaktanden i pro seinem stöchiometrischen Koeffizienten und pro Volumen.`:cite-ref-27[`F5bf`_`[26`#cite-note-27]`_`f] Dies entspricht der zeitlichen Ableitung der modifizierten/volumenbezogenen Umsatzvariable Φ Φ {\\displaystyle \\Phi } dieser Reaktion j:
r j ( c , p , T ) = 1 V ⋅ ⋅ d n i ν ν i ⋅ ⋅ d t = 1 V ⋅ ⋅ d ξ ξ j d t = d c i ν ν i ⋅ ⋅ d t = d Φ Φ j d t {\\displaystyle r_{j}(c,p,T)={\\frac {1}{V}}\\cdot {\\frac {dn_{i}}{\\nu _{i}\\cdot dt}}={\\frac {1}{V}}\\cdot {\\frac {d\\xi _{j}}{dt}}={\\frac {dc_{i}}{\\nu _{i}\\cdot dt}}={\\frac {d\\Phi _{j}}{dt}}}
>>>Umsätze X, Ausbeute A und alle Umsatzvariablen sind integrale Größen
Aus der oben genannten Definitionsgleichung der chemischen Reaktionsgeschwindigkeit r als differentielle Größe resultiert folgerichtig, dass die Größen Umsatz (X oder U), Ausbeute (A oder P) sowie Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } und alle modifizierten Umsatzvariablen integrale Größen sind.
Zu jeder Reaktionsdauer (Zeitdifferenz) gehören also in der Praxis für ein chemisches System bei konstanter Temperatur T und konstantem Druck p ein im Versuch ermittelbarer Konzentrations-Zeit-Verlauf (zeitliche Konzentrationsänderung). Dieser Konzentrationsänderung sind definitionsgemäß Werte für Umsätze, Umsatzvariablen und Ausbeuten (als integrale Werte) zugewiesen.
Eine „Vorab-Berechnung“ des Konzentrations-Zeit-Verlaufes für ein chemisches System wäre nur möglich, wenn zuvor im Versuch der tatsächliche/reale Konzentrationsverlauf bestimmt wurde durch Probenahmen und Konzentrationsmessungen und dazu dann ein geeignetes differentielles Zeitgesetz für die Reaktionsgeschwindigkeit r ausgewählt wurde (statistische Minimierung der `F33f`_`[Fehlerquadratsumme`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Fehlerquadratsumme]`_`f). Letztlich muss dieses differentielle Zeitgesetz der Chemischen Kinetik ( r=f(c,T,p) ) noch integriert werden um zeitliche Konzentrationsverläufe (und damit auch Umsätze, Ausbeuten und Umsatzvariablen) berechnen zu können.
>>Stoffänderungsgeschwindigkeit R
Beispielsweise sollen zwei unabhängige Reaktionen gleichzeitig ablaufen im konstanten Volumen V:
1) 1 A + 2 B ⟶ ⟶ 3 C + 1 D {\\displaystyle 1\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;3\\mathrm {C} +1\\mathrm {D} }
2) 1 C ⟶ ⟶ 2 E {\\displaystyle 1\\mathrm {C} \\;\\longrightarrow \\;2\\mathrm {E} }
Für die differentielle zeitliche Bilanzierung des Zwischenproduktes C, das an den zwei unabhängigen simultanen Reaktionen teilnimmt, gilt nun:
R C = ( d c C , g e s d t ) R e a k t i o n = ( d c C , 1 d t ) R e a k t i o n + ( d c C , 2 d t ) R e a k t i o n = ν ν C , 1 ⋅ ⋅ r 1 + ν ν C , 2 ⋅ ⋅ r 2 = ν ν C , 1 ⋅ ⋅ d Φ Φ 1 d t + ν ν C , 2 ⋅ ⋅ d Φ Φ 2 d t {\\displaystyle R_{C}=({\\frac {dc_{C,ges}}{dt}})_{Reaktion}=({\\frac {dc_{C,1}}{dt}})_{Reaktion}+({\\frac {dc_{C,2}}{dt}})_{Reaktion}=\\nu _{C,1}\\cdot r_{1}+\\nu _{C,2}\\cdot r_{2}=\\nu _{C,1}\\cdot {\\frac {d\\Phi _{1}}{dt}}+\\nu _{C,2}\\cdot {\\frac {d\\Phi _{2}}{dt}}}
mit
r 1 = d Φ Φ 1 d t {\\displaystyle r_{1}={\\frac {d\\Phi _{1}}{dt}}} und ( d c C , 1 d t ) R e a k t i o n = ν ν C , 1 ⋅ ⋅ r 1 {\\displaystyle ({\\frac {dc_{C,1}}{dt}})_{Reaktion}=\\nu _{C,1}\\cdot r_{1}}
r 2 = d Φ Φ 2 d t {\\displaystyle r_{2}={\\frac {d\\Phi _{2}}{dt}}} sowie ( d c C , 2 d t ) R e a k t i o n = ν ν C , 2 ⋅ ⋅ r 2 {\\displaystyle ({\\frac {dc_{C,2}}{dt}})_{Reaktion}=\\nu _{C,2}\\cdot r_{2}}
Die Stoffänderungsgeschwindigkeit Ri eines Reaktionsteilnehmers i ist ebenso wie die Reaktionsgeschwindigkeit rj eine differentielle Größe. Während die Reaktionsgeschwindigkeit r immer nur eine unabhängige Reaktion j beschreibt, beschreibt die Stoffänderungsgeschwindigkeit R die differentielle zeitliche Konzentrationsänderung eines Reaktionsteilnehmers i (durch chemische Reaktion) summarisch über alle Reaktionen j an denen i teilnimmt.
Daher gilt generell für alle Reaktionsteilnehmer i des Beispieles (A, B, C, D, E) und für alle sonstigen Fälle (egal wie viele Reaktionen j es gibt und ob es Parallelreaktionen, `F33f`_`[Gleichgewichtsreaktionen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gleichgewichtsreaktion]`_`f oder `F33f`_`[Folgereaktionen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Folgereaktion]`_`f sind) allgemein`:cite-ref-28[`F5bf`_`[27`#cite-note-28]`_`f]`:cite-ref-29[`F5bf`_`[28`#cite-note-29]`_`f]:
R i = ( d c i , g e s d t ) R e a k t i o n = 1 V ⋅ ⋅ ( d n i , g e s d t ) R e a k t i o n = ∑ ∑ j ( d c i , R e a k t i o n e n d t ) = ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ r j ) = ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ d Φ Φ j d t ) = 1 V ⋅ ⋅ ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ d ξ ξ j d t ) ≈ ≈ ( Δ Δ c i , g e s Δ Δ t ) R e a k t i o n {\\displaystyle R_{i}=({\\frac {dc_{i,ges}}{dt}})_{Reaktion}={\\frac {1}{V}}\\cdot ({\\frac {dn_{i,ges}}{dt}})_{Reaktion}=\\sum _{j}({\\frac {dc_{i,Reaktionen}}{dt}})=\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot r_{j})=\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot {\\frac {d\\Phi _{j}}{dt}})={\\frac {1}{V}}\\cdot \\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot {\\frac {d\\xi _{j}}{dt}})\\approx ({\\frac {\\Delta c_{i,ges}}{\\Delta t}})_{Reaktion}}
`!Nimmt ein Stoff i nicht an einer Reaktion j teil so ist sein stöchiometrischer Koeffizient ν ν i , j {\\displaystyle \\nu _{i,j}} für diese Reaktion j Null.`! Die stöchiometrischen Koeffizienten für Ausgangsstoffe sind negativ einzusetzen, die für Reaktionsprodukte positiv! Ausgangsstoffe werden verbraucht, ihre anteilige Konzentrationsänderung pro Zeit ist daher negativ. Produkte haben positive differentielle Konzentrationsänderungen pro Zeit, denn sie werden gebildet.
Die Stoffänderungsgeschwindigkeit betrachtet nur Konzentrationsänderungen durch chemische Reaktion, also nicht durch Volumenänderung. Es ist eine fundamentale Größe der Chemischen `F33f`_`[Reaktionstechnik`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktionstechnik]`_`f, da ihre Werte direkt aus Stoffmengenkonzentrationen-Differenzen (zu relativ kleinen Zeitdifferenzen) ermittelt werden.
Nimmt ein Stoff i nur an einer Reaktion j teil, so ist er eine `!Schlüsselkomponente`! (`!S`!) dieser Reaktion j. Aus seinen Konzentrationsänderungen kann daher die Reaktionsgeschwindigkeit rj berechnet werden:
R S = ( d c S d t ) R e a k t i o n = ν ν S ⋅ ⋅ r j = ν ν S ⋅ ⋅ d Φ Φ j d t {\\displaystyle R_{S}=({\\frac {dc_{S}}{dt}})_{Reaktion}=\\nu _{S}\\cdot r_{j}=\\nu _{S}\\cdot {\\frac {d\\Phi _{j}}{dt}}}
Umgestellt gilt daher
d Φ Φ j d t = r j = R S ν ν S ≈ ≈ 1 ν ν S ⋅ ⋅ ( Δ Δ c S Δ Δ t ) R e a k t i o n {\\displaystyle {\\frac {d\\Phi _{j}}{dt}}=r_{j}={\\frac {R_{S}}{\\nu _{S}}}\\approx {\\frac {1}{\\nu _{S}}}\\cdot ({\\frac {\\Delta c_{S}}{\\Delta t}})_{Reaktion}}
Der rechte Term gilt für relativ kleine Zeitdifferenzen mit den ihnen zugeordneten Konzentrationsdifferenzen. Die Einheit der Stoffänderungsgeschwindigkeit ist Mol pro Liter und pro Sekunde [mol/l*s] bzw. [mol/m3s]. Ihre Werte können positiv oder negativ sein (oder Null). Hingegen haben Reaktionsgeschwindigkeiten immer positive Werte. Ist die betrachtete Schlüsselkomponente S der Reaktion j ein Ausgangsstoff, so hat die Stoffänderungsgeschwindigkeit dieser Schlüsselkomponente negative Werte (negativ einzusetzender stöchiometrischer Koeffizient). Als Reaktionsprodukt hat die Schlüsselkomponente positive Werte der Stoffänderungsgeschwindigkeit.
>>Chemietechnische Bilanzgleichungen chemischer Reaktionen in der Verfahrenstechnik
Die schon genannten Definitionsgleichungen von Umsatzvariable (Fortschreitungsgrad) ξ ξ {\\displaystyle \\xi } und insbesondere die der modifizierten Umsatzvariablen, wurden so definiert, dass sie zur Erstellung allgemeingültiger Bilanzgleichungen (bei Nutzung der volumenbezogenen Umsatzvariable nur gültig für volumenkonstante Reaktionen !) angewendet werden können. Dazu werden teilweise noch die Größen `F33f`_`[Molare Masse`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Molare_Masse]`_`f M, `F33f`_`[Dichte`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dichte]`_`f (Massendichte, Gesamtdichte) ρ ρ {\\displaystyle \\rho } und `F33f`_`[Massenkonzentration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenkonzentration]`_`f (Partialdichte) ρ ρ i {\\displaystyle \\rho _{i}} (oder β β i {\\displaystyle \\beta _{i}} ) mit herangezogen. Außerdem fließt der stöchiometrische Koeffizient ν ν i {\\displaystyle \\nu _{i}} des betrachteten Reaktionsteilnehmers i (aus der `F33f`_`[Reaktionsgleichung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktionsgleichung]`_`f) mit in die Gleichungen ein. In den nachfolgend genannten Bilanzgleichungen sind stöchiometrische Koeffizienten von Ausgangsstoffen (Edukte) negativ einzusetzen, die von Produkten aber positiv. Diese Gleichungen beruhen daher auf einer (vorzeichenrichtigen) Addition !
>>>Bilanzen für eine Einzelreaktion (nur eine Reaktion läuft im Reaktionsvolumen ab)
>>>>Bilanzen für einzelne Reaktionsteilnehmer i
`F33f`_`[Stoffmengen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmenge]`_`f-Bilanz für `F33f`_`[Batchbetrieb`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Chargenprozess]`_`f:
n i ( t ) = n i , 0 + Δ Δ n i ( t ) = n i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) {\\displaystyle n_{i}(t)=n_{i,0}+\\Delta n_{i}(t)=n_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\xi {(t)}}
Teilen durch das konstante Volumen V (Anfangsvolumen=Endvolumen) liefert die folgende Bilanzgleichung.`:cite-ref-30[`F5bf`_`[29`#cite-note-30]`_`f]
`!`F33f`_`[Stoffmengenkonzentration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenkonzentration]`_`f-Bilanz`! für Batchbetrieb:
c i ( t ) = c i , 0 + Δ Δ c i ( t ) = c i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ Φ Φ ( t ) {\\displaystyle c_{i}(t)=c_{i,0}+\\Delta c_{i}(t)=c_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\Phi {(t)}}
`!`F33f`_`[Massenkonzentration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenkonzentration]`_`f-Bilanz`! (Partialdichte-Bilanz) für Batchbetrieb:`:cite-ref-31[`F5bf`_`[30`#cite-note-31]`_`f]
ρ ρ i ( t ) = m i ( t ) V = m i , 0 V + Δ Δ m i ( t ) V = ρ ρ i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ M i ⋅ ⋅ Δ Δ n i ( t ) V ⋅ ⋅ ν ν i = ρ ρ i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ M i ⋅ ⋅ Φ Φ ( t ) {\\displaystyle \\rho _{i}(t)={\\frac {m_{i}(t)}{V}}={\\frac {m_{i,0}}{V}}+{\\frac {\\Delta m_{i}(t)}{V}}=\\rho _{i,0}+\\nu _{i}\\cdot M_{i}\\cdot {\\frac {\\Delta n_{i}(t)}{V\\cdot \\nu _{i}}}=\\rho _{i,0}+\\nu _{i}\\cdot M_{i}\\cdot \\Phi {(t)}}
Hier ist noch darauf hinzuweisen, dass die Massenkonzentration (Partialdichte) ρ ρ i {\\displaystyle \\rho _{i}} des Stoffes i das Produkt aus dessen Stoffmengenkonzentration ci und seiner Molaren Masse Mi ist:
ρ ρ i = c i ⋅ ⋅ M i {\\displaystyle \\rho _{i}=c_{i}\\cdot M_{i}}
`!`F33f`_`[Massenanteil`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenanteil]`_`f-Bilanz`! für Batchbetrieb:
w i ( t ) = m i ( t ) m g e s = m i , 0 m g e s + Δ Δ m i ( t ) m g e s = w i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ M i ⋅ ⋅ Δ Δ n i ( t ) ν ν i ⋅ ⋅ m g e s = w i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ M i ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ′ ′ ′ ( t ) {\\displaystyle w_{i}(t)={\\frac {m_{i}(t)}{m_{ges}}}={\\frac {m_{i,0}}{m_{ges}}}+{\\frac {\\Delta m_{i}(t)}{m_{ges}}}=w_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot M_{i}\\cdot {\\frac {\\Delta n_{i}(t)}{\\nu _{i}\\cdot m_{ges}}}=w_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot M_{i}\\cdot {\\xi }^{\\prime \\prime }{(t)}}
Am schwierigsten ist die Herleitung der Stoffmengenanteil-Bilanz, da bei dieser in Zähler und Nenner die modifizierte Umsatzvariable (stoffmengenbezogen, konzentrationsbezogen, einheitslos) einfließt. Bei den anderen Bilanzen war die Größe im Nenner jeweils konstant gewesen (Volumen oder Gesamtmasse). Die Summenstoffmenge in dieser Bilanz verändert sich aber mit der Reaktionsdauer t.
`!`F33f`_`[Stoffmengenanteil`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenanteil]`_`f-Bilanz`! für Batchbetrieb:`:cite-ref-32[`F5bf`_`[31`#cite-note-32]`_`f] x i ( t ) = n i ( t ) n g e s ( t ) = n i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) n g e s , 0 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) {\\displaystyle x_{i}(t)={\\frac {n_{i}(t)}{n_{ges}(t)}}={\\frac {n_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\xi {(t)}}{n_{ges,0}+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\xi {(t)}}}}
Teilt man nun alle Terme in Zähler und Nenner durch die Anfangs-Summen-Stoffmenge nges,0 so folgt daraus:`:cite-ref-12-33-0[`F5bf`_`[32`#cite-note-12-33]`_`f]`:cite-ref-34[`F5bf`_`[33`#cite-note-34]`_`f]
x i ( t ) = n i , 0 n g e s , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) n g e s , 0 n g e s , 0 n g e s , 0 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) n g e s , 0 = x i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ′ ( t ) 1 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ′ ( t ) {\\displaystyle x_{i}(t)={\\frac {{\\frac {n_{i,0}}{n_{ges,0}}}+\\nu _{i}\\cdot {\\frac {\\xi {(t)}}{n_{ges,0}}}}{{\\frac {n_{ges,0}}{n_{ges,0}}}+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot {\\frac {\\xi {(t)}}{n_{ges,0}}}}}={\\frac {x_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot {\\xi }^{\\prime }{(t)}}{1+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot {\\xi }^{\\prime }{(t)}}}}
Wie man sieht, hat man es einmal mit der „normalen“ Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } und im anderen Falle mit der stoffmengenspezifischen Umsatzvariable ξ ξ ′ ′ {\\displaystyle {\\xi }^{\\prime }} in diesen Gleichungen zu tun. Letztere ist auf die Summen-Anfangsstoffmenge bezogen (rechter Teil).
Es ist noch möglich, den Gleichungsteil mit den Stoffmengen(quotienten) jeweils in Zähler und Nenner der Teilbrüche durch das konstante Volumen zu teilen. Aus Stoffmengen werden so Stoffmengenkonzentrationen. Aus der normalen Umsatzvariable wird nun die volumenbezogene (soweit man auch diesen Teilbruch mit dem Kehrwert des Volumens in Zähler und Nenner erweitert). Es gibt also verschiedene Versionen dieser Gleichung, die alle gleichwertig sind. Der Quotient von Einzelkonzentration ci zur molaren Summenkonzentration cges ist ebenfalls der Stoffmengenanteil:
x i = n i n g e s = c i c g e s {\\displaystyle x_{i}={\\frac {n_{i}}{n_{ges}}}={\\frac {c_{i}}{c_{ges}}}}
Zu den Versionen der Stoffmengenanteil-Bilanzgleichung gehört auch:
x i ( t ) = x i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) / V n g e s , 0 / V 1 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) / V n g e s , 0 / V = x i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ Φ Φ ( t ) c g e s , 0 1 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ Φ Φ ( t ) c g e s , 0 {\\displaystyle x_{i}(t)={\\frac {x_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot {\\frac {\\xi {(t)}/V}{n_{ges,0}/V}}}{1+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot {\\frac {\\xi {(t)}/V}{n_{ges,0}/V}}}}={\\frac {x_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot {\\frac {\\Phi {(t)}}{c_{ges,0}}}}{1+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot {\\frac {\\Phi {(t)}}{c_{ges,0}}}}}}
So wurde also die volumenbezogene Umsatzvariable Φ Φ {\\displaystyle \\Phi } in die Gleichung eingeführt.
>>>>Summenbilanzen aller Reaktionsteilnehmer i
So wie für jede an einer chemischen Reaktion teilnehmende Einzelsubstanz eine eigene Bilanzgleichung aufgestellt werden kann, ist es möglich diese Bilanzen aller Reaktionsteilnehmer zu einer Summenbilanz zusammenzufassen. Dazu werden faktisch die Einzelbilanzen summiert.
`!Summen-Stoffmengenbilanz`! für Batchbetrieb:`:cite-ref-1-4-4[`F5bf`_`[3`#cite-note-1-4]`_`f]
∑ ∑ i n i ( t ) = ∑ ∑ i n i , 0 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) {\\displaystyle \\sum _{i}n_{i}(t)=\\sum _{i}n_{i,0}+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\xi {(t)}} bzw. n g e s ( t ) = n g e s , 0 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ( t ) {\\displaystyle n_{ges}(t)=n_{ges,0}+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\xi {(t)}}
Teilen durch das konstante Volumen V (volumenkonstante Reaktion !) führt zur `!Summen-Stoffmengenkonzentration-Bilanz`! für Batchbetrieb:
∑ ∑ i c i ( t ) = ∑ ∑ i c i , 0 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ Φ Φ ( t ) {\\displaystyle \\sum _{i}c_{i}(t)=\\sum _{i}c_{i,0}+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\Phi {(t)}} bzw. c g e s ( t ) = c g e s , 0 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ Φ Φ ( t ) {\\displaystyle c_{ges}(t)=c_{ges,0}+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\Phi {(t)}}
>>>Bilanzgleichungen für eine Gleichgewichtsreaktion
Aus den Definitionen von maximaler (theoretischer) Umsatzvariable ξ ξ m a x {\\displaystyle \\xi _{max}} (der Hinreaktion) und des Reaktionsgrades α α {\\displaystyle \\alpha } (der Gleichgewichtsreaktion) lassen sich folgende Bilanzgleichungen durch Substitution und Umstellen der Gleichungen aufstellen`:cite-ref-35[`F5bf`_`[34`#cite-note-35]`_`f]:
n i , G G = n i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ G G = n i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ α α G G ⋅ ⋅ ξ ξ m a x {\\displaystyle n_{i,GG}=n_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\xi _{GG}=n_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\alpha _{GG}\\cdot \\xi _{max}}
Teilen der Gleichung durch das konstante Volumen (für volumenkonstante Reaktionen) liefert:
c i , G G = c i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ Φ Φ G G = c i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ α α G G ⋅ ⋅ Φ Φ m a x {\\displaystyle c_{i,GG}=c_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\Phi _{GG}=c_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\alpha _{GG}\\cdot \\Phi _{max}}
Die Gleichungen beschreiben also nicht Hinreaktion und Rückreaktion einzeln, sondern als Gesamtsystem (Blackbox). Ausgangsstoffe und Produkte können (als i) berechnet werden von t=0 bis zum Zeitpunkt der Gleichgewichtseinstellung. Die stöchiometrischen Koeffizienten der Ausgangsstoffe sind negativ einzusetzen. Die theoretischen Maximalwerte der genutzten Umsatzvariable werden aber aus den Anfangs-Stoffmengen oder Anfangs-Konzentrationen (der Zeit t=0) der Ausgangsstoffe der produktbildenden Hinreaktion berechnet und betreffen daher die Hinreaktion.
>>>Mehrere Reaktionen laufen gleichzeitig im Reaktionsvolumen ab
>>>>Bilanzierung eines komplexen Reaktionssystems
Von einem komplexen Reaktionssystem spricht man, wenn simultan mehrere Reaktionen j ablaufen. Die nachfolgenden Bilanzen gelten für ein geschlossenes System, also den `F33f`_`[Batchbetrieb`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Batchbetrieb]`_`f (Becherglas, diskontinuierlicher Rührkessel etc.).
Da für eine einzelne unabhängige Reaktion j für die Stoffmengenänderung des Stoffes A durch chemische Reaktion (Stoffmengendifferenz) gilt:
Δ Δ n A ( t ) = ν ν A , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) {\\displaystyle \\Delta n_{A}(t)=\\nu _{A,j}\\cdot \\xi _{j}(t)}
setzt sich die Stoffmengenänderung additiv aus 3 Teilen zusammen unter Berücksichtigung der stöchiometrischen Koeffizienten des Stoffes A für diese Reaktionen j, falls A an drei Reaktionen gleichzeitig teilnimmt:
Δ Δ n A , g e s ( t ) = Δ Δ n A , 1 ( t ) + Δ Δ n A , 2 ( t ) + Δ Δ n A , 3 ( t ) = ν ν A , 1 ⋅ ⋅ ξ ξ 1 ( t ) + ν ν A , 2 ⋅ ⋅ ξ ξ 2 ( t ) + ν ν A , 3 ⋅ ⋅ ξ ξ 3 ( t ) {\\displaystyle \\Delta n_{A,ges}(t)=\\Delta n_{A,1}(t)+\\Delta n_{A,2}(t)+\\Delta n_{A,3}(t)=\\nu _{A,1}\\cdot \\xi _{1}(t)+\\nu _{A,2}\\cdot \\xi _{2}(t)+\\nu _{A,3}\\cdot \\xi _{3}(t)}
Daher gilt allgemeingültig:
1) n i ( t ) = n i , 0 + Δ Δ n i , g e s ( t ) = n i , 0 + ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) ) {\\displaystyle n_{i}(t)=n_{i,0}+\\Delta n_{i,ges}(t)=n_{i,0}+\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}(t))} `*`F33f`_`[Stoffmengenbilanz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmenge]`_`f des Stoffes i`* wenn er an mehreren Reaktionen j beteiligt ist
Da diese Stoffmengen-Einzelbilanz allgemeine Gültigkeit hat, hat auch ihre Aufsummation über alle Reaktanden i, also die Summen-Stoffmengenbilanz, allgemeine Gültigkeit:
1S) n g e s ( t ) = ∑ ∑ i n i ( t ) = ∑ ∑ i n i , 0 + ∑ ∑ i ( ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) ) ) = n g e s , 0 + ∑ ∑ i ( ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) ) ) {\\displaystyle n_{ges}(t)=\\sum _{i}n_{i}(t)=\\sum _{i}n_{i,0}+\\sum _{i}(\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}(t)))=n_{ges,0}+\\sum _{i}(\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}(t)))} Summen-Stoffmengenbilanz über alle Reaktanden i des Reaktionssystems
Für den Fall, dass das Volumen V konstant ist, gilt in Analogie:
2) c i ( t ) = c i , 0 + Δ Δ c i , g e s ( t ) = c i , 0 + ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ Φ Φ j ( t ) ) {\\displaystyle c_{i}(t)=c_{i,0}+\\Delta c_{i,ges}(t)=c_{i,0}+\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\Phi _{j}(t))} `*`F33f`_`[Konzentrationsbilanz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenkonzentration]`_`f`* für konstantes Volumen
sowie als Summenbilanz:
2S) c g e s ( t ) = ∑ ∑ i c i ( t ) = ∑ ∑ i c i , 0 + ∑ ∑ i ( ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ Φ Φ j ( t ) ) ) = c g e s , 0 + ∑ ∑ i ( ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ Φ Φ j ( t ) ) ) {\\displaystyle c_{ges}(t)=\\sum _{i}c_{i}(t)=\\sum _{i}c_{i,0}+\\sum _{i}(\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\Phi _{j}(t)))=c_{ges,0}+\\sum _{i}(\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\Phi _{j}(t)))} `*Summen-Konzentrationsbilanz`* über alle Reaktanden i für konstantes Volumen
n g e s , 0 {\\displaystyle n_{ges,0}} und c g e s , 0 {\\displaystyle c_{ges,0}} sind Anfangs-Summenstoffmenge und Anfangs-Summenkonzentration über alle Reaktanden i.
`*`F33f`_`[Massenkonzentration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenkonzentration]`_`f-Bilanz (Partialdichte-Bilanz):`*
3) ρ ρ i ( t ) = ρ ρ i , 0 + M i ⋅ ⋅ ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ Φ Φ j ( t ) ) {\\displaystyle \\rho _{i}(t)=\\rho _{i,0}+M_{i}\\cdot \\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\Phi _{j}(t))} Die Partialdichte-Bilanz hat nur für konstantes Volumen Gültigkeit. Eine Summenbilanz ist eigentlich nicht nötig, denn sie liefert die Summendichte (`F33f`_`[Dichte`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dichte]`_`f, Massendichte). Mi ist die `F33f`_`[Molare Masse`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Molare_Masse]`_`f des Stoffes i.
`*`F33f`_`[Massenanteil`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenanteil]`_`f-Bilanz:`*
4) w i ( t ) = w i , 0 + M i m g e s ⋅ ⋅ ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) ) = w i , 0 + M i ⋅ ⋅ ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ″ ( t ) ) {\\displaystyle w_{i}(t)=w_{i,0}+{\\frac {M_{i}}{m_{ges}}}\\cdot \\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}(t))=w_{i,0}+M_{i}\\cdot \\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}^{''}(t))} Die Massenanteil-Bilanz hat allgemeine Gültigkeit. Eine Summenbilanz ist nicht nötig, da die Summe aller Massenanteile über alle Reaktanden i zu jeder Zeit t Eins ist. Mi ist die Molare Masse des Stoffes i.
`*`F33f`_`[Stoffmengenanteil`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenanteil]`_`f-Bilanz:`*
5) x i ( t ) = x i , 0 + ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ′ ( t ) ) 1 + ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ′ ( t ) ) {\\displaystyle x_{i}(t)={\\frac {x_{i,0}+\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}^{'}(t))}{1+\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}^{'}(t))}}} allgemeingültige Stoffmengenanteil-Bilanz für mehrere Reaktionen j des Reaktanden i. Eine Summenbilanz ist nicht nötig, da die Summe aller Stoffmengenanteile x über alle Reaktanden i zu jeder Zeit t Eins ist.
Die Bilanzgleichung 1) entsteht auch durch nachfolgend genannte Integration einer differentiell kleinen Stoffmenge des Reaktanden i (summarisch über alle Reaktionen j)`:cite-ref-36[`F5bf`_`[35`#cite-note-36]`_`f]:
∫ ∫ n i , 0 n i ( t ) d n i = ∫ ∫ ξ ξ 0 = 0 ξ ξ ( t ) ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ d ξ ξ j ) = Δ Δ n i ( t ) = n i ( t ) − − n i , 0 = ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) ) {\\displaystyle \\int _{n_{i,0}}^{n_{i}(t)}dn_{i}=\\int _{\\xi _{0}=0}^{\\xi (t)}\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot d\\xi _{j})=\\Delta n_{i}(t)=n_{i}(t)-n_{i,0}=\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}(t))}
Jeder Summand wird einzeln integriert. Die stöchiometrischen Koeffizienten können als Konstante vor jedes Integral ihrer Reaktion vorgezogen werden.
>>>>Beispiel zur Erstellung einer Stoffmengenbilanz unter Nutzung der Stöchiometrischen Matrix für ein komplexes Reaktionssystem
Hier soll nachfolgend die `F33f`_`[Stöchiometrische Matrix`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stöchiometrische_Matrix]`_`f aufgestellt und genutzt werden. Beispielsweise sollen hier 6 bekannte Reaktionen simultan ablaufen`:cite-ref-37[`F5bf`_`[36`#cite-note-37]`_`f]:
1) 1 A + 2 B ⟶ ⟶ 1 C {\\displaystyle 1\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;1\\mathrm {C} }
2) 1 C ⟶ ⟶ 1 A + 2 B {\\displaystyle 1\\mathrm {C} \\;\\longrightarrow \\;1\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} }
3) 2 A + 2 B ⟶ ⟶ 1 D + 1 E {\\displaystyle 2\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;1\\mathrm {D} +1\\mathrm {E} }
4) 1 D + 1 E ⟶ ⟶ 2 A + 2 B {\\displaystyle 1\\mathrm {D} +1\\mathrm {E} \\;\\longrightarrow \\;2\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} }
5) 1 A + 3 B ⟶ ⟶ 1 D + 1 F {\\displaystyle 1\\mathrm {A} +3\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;1\\mathrm {D} +1\\mathrm {F} }
6) 1 D + 1 F ⟶ ⟶ 1 A + 3 B {\\displaystyle 1\\mathrm {D} +1\\mathrm {F} \\;\\longrightarrow \\;1\\mathrm {A} +3\\mathrm {B} }
Wie man an den obigen chemischen `F33f`_`[Reaktionsgleichungen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktionsgleichung]`_`f sieht, sind jeweils zwei Gleichungen als `F33f`_`[Gleichgewichtsreaktion`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gleichgewichtsreaktion]`_`f zusammengehörig:
• 1) und 2)
• 3) und 4)
• 5) und 6)
Sie können daher nicht alle von einander `F33f`_`["unabhängig"`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Lineare_Unabhängigkeit]`_`f sein. Eine Reduzierung der Anzahl der Gleichungen ist daher sinnvoll und möglich. Welche der genannten Reaktionsgleichungen letztendlich als unabhängige verbleiben ist faktisch eine zufällige oder willkürliche Entscheidung, die vom Ergebnis des Gaußschen Verfahrens abhängt.
`!Nimmt ein Stoff/Reaktand i nicht an der Reaktion j teil, so ist sein stöchiometrischer Koeffizient für diese Reaktion j in der Koeffizientenmatrix mit Null anzusetzen. Dies gilt generell für `F33f`_`[Inertstoffe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Inert]`_`f, falls diese mit bilanziert werden müssen. Ein Inertstoff hat in jeder Reaktion den stöchiometrischen Koeffizienten Null.`!
`t
| | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Reaktion j | A | B | C | D | E | F |
| 1) | -1 | -2 | +1 | 0 | 0 | 0 |
| 2) | +1 | +2 | -1 | 0 | 0 | 0 |
| 3) | -2 | -2 | 0 | +1 | +1 | 0 |
| 4) | +2 | +2 | 0 | -1 | -1 | 0 |
| 5) | -1 | -3 | 0 | +1 | 0 | +1 |
| 6) | +1 | +3 | 0 | -1 | 0 | -1 |
`t
Nun erfolgt die lineare Vereinfachung mit dem `F33f`_`[Gaußschen Algorithmus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gaußscher_Algorithmus]`_`f. Im Beispiel durch Addition von Zeilen (Reaktionen bzw. von deren stöchiometrischen Koeffizienten).
`t
| | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Reaktion j | A | B | C | D | E | F | Hinweise |
| 1) | -1 | -2 | +1 | 0 | 0 | 0 | bleibt (unabhängige Reaktion) |
| 2+1) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | fällt weg (Reaktion 2) |
| 3) | -2 | -2 | 0 | +1 | +1 | 0 | bleibt (unabhängige Reaktion) |
| 4+3) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | fällt weg (Reaktion 4) |
| 5) | -1 | -3 | 0 | +1 | 0 | +1 | bleibt (unabhängige Reaktion) |
| 6+5) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | fällt weg (Reaktion 6) |
`t
Ergebnis der Bearbeitung:
`t
| | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i | Reaktand i |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Reaktion j | A | B | C | D | E | F |
| 1) | -1 | -2 | +1 | 0 | 0 | 0 |
| 3) | -2 | -2 | 0 | +1 | +1 | 0 |
| 5) | -1 | -3 | 0 | +1 | 0 | +1 |
`t
Es verbleiben also im Beispiel nur drei Reaktionen als `F33f`_`[linear unabhängige`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Lineare_Unabhängigkeit]`_`f Reaktionen. Der `F33f`_`[Rang der Koeffizientenmatrix`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Rang_einer_Matrix]`_`f ist daher r=3.
`t
| | stöchiometrischer Koeffizient der Reaktion j | stöchiometrischer Koeffizient der Reaktion j | stöchiometrischer Koeffizient der Reaktion j | Stoffmengenbilanz |
|---|---|---|---|---|
| Stoff i | j=1 | j=3 | j=5 | |
| A | -1 | -2 | -1 | n ˙ A ( t ) = n ˙ A , 0 − 1 ⋅ ξ ˙ 1 ( t ) − 2 ⋅ ξ ˙ 3 ( t ) − 1 ⋅ ξ ˙ 5 ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{A}(t)={\\dot {n}}_{A,0}-1\\cdot {\\dot {\\xi }}_{1}(t)-2\\cdot {\\dot {\\xi }}_{3}(t)-1\\cdot {\\dot {\\xi }}_{5}(t)} |
| B | -2 | -2 | -3 | n ˙ B ( t ) = n ˙ B , 0 − 2 ⋅ ξ ˙ 1 ( t ) − 2 ⋅ ξ ˙ 3 ( t ) − 3 ⋅ ξ ˙ 5 ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{B}(t)={\\dot {n}}_{B,0}-2\\cdot {\\dot {\\xi }}_{1}(t)-2\\cdot {\\dot {\\xi }}_{3}(t)-3\\cdot {\\dot {\\xi }}_{5}(t)} |
| C | +1 | 0 | 0 | n ˙ C ( t ) = n ˙ C , 0 + 1 ⋅ ξ ˙ 1 ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{C}(t)={\\dot {n}}_{C,0}+1\\cdot {\\dot {\\xi }}_{1}(t)} |
| D | 0 | +1 | +1 | n ˙ D ( t ) = n ˙ D , 0 + 1 ⋅ ξ ˙ 3 ( t ) + 1 ⋅ ξ ˙ 5 ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{D}(t)={\\dot {n}}_{D,0}+1\\cdot {\\dot {\\xi }}_{3}(t)+1\\cdot {\\dot {\\xi }}_{5}(t)} |
| E | 0 | +1 | 0 | n ˙ E ( t ) = n ˙ E , 0 + 1 ⋅ ξ ˙ 3 ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{E}(t)={\\dot {n}}_{E,0}+1\\cdot {\\dot {\\xi }}_{3}(t)} |
| F | 0 | 0 | +1 | n ˙ F ( t ) = n ˙ F , 0 + 1 ⋅ ξ ˙ 5 ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{F}(t)={\\dot {n}}_{F,0}+1\\cdot {\\dot {\\xi }}_{5}(t)} |
| | | | | |
| Summierung (Summen-Stoffmengenbilanz) | | | | n ˙ g e s ( t ) = n ˙ g e s , 0 − 2 ⋅ ξ ˙ 1 ( t ) − 2 ⋅ ξ ˙ 3 ( t ) − 2 ⋅ ξ ˙ 5 ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{ges}(t)={\\dot {n}}_{ges,0}-2\\cdot {\\dot {\\xi }}_{1}(t)-2\\cdot {\\dot {\\xi }}_{3}(t)-2\\cdot {\\dot {\\xi }}_{5}(t)} |
`t
Das genannte Beispiel, aus Urheberrechtsgründen verallgemeinert, ist eine nicht-volumenbeständige bekannte Reaktion von Gasen, die im `F33f`_`[kontinuierlichen Betrieb`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kontinuierlicher_Betrieb]`_`f (Fliessbetrieb) in der Chemieindustrie durchgeführt wird. Daher wurde die Stoffmengenbilanz mit Molenströmen, also mit Zeitbezug, aufgestellt. Faktisch reagieren hier die Stoffe `F33f`_`[Kohlenmonoxid`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kohlenmonoxid]`_`f, (molekularer) `F33f`_`[Wasserstoff`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wasserstoff]`_`f, `F33f`_`[Methanol`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Methanol]`_`f, `F33f`_`[Methan`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Methan]`_`f, `F33f`_`[Kohlendioxid`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kohlendioxid]`_`f und `F33f`_`[Wasser`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wasser]`_`f (im Beispiel A bis F) als Gase/Dämpfe mit einander.
Schlüsselkomponente der Reaktion 1) ist C (Methanol). Für Reaktion 3) ist es E (Kohlendioxid). Für Reaktion 5) ist die Schlüsselkomponente F (Wasser).
Teilen aller `F33f`_`[Terme`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Term]`_`f obiger Bilanzgleichungen durch den `F33f`_`[Massenstrom`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenstrom]`_`f m ˙ ˙ g e s {\\displaystyle {\\dot {m}}_{ges}} oder durch den Anfangs-Summen-Molenstrom n ˙ ˙ g e s , 0 {\\displaystyle {\\dot {n}}_{ges,0}} liefert die Bilanzgleichungen mit den modifizierten Umsatzvariablen.
>>>>Verhältnis von Umsatzvariablen mehrerer Reaktionen zu einer Zeit
Da zu einer Zeit t die verschieden definierten Umsatzvariablen einer Reaktion j unterschiedlich große Zahlenwerte haben, ist es nur möglich sie relativ, also normiert, zu vergleichen (in Relation zu setzen):
Für drei simultan ablaufende Reaktionen kann man daher beispielsweise ansetzen`:cite-ref-38[`F5bf`_`[37`#cite-note-38]`_`f]:
ξ ξ 1 ξ ξ 2 : ξ ξ 2 ξ ξ 2 : ξ ξ 3 ξ ξ 2 = ξ ξ 1 ′ ξ ξ 2 ′ : ξ ξ 2 ′ ξ ξ 2 ′ : ξ ξ 3 ′ ξ ξ 2 ′ = ξ ξ 1 ″ ξ ξ 2 ″ : ξ ξ 2 ″ ξ ξ 2 ″ : ξ ξ 3 ″ ξ ξ 2 ″ = (Wert der Reaktion 1 relativ) : 1 : (Wert der Reaktion 3 relativ) {\\displaystyle {\\frac {\\xi _{1}}{\\xi _{2}}}:{\\frac {\\xi _{2}}{\\xi _{2}}}:{\\frac {\\xi _{3}}{\\xi _{2}}}={\\frac {\\xi _{1}^{'}}{\\xi _{2}^{'}}}:{\\frac {\\xi _{2}^{'}}{\\xi _{2}^{'}}}:{\\frac {\\xi _{3}^{'}}{\\xi _{2}^{'}}}={\\frac {\\xi _{1}^{''}}{\\xi _{2}^{''}}}:{\\frac {\\xi _{2}^{''}}{\\xi _{2}^{''}}}:{\\frac {\\xi _{3}^{''}}{\\xi _{2}^{''}}}={\\text{(Wert der Reaktion 1 relativ)}}:1:{\\text{(Wert der Reaktion 3 relativ)}}}
Bezugsreaktion ist im Beispiel die Reaktion 2.
>>>Weitere Hinweise zur Bilanzierung und der Berechnung der Umsatzvariablen
Oft wird die `F33f`_`[Massenanteil`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenanteil]`_`f-Bilanzgleichung in umgestellter Form angewendet:
w i ( t ) M i = w i , 0 M i + ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ″ ( t ) ) {\\displaystyle {\\frac {w_{i}(t)}{M_{i}}}={\\frac {w_{i,0}}{M_{i}}}+\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}^{''}(t))}
oder
Δ Δ w i ( t ) M i = w i ( t ) − − w i , 0 M i = ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ″ ( t ) ) {\\displaystyle {\\frac {\\Delta w_{i}(t)}{M_{i}}}={\\frac {w_{i}(t)-w_{i,0}}{M_{i}}}=\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}^{''}(t))}
Da Umsatzvariablen normalerweise aus Schlüsselkomponenten (S) einer Reaktion j berechnet werden, und Schlüsselkomponenten immer nur an einer Reaktion teilnehmen, gilt nun für die Bestimmung der massenbezogenen Umsatzvariablen aus den Messwerten der Schlüsselkomponente dieser Reaktion j:
ξ ξ j ″ ( t ) = Δ Δ w S ( t ) ν ν S , j ⋅ ⋅ M S = w S ( t ) − − w S , 0 ν ν S , j ⋅ ⋅ M S {\\displaystyle \\xi _{j}^{''}(t)={\\frac {\\Delta w_{S}(t)}{\\nu _{S,j}\\cdot M_{S}}}={\\frac {w_{S}(t)-w_{S,0}}{\\nu _{S,j}\\cdot M_{S}}}}
Die massenbezogene Umsatzvariable einer Reaktion j kann also berechnet werden, wenn Anfangs-Massenanteil (zur Zeit t=0) und End-Massenanteil (zur Zeit t) der Schlüsselkomponente dieser Reaktion bekannt sind/ gemessen wurden. Ist die Schlüsselkomponente ein Ausgangsstoff dieser Reaktion, ist der stöchiometrische Koeffizient negativ einzusetzen.
Liegen beispielsweise drei unabhängige Reaktionen j im Reaktionsvolumen vor, und zwei Umsatzvariablen zur Zeit t wurden bereits aus den Messwerten ihrer Schlüsselkomponenten berechnet, so kann die dritte Umsatzvariable dieser Zeit bereits durch Umstellen der aufgestellten einzelnen Stoffmengenbilanzen, Massenanteilbilanzen etc. eines einzelnen Reaktanden i berechnet werden. In diesem Falle werden die Messwerte der dritten Schlüsselkomponente nicht benötigt. Jedoch benötigt man dazu die Messwerte der bilanzierten Komponente i. Auch Summen-Stoffmengenbilanzen können dafür herangezogen werden.`:cite-ref-39[`F5bf`_`[38`#cite-note-39]`_`f]
Das Verhältnis in dem die Summenstoffmengen der Zeiten t und t=0 (Anfangs-Summenstoffmenge) stehen, kann auf Grundlage des `F33f`_`[Massenerhaltungssatzes`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenerhaltungssatz]`_`f hergeleitet werden`:cite-ref-40[`F5bf`_`[39`#cite-note-40]`_`f]:
n g e s ( t ) n g e s , 0 = ∑ ∑ i ( M i ⋅ ⋅ x i , 0 ) ∑ ∑ i ( M i ⋅ ⋅ x i ( t ) ) {\\displaystyle {\\frac {n_{ges}(t)}{n_{ges,0}}}={\\frac {\\sum _{i}(M_{i}\\cdot x_{i,0})}{\\sum _{i}(M_{i}\\cdot x_{i}(t))}}}
Es wird für Bilanzierungen benötigt. Die Summenterme in Zähler und Nenner können als mittlere Molare Masse des Reaktionssystems (Reaktionsgemisches) zu den Zeiten t=0 und t interpretiert werden, da die Molaren Massen der Stoffe i mit deren Stoffmengenanteilen "gewichtet" werden.
>>>Gültigkeitsbereich der Bilanzgleichungen
Bilanzgleichungen die das Volumen V (oder Stoffmengenkonzentrationen c) enthalten haben nur Gültigkeit für volumenkonstante chemische Reaktionen`:cite-ref-41[`F5bf`_`[40`#cite-note-41]`_`f]. Im Batchbetrieb muss also das tatsächliche Reaktionsvolumen (Volumen einer Lösung etc.) konstant sein. Das System ist hier ein geschlossenes. Im Fließbetrieb sind eintretender Volumenstrom und austretender Volumenstrom gleich groß, also konstant. Das System ist ein offenes.
Für den Fall, das die Reaktion nicht volumenkonstant ist, können die anderen Bilanzgleichungen ("normale" Umsatzvariable, stoffmengenbezogene Umsatzvariable sowie massenbezogene Umsatzvariable) noch angewendet werden. Da Masse und Massenstrom unveränderlich sind im Batchprozess bzw. Fließprozess ist leicht nachvollziehbar, dass diese Bilanzgleichungen und deren modifizierte Umsatzvariable allgemeine Gültigkeit haben. Hingegen gilt die volumenbezogene Umsatzvariable und deren Gleichung nur für konstantes Volumen oder konstanten Volumenstrom.
Nicht-volumenkonstante Gasreaktionen im `F33f`_`[Fließbetrieb`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kontinuierlicher_Betrieb]`_`f (kontinuierlicher Betrieb) dürfen daher nur mit der normalen Umsatzvariable, mit der stoffmengenbezogenen Umsatzvariable oder mit der massenbezogenen Umsatzvariable bilanziert werden.
>>>Bilanzierung des Volumens für den Batchbetrieb oder des Volumenstromes für den Fließbetrieb
Im Allgemeinen wird man versuchen, die Bilanzierung des Volumens zu vermeiden. Man beschränkt sich auf die Bilanzierung von `F33f`_`[Stoffmengen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmenge]`_`f n und `F33f`_`[Massen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Masse_(Physik)]`_`f m.
Ist es dennoch nötig eine nicht volumenkonstante Reaktion im `F33f`_`[Fließbetrieb`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kontinuierlicher_Betrieb]`_`f zu bilanzieren, so wird folgendes Modell für den `F33f`_`[Volumenstrom`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Volumenstrom]`_`f V ˙ ˙ {\\displaystyle {\\dot {V}}} angesetzt:
V ˙ ˙ ( t ) = V ˙ ˙ 0 ⋅ ⋅ ( 1 + ∑ ∑ j ( ϵ ϵ j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) ) ) {\\displaystyle {\\dot {V}}(t)={\\dot {V}}_{0}\\cdot (1+\\sum _{j}(\\epsilon _{j}\\cdot \\xi _{j}(t)))}
V ˙ ˙ 0 {\\displaystyle {\\dot {V}}_{0}} ist der Anfangs-Volumenstrom (zur Zeit t=0), somit eine Konstante. Die `F33f`_`[Epsilon`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Epsilon]`_`f-Konstanten (auch betitelt als "Koeffizient der Volumenänderung durch Reaktion") sind Modellkonstanten. Sie können positive (Volumenzunahme durch Reaktion) oder negative Zahlenwerte (Volumenabnahme durch Reaktion) haben. Jede Reaktion j des komplexen (oder einfachen) Reaktionssystems hat eine eigene Epsilon-Konstante.
Liegt nur eine einfache Einzelreaktion vor, kann die Berechnung mit dem [[Stöchiometrie#Umsatz (Xi)|Umsatz]] X eines Ausgangsstoffes (Au) ebenso durchgeführt werden:
V ˙ ˙ ( t ) = V ˙ ˙ 0 ⋅ ⋅ ( 1 + ϵ ϵ ⋅ ⋅ X A u ( t ) ) {\\displaystyle {\\dot {V}}(t)={\\dot {V}}_{0}\\cdot (1+\\epsilon \\cdot X_{Au}(t))}
Für diesen einfachen Fall kann der Wert der Modellkonstante ϵ ϵ {\\displaystyle \\epsilon } leicht ermittelt werden, da es nur eine Konstante gibt:
ϵ ϵ = ( V ˙ ˙ ( t ) V ˙ ˙ 0 − − 1 ) X A u ( t ) = ( V ˙ ˙ ( t ) / m ˙ ˙ g e s V ˙ ˙ 0 / m ˙ ˙ g e s − − 1 ) X A u ( t ) = ( ρ ρ 0 ρ ρ ( t ) − − 1 ) X A u ( t ) {\\displaystyle \\epsilon ={\\frac {({\\frac {{\\dot {V}}(t)}{{\\dot {V}}_{0}}}-1)}{X_{Au}(t)}}={\\frac {({\\frac {{\\dot {V}}(t)/{\\dot {m}}_{ges}}{{\\dot {V}}_{0}/{\\dot {m}}_{ges}}}-1)}{X_{Au}(t)}}={\\frac {({\\frac {\\rho _{0}}{\\rho (t)}}-1)}{X_{Au}(t)}}}
ρ ρ {\\displaystyle \\rho } ist die Dichte (Massendichte) und ρ ρ 0 {\\displaystyle \\rho _{0}} die Anfangs-Dichte zur Zeit t=0. Volumina und Dichten sind indirekt proportional zueinander. Die Zeit t entspricht im Fliessbetrieb der statistischen `F33f`_`[Verweilzeit`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verweilzeit]`_`f τ τ {\\displaystyle \\tau } im Reaktionsvolumen V R {\\displaystyle V_{R}} :
τ τ = V R V ˙ ˙ {\\displaystyle \\tau ={\\frac {V_{R}}{\\dot {V}}}}
Sie ist nicht frei wählbar, sondern hängt (bei konstantem Reaktorvolumen VR) vom Volumenstrom ab.
Die vorstehend genannten Modellgleichungen haben auch Gültigkeit für den `F33f`_`[Batchbetrieb`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Batchbetrieb]`_`f (diskontinuierlicher Betrieb) wenn man den Zeitbezug bei den Volumen weglässt. Aus Volumenströmen werden Volumina.`:cite-ref-42[`F5bf`_`[41`#cite-note-42]`_`f]`:cite-ref-43[`F5bf`_`[42`#cite-note-43]`_`f]
>>Herleitung integraler Bilanzgleichungen
>>>Differentiale von Umsatz und Umsatzvariablen
Die ersten `F33f`_`[Ableitungen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differentialrechnung]`_`f der Definitionsgleichungen von Umsatz X, Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } und modifizierten Umsatzvariablen haben fundamentale Bedeutung für die Schaffung integraler Konzentrations-Zeit-Gesetze mittels `F33f`_`[Integration durch Substitution`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Integration_durch_Substitution]`_`f (meist mit zusätzlicher Anwendung der `F33f`_`[Partialbruchzerlegung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partialbruchzerlegung]`_`f).
Bei der Integration mit Substitution müssen die auszutauschenden `F33f`_`[Differentiale`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differential_(Mathematik)]`_`f durch einen gleichwertigen Ausdruck ersetzt werden. Dazu werden die Ableitungen der folgenden Größen herangezogen:
`!Umsatz:`!
X i ( t ) = n i , 0 − − n i ( t ) n i , 0 = c i , 0 − − c i ( t ) c i , 0 {\\displaystyle X_{i}(t)={\\frac {n_{i,0}-n_{i}(t)}{n_{i,0}}}={\\frac {c_{i,0}-c_{i}(t)}{c_{i,0}}}} abgeleitet: d X i = 1 n i , 0 ⋅ ⋅ ( − − d n i ) = 1 c i , 0 ⋅ ⋅ ( − − d c i ) {\\displaystyle dX_{i}={\\frac {1}{n_{i,0}}}\\cdot (-dn_{i})={\\frac {1}{c_{i,0}}}\\cdot (-dc_{i})}
`!Umsatzvariable:`!
ξ ξ j ( t ) = n i ( t ) − − n i , 0 ν ν i {\\displaystyle \\xi _{j}(t)={\\frac {n_{i}(t)-n_{i,0}}{\\nu _{i}}}} abgeleitet: d ξ ξ j = 1 ν ν i ⋅ ⋅ d n i {\\displaystyle d\\xi _{j}={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot dn_{i}}
`!volumenbezogene Umsatzvariable:`!
Φ Φ j ( t ) = c i ( t ) − − c i , 0 ν ν i {\\displaystyle \\Phi _{j}(t)={\\frac {c_{i}(t)-c_{i,0}}{\\nu _{i}}}} abgeleitet: d Φ Φ j = 1 ν ν i ⋅ ⋅ d c i {\\displaystyle d\\Phi _{j}={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot dc_{i}}
Die stöchiometrischen Koeffizienten der Ausgangsstoffe sind negativ einzusetzen. Die betrachteten Stoffe sind mit Indice "i" betitelt. Die betrachtete unabhängige Einzelreaktion (Hinreaktion) an der sie teilnehmen ist mit Indice "j" betitelt. Der Umsatz X ist nur für Ausgangsstoffe anwendbar, ist auf einen Ausgangsstoff i bezogen und kann auch mehrere unabhängige Einzelreaktionen (j) umfassen.
Dies lässt sich wie folgt (für eine unabhängige Einzelreaktion j) zusammenfassen:
• allgemeingültig:
d n i = ν ν i ⋅ ⋅ d ξ ξ j = n i , 0 ⋅ ⋅ ( − − d X i ) {\\displaystyle dn_{i}=\\nu _{i}\\cdot d\\xi _{j}=n_{i,0}\\cdot (-dX_{i})}
• und für konstantes Volumen (volumenkonstante Reaktion):
d c i = 1 V ⋅ ⋅ d n i = ν ν i V ⋅ ⋅ d ξ ξ j = n i , 0 V ⋅ ⋅ ( − − d X i ) = c i , 0 ⋅ ⋅ ( − − d X i ) = ν ν i ⋅ ⋅ d Φ Φ j {\\displaystyle dc_{i}={\\frac {1}{V}}\\cdot dn_{i}={\\frac {\\nu _{i}}{V}}\\cdot d\\xi _{j}={\\frac {n_{i,0}}{V}}\\cdot (-dX_{i})=c_{i,0}\\cdot (-dX_{i})=\\nu _{i}\\cdot d\\Phi _{j}}
Der Proportionalitätsfaktor (Konstante) zwischen zwei betrachteten Differentialen fließt dann mit in die `F33f`_`[Integration durch Substitution`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Integration_durch_Substitution]`_`f ein.
Elementare Grundlage zur Erstellung der integralen Konzentrations-Zeit-Bilanz stellt die differentielle Definition der Reaktionsgeschwindigkeit r dar:
r = f(c,p,T) = 1 ν ν i ⋅ ⋅ V ⋅ ⋅ d n i d t = 1 ν ν i ⋅ ⋅ d c i d t = 1 V ⋅ ⋅ d ξ ξ j d t = d Φ Φ j d t {\\displaystyle r={\\text{f(c,p,T)}}={\\frac {1}{\\nu _{i}\\cdot V}}\\cdot {\\frac {dn_{i}}{dt}}={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot {\\frac {dc_{i}}{dt}}={\\frac {1}{V}}\\cdot {\\frac {d\\xi _{j}}{dt}}={\\frac {d\\Phi _{j}}{dt}}}
>>>Fundamentaler integraler Ansatz
Aus den schon genannten Differentialen der (integralen) Definitionsgleichungen von Umsatz oder Fortschreitungsgrad folgt beispielsweise`:cite-ref-44[`F5bf`_`[43`#cite-note-44]`_`f]`:cite-ref-45[`F5bf`_`[44`#cite-note-45]`_`f]:
∫ ∫ n i , 0 n i ( t ) d n i = ν ν i ⋅ ⋅ ∫ ∫ ξ ξ j = 0 ξ ξ j ( t ) d ξ ξ j = n i ( t ) − − n i , 0 = ν ν i , j ⋅ ⋅ ( ξ ξ j ( t ) − − 0 ) = ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) {\\displaystyle \\int _{n_{i,0}}^{n_{i}(t)}dn_{i}=\\nu _{i}\\cdot \\int _{\\xi _{j}=0}^{\\xi _{j}(t)}d\\xi _{j}=n_{i}(t)-n_{i,0}=\\nu _{i,j}\\cdot (\\xi _{j}(t)-0)=\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}(t)} gilt für Reaktion in einem abgeschlossenen System, dem keine Stoffmenge über die Systemgrenze hinweg zugeführt, oder abgeführt wird. Die Stoffmengenänderung eines Reaktanden i entspricht daher der Stoffmengenänderung durch chemische Reaktion.
Hier ist i der betrachtete Stoff der an der Reaktion j teilnimmt. Es findet also nur eine Reaktion statt, an der i teilnimmt. Für konstantes Volumen kann obige Gleichung umgeschrieben werden:
1 V ⋅ ⋅ ∫ ∫ n i , 0 n i ( t ) d n i = ∫ ∫ c i , 0 c i ( t ) d c i = ν ν i V ⋅ ⋅ ∫ ∫ ξ ξ j = 0 ξ ξ j ( t ) d ξ ξ j = ν ν i ⋅ ⋅ ∫ ∫ Φ Φ j = 0 Φ Φ j ( t ) d Φ Φ j {\\displaystyle {\\frac {1}{V}}\\cdot \\int _{n_{i,0}}^{n_{i}(t)}dn_{i}=\\int _{c_{i,0}}^{c_{i}(t)}dc_{i}={\\frac {\\nu _{i}}{V}}\\cdot \\int _{\\xi _{j}=0}^{\\xi _{j}(t)}{d\\xi _{j}}={\\nu _{i}}\\cdot \\int _{\\Phi _{j}=0}^{\\Phi _{j}(t)}{d\\Phi _{j}}}
Hier lautet die Lösung der bestimmten Integrale (für konstantes Volumen) also:
1 V ⋅ ⋅ ( n i ( t ) − − n i , 0 ) = c i ( t ) − − c i , 0 = ν ν i , j V ⋅ ⋅ ( ξ ξ j ( t ) − − 0 ) = ν ν i , j ⋅ ⋅ ( Φ Φ j ( t ) − − 0 ) {\\displaystyle {\\frac {1}{V}}\\cdot (n_{i}(t)-n_{i,0})=c_{i}(t)-c_{i,0}={\\frac {\\nu _{i,j}}{V}}\\cdot (\\xi _{j}(t)-0)=\\nu _{i,j}\\cdot (\\Phi _{j}(t)-0)}
Zum Zeitpunkt t=0 wurde noch keine Stoffmenge umgesetzt. Die Fortschreitungsgrade müssen hier also Null sein (untere Integrationsgrenze). Zu jeder späteren Zeit wurde Stoffmenge umgesetzt. Stoffmengen und Stoffmengenkonzentrationen von Ausgangsstoffen nehmen ab. Der stöchiometrische Koeffizient ν ν i , j {\\displaystyle \\nu _{i,j}} für Ausgangsstoffe ist negativ einzusetzen, da Fortschreitungsgrade konventionsgemäß nur positive Werte haben (das Integral hat eine positive Fläche !).
Die unbestimmten Integrale (Stammfunktion) lauten also formell:
n i + C = ν ν i , j ⋅ ⋅ ξ ξ j + C {\\displaystyle n_{i}+{C}=\\nu _{i,j}\\cdot \\xi _{j}+{C}} (allgemeingültig für eine ablaufende Reaktion j)
sowie
c i + C = ν ν i , j ⋅ ⋅ Φ Φ j + C {\\displaystyle c_{i}+{C}=\\nu _{i,j}\\cdot \\Phi _{j}+C} (gültig für eine einzige Reaktion j bei Volumenkonstanz)
C ist eine `F33f`_`[Integrationskonstante`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Integrationskonstante]`_`f. Das kleine ci ist die `F33f`_`[Stoffmengenkonzentration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenkonzentration]`_`f. Der `F33f`_`[stöchiometrische Koeffizient`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stöchiometrische_Zahl]`_`f ν ν i {\\displaystyle \\nu _{i}} ist also jeweils Proportionalitätsfaktor (Konstante) zwischen den betrachteten zwei Größen.
Bei der Integration kann die maximal mögliche obere Integrationsgrenze (Zeit, Fortschreitungsgrad, volumenbezogener Fortschreitungsgrad, Stoffmenge) den maximal möglichen Fortschreitungsgrad (je nach Anfangskonzentrationen der Ausgangsstoffe) nicht übersteigen, da sonst rechnerisch die Stoffmengen(konzentrationen) der Ausgangsstoffe formell negativ werden. Real gibt es aber keine negativen Stoffmengen(konzentrationen).
Beim Erreichen des maximal möglichen Fortschreitungsgrades ist die Reaktion beendet. Mindestens einer der Ausgangsstoffe ist vollständig verbraucht, seine Stoffmengenkonzentration ist nun Null. Die Stoffmengenkonzentration der Reaktionsprodukte hat hingegen ihr mögliches Maximum erreicht.
>>>Reaktionskinetisches Modell (Potenzmodell) als Grundlage der Integration
Je nachdem, ob ein, zwei oder sogar drei `F33f`_`[Ausgangsstoffe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Edukt]`_`f vorliegen in der `F33f`_`[Reaktionsgleichung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktionsgleichung]`_`f wird ein leicht verändertes Modell der `F33f`_`[chemischen Kinetik`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kinetik_(Chemie)]`_`f angesetzt.
`!Für einen Ausgangsstoff (A) lautet es für die (beispielhafte) Reaktionsgleichung mit dem Reaktionsprodukt C:`!
ν ν A A ⟶ ⟶ ν ν C C {\\displaystyle \\mathrm {\\nu _{A}\\ A\\longrightarrow \\nu _{C}\\ C} }
r = 1 | ν ν A | ( − − d c A ) d t = 1 ν ν C d c C d t = d Φ Φ d t = k ⋅ ⋅ ( c A ) a {\\displaystyle r={\\frac {1}{|\\nu _{A}|}}{\\frac {(-dc_{A})}{dt}}={\\frac {1}{\\nu _{C}}}{\\frac {dc_{C}}{dt}}={\\frac {d\\Phi }{dt}}=k\\cdot (c_{A})^{a}}
`!sowie für zwei Ausgangsstoffe (A und B):`!`:cite-ref-46[`F5bf`_`[45`#cite-note-46]`_`f]
ν ν A A + ν ν B B ⟶ ⟶ ν ν C C {\\displaystyle \\mathrm {\\nu _{A}\\ A+\\nu _{B}\\ B\\longrightarrow \\nu _{C}\\ C} }
r = 1 | ν ν A | ( − − d c A ) d t = 1 | ν ν B | ( − − d c B ) d t = 1 ν ν C d c C d t = d Φ Φ d t = k ⋅ ⋅ ( c A ) a ⋅ ⋅ ( c B ) b {\\displaystyle r={\\frac {1}{|\\nu _{A}|}}{\\frac {(-dc_{A})}{dt}}={\\frac {1}{|\\nu _{B}|}}{\\frac {(-dc_{B})}{dt}}={\\frac {1}{\\nu _{C}}}{\\frac {dc_{C}}{dt}}={\\frac {d\\Phi }{dt}}=k\\cdot (c_{A})^{a}\\cdot (c_{B})^{b}}
Stoff A {\\displaystyle A} ist in beiden Fällen die Bezugskomponente der Bilanzierung. Die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante k hat in älterer Literatur daher einen tiefgestellten Index A {\\displaystyle A} . Das `F33f`_`[Differential`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differential_(Mathematik)]`_`f der `F33f`_`[Stoffmengenkonzentration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenkonzentration]`_`f d c A {\\displaystyle dc_{A}} ist also das des Bezugsstoffes A. Die Exponenten a {\\displaystyle a} und b {\\displaystyle b} (oft auch m und n betitelt; m ist aber in Bilanzierungen die Masse und n die Stoffmenge, was hier unpraktisch wäre) sind ebenso wie k {\\displaystyle k} Modellkonstanten und müssen in einem chemischen Versuch bestimmt werden.
Die Exponenten a {\\displaystyle a} und b {\\displaystyle b} können mit dem jeweiligen `F33f`_`[Stöchiometrischen Koeffizienten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stöchiometrische_Zahl]`_`f ν ν i {\\displaystyle \\nu _{i}} des betrachteten Reaktionsteilnehmers i {\\displaystyle i} (Stoff) aus der Reaktionsgleichung identisch sein, müssen aber nicht gleich groß sein. Nur durch einen Versuch ermittelt man sicher ihre Werte.
Da (definitionsgemäß) die `F33f`_`[Reaktionsgeschwindigkeit`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kinetik_(Chemie)]`_`f r {\\displaystyle r} ebenso positive Werte hat, wie die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante k {\\displaystyle k} und die Stoffmengenkonzentrationen c {\\displaystyle c} als auch der volumenbezogene Fortschreitungsgrad (Umsatzvariable) Φ Φ {\\displaystyle \\Phi } , ist der stöchiometrische Koeffizient ν ν {\\displaystyle \\nu } des Ausgangsstoffes hier als negative Zahl im `F33f`_`[Nenner`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Nenner]`_`f des Bruchs einzusetzen. Die Stoffmengen(konzentrationen) von Ausgangsstoffen nehmen ab. Ausgangsstoffe werden verbraucht. Ihr Differential (hier d c A {\\displaystyle dc_{A}} ) ist daher negativ.
Die genannten „einfachen“ kinetischen Modelle haben insbesondere nur für Reaktionen in Lösungen Gültigkeit, wenn also keine komplizierten Reaktionsmechanismen (Diffusion an eine `F33f`_`[Katalysator`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Katalysator]`_`f-Oberfläche – und zurück – etc.) vorliegen, die als kinetischer Zwischenschritt geschwindigkeitsbestimmend sind.
>>>Integration der Definitionsgleichung der Reaktionsgeschwindigkeit ohne das Potenzmodell
Die Definition der Reaktionsgeschwindigkeit r lautet: 1) r j ( c , p , T ) = 1 V ⋅ ⋅ d n i ν ν i ⋅ ⋅ d t = 1 V ⋅ ⋅ d ξ ξ j d t = d c i ν ν i ⋅ ⋅ d t = d Φ Φ j d t {\\displaystyle r_{j}(c,p,T)={\\frac {1}{V}}\\cdot {\\frac {dn_{i}}{\\nu _{i}\\cdot dt}}={\\frac {1}{V}}\\cdot {\\frac {d\\xi _{j}}{dt}}={\\frac {dc_{i}}{\\nu _{i}\\cdot dt}}={\\frac {d\\Phi _{j}}{dt}}}
Unter der Bedingung konstanten Drucks p und konstanter Temperatur T erfolgt die nachfolgende Integration der Reaktionsgeschwindigkeit r als Funktion der Zeit. Es wird nun Variablentrennung durchgeführt durch Multiplikation mit `!dt`!, dem Differential der Zeit t, und danach die ganze `F33f`_`[Differentialgleichung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differentialgleichung]`_`f integriert:
1a) ∫ ∫ r j ( t ) d t = 1 V ⋅ ⋅ ν ν i ∫ ∫ d n i = 1 ν ν i ∫ ∫ d c i = 1 V ∫ ∫ d ξ ξ j = ∫ ∫ d Φ Φ j {\\displaystyle \\int r_{j}(t)dt={\\frac {1}{V\\cdot \\nu _{i}}}\\int dn_{i}={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\int dc_{i}={\\frac {1}{V}}\\int d\\xi _{j}=\\int d\\Phi _{j}}
Volumen (Reaktionsvolumen) und stöchiometrischer Koeffizient sind Konstanten, die vor das Integral vorgezogen werden können. Der linke `F33f`_`[Integrand`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Integrand]`_`f kann nicht ohne weiteres integriert werden, da man dafür eine Funktion benötigen würde, die die Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit r von der Zeit t (Reaktionsdauer, Integrationsdauer) beschreiben würde. Die rechts davon stehenden Integranden können leicht integriert werden.
1b) ∫ ∫ r j ( t ) d t = 1 V ⋅ ⋅ ν ν i ⋅ ⋅ n i = 1 ν ν i ⋅ ⋅ c i = 1 V ⋅ ⋅ ξ ξ j = Φ Φ j {\\displaystyle \\int r_{j}(t)dt={\\frac {1}{V\\cdot \\nu _{i}}}\\cdot n_{i}={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot c_{i}={\\frac {1}{V}}\\cdot \\xi _{j}=\\Phi _{j}} (unbestimmtes Integral, Stammfunktion)
`F33f`_`[Variablen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Variable]`_`f sind hier jeweils die Zeit t, die Stoffmenge n, die Stoffmengenkonzentration c, die "normale" Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } und die volumenbezogene Umsatzvariable Φ Φ {\\displaystyle \\Phi } .
Daraus folgt nun:
1c) ∫ ∫ t 1 t 2 r j ( t ) d t = 1 V ⋅ ⋅ ν ν i ⋅ ⋅ ( n i ( t 2 ) − − n i ( t 1 ) ) = 1 ν ν i ⋅ ⋅ ( c i ( t 2 ) − − c i ( t 1 ) ) = 1 V ⋅ ⋅ ( ξ ξ j ( t 2 ) − − ξ ξ j ( t 1 ) ) = Φ Φ j ( t 2 ) − − Φ Φ j ( t 1 ) {\\displaystyle \\int _{t_{1}}^{t_{2}}r_{j}(t)dt={\\frac {1}{V\\cdot \\nu _{i}}}\\cdot (n_{i}(t_{2})-n_{i}(t_{1}))={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot (c_{i}(t_{2})-c_{i}(t_{1}))={\\frac {1}{V}}\\cdot (\\xi _{j}(t_{2})-\\xi _{j}(t_{1}))=\\Phi _{j}(t_{2})-\\Phi _{j}(t_{1})} (bestimmtes Integral, Differenz zweier Umsatzvariablen verschiedener Zeiten)
`!Für den Sonderfall t1=0 (Bezugszeitpunkt der absoluten Umsatzvariablen) gilt:`!
n i ( t 1 = 0 ) = n i , 0 {\\displaystyle n_{i}(t_{1}=0)=n_{i,0}}
c i ( t 1 = 0 ) = c i , 0 {\\displaystyle c_{i}(t_{1}=0)=c_{i,0}}
ξ ξ j ( t 1 = 0 ) = 0 {\\displaystyle \\xi _{j}(t_{1}=0)=0}
Φ Φ j ( t 1 = 0 ) = 0 {\\displaystyle \\Phi _{j}(t_{1}=0)=0}
Zum Zeitpunkt t=0 wurde keine Stoffmenge durch Reaktion verbraucht oder gebildet. Die Konzentrationsänderung durch Reaktion ist daher Null. Die Umsatzvariablen sind daher Null zu dieser Zeit. Daher folgt:
1d) ∫ ∫ t 1 = 0 t 2 r j ( t ) d t = 1 V ⋅ ⋅ ν ν i ⋅ ⋅ ( n i ( t 2 ) − − n i , 0 ) = 1 ν ν i ⋅ ⋅ ( c i ( t 2 ) − − c i , 0 ) = 1 V ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t 2 ) = Φ Φ j ( t 2 ) {\\displaystyle \\int _{t_{1}=0}^{t_{2}}r_{j}(t)dt={\\frac {1}{V\\cdot \\nu _{i}}}\\cdot (n_{i}(t_{2})-n_{i,0})={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot (c_{i}(t_{2})-c_{i,0})={\\frac {1}{V}}\\cdot \\xi _{j}(t_{2})=\\Phi _{j}(t_{2})} oder verallgemeinert:
1e) ∫ ∫ 0 t r j ( t ) d t = 1 V ⋅ ⋅ ν ν i ⋅ ⋅ ( n i ( t ) − − n i , 0 ) = 1 ν ν i ⋅ ⋅ ( c i ( t ) − − c i , 0 ) = 1 V ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) = Φ Φ j ( t ) {\\displaystyle \\int _{0}^{t}r_{j}(t)dt={\\frac {1}{V\\cdot \\nu _{i}}}\\cdot (n_{i}(t)-n_{i,0})={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot (c_{i}(t)-c_{i,0})={\\frac {1}{V}}\\cdot \\xi _{j}(t)=\\Phi _{j}(t)} (Definitionsgleichung der Umsatzvariablen. Ein bestimmtes Integral.)
>>>Integrale mittlere Reaktionsgeschwindigkeit
Die Definitionsgleichung 1) der Reaktionsgeschwindigkeit r im vorherigen Kapitel, sagt bereits aus, dass die differentielle Stoffmengenänderung pro differentieller Zeitdifferenz, pro Volumen und pro stöchiometrischem Koeffizient dieses Reaktanden i, der zeitlich aktuellen Reaktionsgeschwindigkeit r entspricht. Daher muss die integrale Stoffmengenänderung (Stoffmengendifferenz pro Zeitdifferenz, pro stöchiometrischem Koeffizient und pro Volumen) folgerichtig einer mittleren integralen Reaktionsgeschwindigkeit des betrachteten Zeitbereiches (Integrationsdauer) entsprechen, denn die Fläche A unter der Kurve der Integration kann in eine gleichgroße Rechteckfläche A umgewandelt werden.
1c) A = ∫ ∫ t 1 t 2 r j ( t ) d t = 1 V ⋅ ⋅ ν ν i ⋅ ⋅ ( n i ( t 2 ) − − n i ( t 1 ) ) = 1 ν ν i ⋅ ⋅ ( c i ( t 2 ) − − c i ( t 1 ) ) = 1 V ⋅ ⋅ ( ξ ξ j ( t 2 ) − − ξ ξ j ( t 1 ) ) = Φ Φ j ( t 2 ) − − Φ Φ j ( t 1 ) {\\displaystyle A=\\int _{t_{1}}^{t_{2}}r_{j}(t)dt={\\frac {1}{V\\cdot \\nu _{i}}}\\cdot (n_{i}(t_{2})-n_{i}(t_{1}))={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot (c_{i}(t_{2})-c_{i}(t_{1}))={\\frac {1}{V}}\\cdot (\\xi _{j}(t_{2})-\\xi _{j}(t_{1}))=\\Phi _{j}(t_{2})-\\Phi _{j}(t_{1})} mit A = r j, integral gemittelt ⋅ ⋅ ( t 2 − − t 1 ) = r j ¯ ¯ ⋅ ⋅ ( t 2 − − t 1 ) {\\displaystyle A=r_{\\text{j, integral gemittelt}}\\cdot (t_{2}-t_{1})={\\bar {r_{j}}}\\cdot (t_{2}-t_{1})}
Daher erhält man die integrale mittlere Reaktionsgeschwindigkeit nach der Formel: r j, integral gemittelt = r j ¯ ¯ = A ( t 2 − − t 1 ) = 1 ( t 2 − − t 1 ) ⋅ ⋅ ∫ ∫ t 1 t 2 r j ( t ) d t = 1 V ⋅ ⋅ ν ν i ⋅ ⋅ n i ( t 2 ) − − n i ( t 1 ) ( t 2 − − t 1 ) = 1 ν ν i ⋅ ⋅ c i ( t 2 ) − − c i ( t 1 ) ( t 2 − − t 1 ) = 1 V ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t 2 ) − − ξ ξ j ( t 1 ) ( t 2 − − t 1 ) = Φ Φ j ( t 2 ) − − Φ Φ j ( t 1 ) ( t 2 − − t 1 ) {\\displaystyle r_{\\text{j, integral gemittelt}}={\\bar {r_{j}}}={\\frac {A}{(t_{2}-t_{1})}}={\\frac {1}{(t_{2}-t_{1})}}\\cdot \\int _{t_{1}}^{t_{2}}r_{j}(t)dt={\\frac {1}{V\\cdot \\nu _{i}}}\\cdot {\\frac {n_{i}(t_{2})-n_{i}(t_{1})}{(t_{2}-t_{1})}}={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot {\\frac {c_{i}(t_{2})-c_{i}(t_{1})}{(t_{2}-t_{1})}}={\\frac {1}{V}}\\cdot {\\frac {\\xi _{j}(t_{2})-\\xi _{j}(t_{1})}{(t_{2}-t_{1})}}={\\frac {\\Phi _{j}(t_{2})-\\Phi _{j}(t_{1})}{(t_{2}-t_{1})}}}
Mit Gleichung 1e) des Vorkapitels folgt für t1=0 daher r j, integral gemittelt = r j ¯ ¯ = A t = 1 t ⋅ ⋅ ∫ ∫ 0 t r j ( t ) d t = 1 V ⋅ ⋅ ν ν i ⋅ ⋅ n i ( t ) − − n i , 0 t = 1 ν ν i ⋅ ⋅ c i ( t ) − − c i , 0 t = 1 V ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) t = Φ Φ j ( t ) t {\\displaystyle r_{\\text{j, integral gemittelt}}={\\bar {r_{j}}}={\\frac {A}{t}}={\\frac {1}{t}}\\cdot \\int _{0}^{t}r_{j}(t)dt={\\frac {1}{V\\cdot \\nu _{i}}}\\cdot {\\frac {n_{i}(t)-n_{i,0}}{t}}={\\frac {1}{\\nu _{i}}}\\cdot {\\frac {c_{i}(t)-c_{i,0}}{t}}={\\frac {1}{V}}\\cdot {\\frac {\\xi _{j}(t)}{t}}={\\frac {\\Phi _{j}(t)}{t}}}
Reaktionsgeschwindigkeiten haben immer positive Werte. Für Ausgangsstoffe i ist der stöchiometrische Koeffizient daher negativ einzusetzen, entsprechend der erhaltenen negativen Stoffmengenänderung des Ausgangsstoffes durch Reaktion.
Die integrale mittlere Reaktionsgeschwindigkeit bestimmt, wie stark der Zuwachs (absoluter Wert) einer Umsatzvariable in der Zeitspanne t ist. Da die Umsatzvariable selbst eine integrale Größe ist.
>>Rechenbeispiele
>>>Drei simultane unabhängige Einzelreaktionen
In einem konstanten Reaktionsvolumen VR sollen gleichzeitig simultan drei bekannte (als volumenkonstant angenommene) Reaktionen ablaufen. Ihre Gleichungen lauten:
1) 3 A + 2 B ⟶ ⟶ 4 C {\\displaystyle 3\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;4\\mathrm {C} }
2) 2 A ⟶ ⟶ 3 D {\\displaystyle 2\\mathrm {A} \\;\\longrightarrow \\;3\\mathrm {D} }
3) 1 C ⟶ ⟶ 2 E {\\displaystyle 1\\mathrm {C} \\;\\longrightarrow \\;2\\mathrm {E} }
Die `F33f`_`[Reaktanden`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktand]`_`f A bis E sollen gelöst im konstanten Gesamtvolumen vorliegen. Die Reaktionen 1) und 2) sind Parallelreaktionen. Reaktion 3) ist eine `F33f`_`[Folgereaktion`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Folgereaktion]`_`f zu Reaktion 1).
`t
| Reaktand | Stöchiometrische Zahl(en) mit konventionsgemässem Vorzeichen | Anfangskonzentration (t=0) in [mol/l] | Konzentration zur Zeit t in [mol/l] | Konzentrationsänderung [mol/l] | resultierende volumenbezogene Umsatzvariablen zur Zeit t in [mol/l] | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | -3 und -2 | c A , 0 = 10 {\\displaystyle c_{A,0}=10} | c A = 2 , 45 {\\displaystyle c_{A}=2,45} | Δ c A = − 7 , 55 {\\displaystyle \\Delta c_{A}=-7,55} | | |
| B | -2 | c B , 0 = 20 {\\displaystyle c_{B,0}=20} | c B = 17 , 33 {\\displaystyle c_{B}=17,33} | Δ c B = − 2 , 67 {\\displaystyle \\Delta c_{B}=-2,67} | Φ 1 = − 2 , 67 − 2 = 1 , 335 {\\displaystyle \\Phi _{1}={\\frac {-2,67}{-2}}=1,335} | B ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion 1) |
| C | +4 und -1 | c C , 0 = 0 {\\displaystyle c_{C,0}=0} | c C = 2 , 13 {\\displaystyle c_{C}=2,13} | Δ c C = + 2 , 13 {\\displaystyle \\Delta c_{C}=+2,13} | | |
| D | +3 | c D , 0 = 0 {\\displaystyle c_{D,0}=0} | c D = 5 , 32 {\\displaystyle c_{D}=5,32} | Δ c D = + 5 , 32 {\\displaystyle \\Delta c_{D}=+5,32} | Φ 2 = + 5 , 32 + 3 = 1 , 773 {\\displaystyle \\Phi _{2}={\\frac {+5,32}{+3}}=1,773} | D ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion 2) |
| E | +2 | c E , 0 = 0 {\\displaystyle c_{E,0}=0} | c E = 6 , 41 {\\displaystyle c_{E}=6,41} | Δ c E = + 6 , 41 {\\displaystyle \\Delta c_{E}=+6,41} | Φ 3 = + 6 , 41 + 2 = 3 , 205 {\\displaystyle \\Phi _{3}={\\frac {+6,41}{+2}}=3,205} | E ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion 3) |
`t
Die Umsatzvariable, hier die volumenbezogene, da aus Stoffmengenkonzentrationen berechnet, wird für jede unabhängige Einzelreaktion j aus den Konzentrationsänderungen eines Reaktionsteilnehmers i der nur an der jeweiligen (durch Φ Φ j {\\displaystyle \\Phi _{j}} zu beschreibenden) Reaktion j teilnimmt, berechnet. Jede unabhängige Einzelreaktion j hat eine eigene Umsatzvariable, hier Φ Φ j {\\displaystyle \\Phi _{j}} .
Stoff B nimmt nur an Reaktion 1) teil. Aus seinen Konzentrationsänderungen wird die Umsatzvariable der Reaktion 1) daher berechnet. Aus den Konzentrationsänderungen von Stoff D berechnet man daher die Umsatzvariable für Reaktion 2). Mittels Stoff E wird dann die Umsatzvariable für Reaktion 3) berechnet. Stoffe, die jeweils nur an einer Reaktion j teilnehmen, aus denen die Umsatzvariable dieser Reaktion daher berechnet wird, können als sogenannte "Schlüsselkomponente"`:cite-ref-47[`F5bf`_`[46`#cite-note-47]`_`f] ihrer Reaktion angesehen werden.
Die Konzentrationsänderung (allein durch chemische Reaktion) Δ Δ c {\\displaystyle \\Delta c} eines Stoffes i, der nur an einer Reaktion j teilnimmt, berechnet sich allgemein zu:
Δ Δ c i = ν ν i , j ⋅ ⋅ Φ Φ j {\\displaystyle \\Delta c_{i}=\\nu _{i,j}\\cdot \\Phi _{j}} (umgestellte Definitionsgleichung der volumenbezogenen Umsatzvariable)
Für Reaktanden, die an mehreren Reaktionen j teilnehmen setzt sich deren Gesamtkonzentrationsänderung Δ Δ c i , g e s {\\displaystyle \\Delta c_{i,ges}} additiv aus den Konzentrationsänderungen dieser Reaktionen (an denen sie teilnehmen) zusammen (unter Beachtung der konventionsgemässen Vorzeichen der stöchiometrischen Zahl dieses Reaktanden zu dieser Reaktion). Daher gilt für solche Reaktanden und auch allgemein:
Δ Δ c i , g e s = ∑ ∑ j ( ν ν i , j ⋅ ⋅ Φ Φ j ) {\\displaystyle \\Delta c_{i,ges}=\\sum _{j}(\\nu _{i,j}\\cdot \\Phi _{j})}
`!Nimmt ein Stoff i nicht an einer Reaktion j teil, so ist seine stöchiometrische Zahl ν ν i , j {\\displaystyle \\nu _{i,j}} für diese Reaktion j mit Null anzusetzen.`! `F33f`_`[Inertstoffe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Inert]`_`f, die an keiner Reaktion teilnehmen, haben generell eine Null als stöchiometrische Zahl. Eine stöchiometrische Zahl ist negativ einzusetzen, wenn der betrachtete Stoff durch diese Reaktion verbraucht wird. Wird der Stoff durch die Reaktion gebildet, ist seine stöchiometrische Zahl positiv einzusetzen.
Für den Stoff A gilt daher für die anteiligen Konzentrationsänderungen durch Reaktionen 1) und 2):
Δ Δ c A , 1 = ν ν A , 1 ⋅ ⋅ Φ Φ 1 = − − 3 ⋅ ⋅ 1 , 335 = − − 4 , 005 {\\displaystyle \\Delta c_{A,1}=\\nu _{A,1}\\cdot \\Phi _{1}=-3\\cdot 1,335=-4,005} und
Δ Δ c A , 2 = ν ν A , 2 ⋅ ⋅ Φ Φ 2 = − − 2 ⋅ ⋅ 1 , 773 = − − 3 , 546 {\\displaystyle \\Delta c_{A,2}=\\nu _{A,2}\\cdot \\Phi _{2}=-2\\cdot 1,773=-3,546}
Daher für dessen Gesamtkonzentrationsänderung durch Reaktionen 1) und 2) in Summe: Δ Δ c A , g e s = ν ν A , 1 ⋅ ⋅ Φ Φ 1 + ν ν A , 2 ⋅ ⋅ Φ Φ 2 = − − 3 ⋅ ⋅ 1 , 335 + ( − − 2 ) ⋅ ⋅ 1 , 773 ≈ ≈ − − 7 , 55 {\\displaystyle \\Delta c_{A,ges}=\\nu _{A,1}\\cdot \\Phi _{1}+\\nu _{A,2}\\cdot \\Phi _{2}=-3\\cdot 1,335+(-2)\\cdot 1,773\\approx -7,55} Somit gilt c A , g e s = c A , 0 + Δ Δ c A , g e s = 10 − − 7 , 55.. ≈ ≈ 2 , 45 {\\displaystyle c_{A,ges}=c_{A,0}+\\Delta c_{A,ges}=10-7,55..\\approx 2,45}
Für den Stoff C ergibt sich für seine Gesamtkonzentrationsänderung: Δ Δ c C , g e s = + 4 ⋅ ⋅ 1 , 335 + ( − − 1 ) ⋅ ⋅ 3 , 205 = + 5 , 34.. + ( − − 3 , 205 ) ≈ ≈ + 2 , 13 {\\displaystyle \\Delta c_{C,ges}=+4\\cdot 1,335+(-1)\\cdot 3,205=+5,34..+(-3,205)\\approx +2,13} Und somit c C , g e s = c C , 0 + Δ Δ c C , g e s = 0 + 2 , 13.. ≈ ≈ 2 , 13 {\\displaystyle c_{C,ges}=c_{C,0}+\\Delta c_{C,ges}=0+2,13..\\approx 2,13}
Das Reaktionsvolumen soll 5 Liter sein. Mit der Umrechnungsformel
ξ ξ j = V ⋅ ⋅ Φ Φ j {\\displaystyle \\xi _{j}=V\\cdot \\Phi _{j}}
können die volumenbezogenen Umsatzvariablen Φ Φ {\\displaystyle \\Phi } (grosses `F33f`_`[Phi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Phi]`_`f) in die "normale" Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } (kleines `F33f`_`[Xi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Xi]`_`f) umgerechnet werden. Man erhält:
ξ ξ 1 = 5 [ l ] ⋅ ⋅ 1 , 335 [ m o l l ] = 6 , 675 [ m o l ] {\\displaystyle \\xi _{1}=5[l]\\cdot 1,335[{\\frac {mol}{l}}]=6,675[mol]}
ξ ξ 2 = 5 [ l ] ⋅ ⋅ 1 , 773 [ m o l l ] = 8 , 865 [ m o l ] {\\displaystyle \\xi _{2}=5[l]\\cdot 1,773[{\\frac {mol}{l}}]=8,865[mol]}
ξ ξ 3 = 5 [ l ] ⋅ ⋅ 3 , 205 [ m o l l ] = 16 , 025 [ m o l ] {\\displaystyle \\xi _{3}=5[l]\\cdot 3,205[{\\frac {mol}{l}}]=16,025[mol]}
Diese Werte entsprechen jeweils der Stoffmengenänderung der Schlüsselkomponente (durch chemische Reaktion) bezogen auf, also geteilt durch ihren stöchiometrischen Koeffizient in dieser betrachteten Reaktion.
>>>Eine Gleichgewichtsreaktion und eine unabhängige Nebenreaktion
In einem konstanten Reaktionsvolumen VR läuft gleichzeitig simultan eine Gleichgewichtsreaktion (1) und eine unabhängige Nebenreaktion oder Folgereaktion (2) ab. Sie werden als volumenkonstant angesehen, da die Stoffe gelöst im Volumen vorliegen. Ihre bekannten Gleichungen lauten:
1R) 1 A + 2 B ⟶ ⟶ 3 C {\\displaystyle 1\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;3\\mathrm {C} }
1H) 3 C ⟶ ⟶ 1 A + 2 B {\\displaystyle 3\\mathrm {C} \\;\\longrightarrow \\;1\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} }
2) 1 B ⟶ ⟶ 2 D {\\displaystyle 1\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;2\\mathrm {D} }
`t
| Reaktand | Stöchiometrische Zahl(en) mit konventionsgemässem Vorzeichen | Anfangskonzentration (t=0) in [mol/l] | Konzentration zur Zeit t in [mol/l] | Konzentrationsänderung [mol/l] | resultierende volumenbezogene Umsatzvariablen zur Zeit t in [mol/l] | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | -1 und +1 | c A , 0 = 0 {\\displaystyle c_{A,0}=0} | c A = 5 {\\displaystyle c_{A}=5} | Δ c A = + 5 {\\displaystyle \\Delta c_{A}=+5} | Φ G G = + 5 + 1 = 5 {\\displaystyle \\Phi _{GG}={\\frac {+5}{+1}}=5} | A ist eine Schlüsselkomponente der Gleichgewichtsreaktion |
| B | -2 und +2 sowie -1 | c B , 0 = 0 {\\displaystyle c_{B,0}=0} | c B = 8 , 5 {\\displaystyle c_{B}=8,5} | Δ c B = + 8 , 5 {\\displaystyle \\Delta c_{B}=+8,5} | | |
| C | +3 und -3 | c C , 0 = 20 {\\displaystyle c_{C,0}=20} | c C = 5 {\\displaystyle c_{C}=5} | Δ c C = − 15 {\\displaystyle \\Delta c_{C}=-15} | Φ G G = − 15 − 3 = 5 {\\displaystyle \\Phi _{GG}={\\frac {-15}{-3}}=5} | C ist eine Schlüsselkomponente der Gleichgewichtsreaktion |
| D | +2 | c D , 0 = 0 {\\displaystyle c_{D,0}=0} | c D = 3 {\\displaystyle c_{D}=3} | Δ c D = + 3 {\\displaystyle \\Delta c_{D}=+3} | Φ 2 = + 3 + 2 = 1 , 5 {\\displaystyle \\Phi _{2}={\\frac {+3}{+2}}=1,5} | D ist die Schlüsselkomponente der Reaktion 2) |
`t
Für die volumenbezogene Umsatzvariable der Gleichgewichtsreaktion folgt mit beiden Schlüsselkomponenten A und C:
Φ Φ 1 = Φ Φ G G = Δ Δ c A ν ν A = Δ Δ c C ν ν C = + 5 + 1 = − − 5 − − 1 = − − 15 − − 3 = + 15 + 3 = + 5 {\\displaystyle \\Phi _{1}=\\Phi _{GG}={\\frac {\\Delta c_{A}}{\\nu _{A}}}={\\frac {\\Delta c_{C}}{\\nu _{C}}}={\\frac {+5}{+1}}={\\frac {-5}{-1}}={\\frac {-15}{-3}}={\\frac {+15}{+3}}=+5}
Je nachdem, welche der beiden Teilreaktionen der Gleichgewichtsreaktion man als Hin (H) oder Rückreaktion (R) ansetzt, erhält man positive oder negative Konzentrationsänderungen aber dazu auch eine stöchiometrische Zahl mit jeweils entgegengesetzter Polarität. Wegen der gewählten Anfangskonzentrationen für Stoffe A und B (die Null sind) kann die Teilreaktion 1R) in unserem Beispiel nicht vor Beginn der Reaktion 1H) ablaufen.
Für die anteiligen Konzentrationsänderungen des Stoffes B erhält man beispielsweise:
Δ Δ c B , G G = ν ν B , G G ⋅ ⋅ Φ Φ G G = + 2 ⋅ ⋅ 5 = + 10 {\\displaystyle \\Delta c_{B,GG}=\\nu _{B,GG}\\cdot \\Phi _{GG}=+2\\cdot 5=+10}
und
Δ Δ c B , 2 = ν ν B , 2 ⋅ ⋅ Φ Φ 2 = − − 1 ⋅ ⋅ 1 , 5 = − − 1 , 5 {\\displaystyle \\Delta c_{B,2}=\\nu _{B,2}\\cdot \\Phi _{2}=-1\\cdot 1,5=-1,5}
Δ Δ c B , g e s = + 10 + ( − − 1 , 5 ) = + 8 , 5 {\\displaystyle \\Delta c_{B,ges}=+10+(-1,5)=+8,5}
Daher folgt für die Stoffmengenkonzentration des Stoffes B zur Zeit t:
c B = c B , 0 + Δ Δ c B , g e s = 0 + 2 ⋅ ⋅ 5 + ( − − 1 ) ⋅ ⋅ 1 , 5 = 8 , 5 {\\displaystyle c_{B}=c_{B,0}+\\Delta c_{B,ges}=0+2\\cdot 5+(-1)\\cdot 1,5=8,5} [mol/l].
>>>Nur eine Einzelreaktion läuft ab
Im konstanten Volumen soll nur eine als volumenkonstant angenomme Einzelreaktion ablaufen:
1 A + 2 B ⟶ ⟶ 3 C {\\displaystyle 1\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;3\\mathrm {C} }
Da es keine weiteren Nebenreaktionen, Parallelreaktionen oder `F33f`_`[Folgereaktionen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Folgereaktion]`_`f gibt, an denen die Reaktanden A, B oder C teilnehmen könnten, sind alle Reaktanden Schlüsselkomponenten dieser unabhängigen Einzelreaktion. Ihre Konzentrationsänderungen oder Stoffmengenänderungen (durch chemische Reaktion) können daher zur Berechnung der Umsatzvariable dieser Reaktion herangezogen werden. Da es nur eine Reaktion gibt, gibt es nur eine Umsatzvariable zur betrachteten Zeit.
`t
| Reaktand | Stöchiometrische Zahl mit konventionsgemässem Vorzeichen | Anfangskonzentration (t=0) in [mol/l] | Konzentration zur Zeit t in [mol/l] | Konzentrationsänderung [mol/l] | resultierende volumenbezogene Umsatzvariable zur Zeit t in [mol/l] | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | -1 | c A , 0 = 20 {\\displaystyle c_{A,0}=20} | c A = 5 {\\displaystyle c_{A}=5} | Δ c A = − 15 {\\displaystyle \\Delta c_{A}=-15} | Φ = − 15 − 1 = 15 {\\displaystyle \\Phi ={\\frac {-15}{-1}}=15} | A ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion |
| B | -2 | c B , 0 = 30 {\\displaystyle c_{B,0}=30} | c B = 0 {\\displaystyle c_{B}=0} | Δ c B = − 30 {\\displaystyle \\Delta c_{B}=-30} | Φ = − 30 − 2 = 15 {\\displaystyle \\Phi ={\\frac {-30}{-2}}=15} | B ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion |
| C | +3 | c C , 0 = 0 {\\displaystyle c_{C,0}=0} | c C = 45 {\\displaystyle c_{C}=45} | Δ c C = + 45 {\\displaystyle \\Delta c_{C}=+45} | Φ = + 45 + 3 = 15 {\\displaystyle \\Phi ={\\frac {+45}{+3}}=15} | C ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion |
`t
Als die Stoffmengenkonzentration von B auf Null abgesunken war, war die Reaktion beendet. Größere Werte der Umsatzvariable sind mit den hier gewählten Anfangskonzentrationen von A und B nicht möglich. Die Umsatzvariable hat ihren theoretischen Maximalwert erreicht. Da Stoff A nicht ganz verbraucht wurde, wirkte Stoff B (bedingt durch seine relativ gesehen zu niedrige Anfangskonzentration) hier limitierend. Da es ja keine negativen Stoffmengenkonzentrationen gibt.
Um die restlichen 5 Mol (pro Liter) von A noch verbrauchen zu können, hätte es 10 Mol (pro Liter) `!mehr`! Anfangskonzentration des Stoffes B gebraucht. Die volumenbezogene Umsatzvariable hätte dann den Maximalwert von 20 Mol pro Liter erzielt. A und B wären gleichzeitig verbraucht gewesen.
>>>Eine Reaktion mit einer Folgereaktion, die das Zwischenprodukt C augenblicklich verbraucht
In einem konstanten Reaktionsvolumen VR sollen gleichzeitig simultan zwei bekannte (als volumenkonstant angenommene) Reaktionen ablaufen. Ihre Gleichungen lauten:
1) 1 A + 2 B ⟶ ⟶ 3 C + 1 D {\\displaystyle 1\\mathrm {A} +2\\mathrm {B} \\;\\longrightarrow \\;3\\mathrm {C} +1\\mathrm {D} }
2) 1 C ⟶ ⟶ 2 E {\\displaystyle 1\\mathrm {C} \\;\\longrightarrow \\;2\\mathrm {E} }
Die `F33f`_`[Reaktanden`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktand]`_`f A bis E sollen gelöst im konstanten Gesamtvolumen vorliegen. Die Reaktion 2) ist eine `F33f`_`[Folgereaktion`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Folgereaktion]`_`f der Reaktion 1), die offenbar deutlich schneller als 1) abläuft und daher das Zwischenprodukt C, das von Reaktion 1) gebildet wird, sofort (augenblicklich) verbraucht. Die Konzentration von C bleibt daher fast bei Null stehen. Gerade hoch genug, damit Reaktion 2) schneller als Reaktion 1) ablaufen kann.
`t
| Reaktand | Stöchiometrische Zahl(en) mit konventionsgemässem Vorzeichen | Anfangskonzentration (t=0) in [mol/l] | Konzentration zur Zeit t in [mol/l] | Konzentrationsänderung [mol/l] | resultierende volumenbezogene Umsatzvariable zur Zeit t in [mol/l] | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | -1 | c A , 0 = 10 {\\displaystyle c_{A,0}=10} | c A = 9 , 167 {\\displaystyle c_{A}=9,167} | Δ c A = − 0 , 833 {\\displaystyle \\Delta c_{A}=-0,833} | Φ 1 = − 0 , 833 − 1 = 0 , 833 {\\displaystyle \\Phi _{1}={\\frac {-0,833}{-1}}=0,833} | A ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion 1) |
| B | -2 | c B , 0 = 10 {\\displaystyle c_{B,0}=10} | c B = 8 , 334 {\\displaystyle c_{B}=8,334} | Δ c B = − 1 , 666 {\\displaystyle \\Delta c_{B}=-1,666} | Φ 1 = − 1 , 666 − 2 = 0 , 833 {\\displaystyle \\Phi _{1}={\\frac {-1,666}{-2}}=0,833} | B ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion 1) |
| C | +3 und -1 | c C , 0 = 0 {\\displaystyle c_{C,0}=0} | c C ≈ 0 {\\displaystyle c_{C}\\approx 0} | Δ c C ≈ 0 {\\displaystyle \\Delta c_{C}\\approx 0} | | |
| D | +1 | c D , 0 = 0 {\\displaystyle c_{D,0}=0} | c D = 0 , 833 {\\displaystyle c_{D}=0,833} | Δ c D = + 0 , 833 {\\displaystyle \\Delta c_{D}=+0,833} | Φ 1 = + 0 , 833 + 1 = 0 , 833 {\\displaystyle \\Phi _{1}={\\frac {+0,833}{+1}}=0,833} | D ist eine Schlüsselkomponente der Reaktion 1) |
| E | +2 | c E , 0 = 0 {\\displaystyle c_{E,0}=0} | c E = 5 {\\displaystyle c_{E}=5} | Δ c E = + 5 {\\displaystyle \\Delta c_{E}=+5} | Φ 2 = + 5 + 2 = 2 , 5 {\\displaystyle \\Phi _{2}={\\frac {+5}{+2}}=2,5} | E ist eine Schlüsselkomponente der Folgereaktion 2) |
`t
Dass Reaktion 2) -im integralen Mittel- schneller als 1) abläuft sieht man an den im selben Zeitbereich erzielten Werten der volumenbezogenen Umsatzvariablen beider Reaktionen. Die von Reaktion 2) ist deutlich größer.
Der Grund warum die Konzentration (Summenkonzentration, Gesamtkonzentration von C) sich nicht wesentlich ändert liegt in den erzielten anteiligen Konzentrationsänderungen des Stoffes C durch die Reaktionen 1) und 2):
Δ Δ c C , 1 = ν ν C , 1 ⋅ ⋅ Φ Φ 1 = + 3 ⋅ ⋅ 0 , 833 ≈ ≈ + 2 , 5 {\\displaystyle \\Delta c_{C,1}=\\nu _{C,1}\\cdot \\Phi _{1}=+3\\cdot 0,833\\approx +2,5} [mol/l]
Δ Δ c C , 2 = ν ν C , 2 ⋅ ⋅ Φ Φ 2 = − − 1 ⋅ ⋅ 2 , 5 = − − 2 , 5 {\\displaystyle \\Delta c_{C,2}=\\nu _{C,2}\\cdot \\Phi _{2}=-1\\cdot 2,5=-2,5} [mol/l]
Beide heben sich gegenseitig etwa auf. Daher ändert sich die Konzentration von C nicht. Das Gleichbleiben der Konzentration eines Zwischenproduktes hätte theoretisch auch auf einem anderen Konzentrationslevel (im Beispiel rund 0 [mol/l]) erfolgen können. Es handelt sich um ein typisches `F33f`_`[Fließgleichgewicht`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Fließgleichgewicht]`_`f. Die (genaue) Stoffmengenkonzentration 0 für den Stoff C wäre zum Zeitpunkt t (zu dem die Umsatzvariablen berechnet wurden) nicht möglich, da die Reaktion 2) dann stehen bleiben würde (ihre Reaktionsgeschwindigkeit wäre dann Null).
Würde die Reaktion 2) nur halb so schnell im integralen Mittel abgelaufen sein und daher Φ Φ 2 = + 2 , 5 + 2 = 1 , 25 {\\displaystyle \\Phi _{2}={\\frac {+2,5}{+2}}=1,25} [mol/l] (Stoff E) erzielt haben in gleicher Zeitspanne, so würde daraus folgen: Δ Δ c C , 2 = − − 1 ⋅ ⋅ 1 , 25 = − − 1 , 25 {\\displaystyle \\Delta c_{C,2}=-1\\cdot 1,25=-1,25} [mol/l]. Δ Δ c C , 1 = + 3 ⋅ ⋅ Φ Φ 1 = + 3 ⋅ ⋅ 0 , 833.. ≈ ≈ 2 , 5 {\\displaystyle \\Delta c_{C,1}=+3\\cdot \\Phi _{1}=+3\\cdot 0,833..\\approx 2,5} [mol/l]. (unverändert) Somit folgt:
c C = 0 + 2 , 5.. + ( − − 1 , 25 ) ≈ ≈ 1 , 25 {\\displaystyle c_{C}=0+2,5..+(-1,25)\\approx 1,25} [mol/l].
Sowie für Stoff E:
c E = 0 + ν ν E , 2 ⋅ ⋅ Φ Φ 2 = 0 + 2 ⋅ ⋅ 1 , 25 = 2 , 5 {\\displaystyle c_{E}=0+\\nu _{E,2}\\cdot \\Phi _{2}=0+2\\cdot 1,25=2,5} [mol/l].
Für den Fall, dass Φ Φ 1 = Φ Φ 2 = 0 , 833 {\\displaystyle \\Phi _{1}=\\Phi _{2}=0,833} gelten würde, ergäben sich
c E = 0 + 2 ⋅ ⋅ 0 , 833 = 1 , 666 {\\displaystyle c_{E}=0+2\\cdot 0,833=1,666} [mol/l]
und
c C = 0 + 3 ⋅ ⋅ 0 , 833 + ( − − 1 ) ⋅ ⋅ 0 , 833 = 1 , 666 {\\displaystyle c_{C}=0+3\\cdot 0,833+(-1)\\cdot 0,833=1,666} [mol/l]
Das hiesige Beispiel und die vorherigen sind integrale Bilanzierungen, da Umsatzvariablen (und Stoffmengendifferenzen oder Konzentrationsdifferenzen, hier pro stöchiometrischem Koeffizienten) eben integrale `F33f`_`[Größen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Größe_(Physik)]`_`f sind.
Bei differentieller Betrachtung, beispielsweise für Zwischenprodukt C im hiesigen Beispiel, folgt in Analogie dazu:
( d c C , g e s d t ) R e a k t i o n = ( d c C , 1 d t ) R e a k t i o n + ( d c C , 2 d t ) R e a k t i o n = ν ν C , 1 ⋅ ⋅ r 1 + ν ν C , 2 ⋅ ⋅ r 2 = ν ν C , 1 ⋅ ⋅ d Φ Φ 1 d t + ν ν C , 2 ⋅ ⋅ d Φ Φ 2 d t = R C {\\displaystyle ({\\frac {dc_{C,ges}}{dt}})_{Reaktion}=({\\frac {dc_{C,1}}{dt}})_{Reaktion}+({\\frac {dc_{C,2}}{dt}})_{Reaktion}=\\nu _{C,1}\\cdot r_{1}+\\nu _{C,2}\\cdot r_{2}=\\nu _{C,1}\\cdot {\\frac {d\\Phi _{1}}{dt}}+\\nu _{C,2}\\cdot {\\frac {d\\Phi _{2}}{dt}}=R_{C}}
Das große R ist die Stoffänderungsgeschwindigkeit, hier des Stoffes C. Die differentielle Größe "Stoffänderungsgeschwindigkeit" summiert die Stoffmengenänderungen (pro Volumen) des betrachteten Stoffes i (durch chemische Reaktion) über alle Reaktionen j an denen der Stoff teilnimmt. Das Reaktionsvolumen muss konstant sein und die Reaktion volumenkonstant.
>>>Absolute und relative Umsatzvariablen und Berechnung der aktuellen Reaktionsgeschwindigkeit und der Stoffänderungsgeschwindigkeit jeweils aus Differenzenquotienten
Für folgende Reaktion
1 A ⟶ ⟶ 2 B + 1 C {\\displaystyle 1\\mathrm {A} \\;\\longrightarrow \\;2\\mathrm {B} +1\\mathrm {C} }
sind die Konzentrationen des Ausgangsstoffes A tabellarisch zeitlich erfasst. Daraus können jeweils die absoluten und die relativen Konzentrationsänderungen errechnet werden. Bezugszeitpunkt ist t=0 mit der zugehörigen Anfangskonzentration. Aus den relativen Zuwächsen der volumenbezogenen Umsatzvariable Δ Δ Φ Φ {\\displaystyle \\Delta \\Phi } kann mit den zugehörigen Zeitdifferenzen als `F33f`_`[Differenzenquotient`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differenzenquotient]`_`f die zeitlich aktuelle Reaktionsgeschwindigkeit r berechnet werden für relativ kleine Zeitdifferenzen. Der im Beispiel gewählte Konzentrations-Zeit-Verlauf ist der einer `F33f`_`[Reaktion erster Ordnung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kinetik_(Chemie)]`_`f.
`t
| Zeit t in [h] | c A (t) in [mol/l] | Δ c A , a b s . = c A ( t ) − c A , 0 {\\displaystyle \\Delta c_{A,abs.}=c_{A}(t)-c_{A,0}} in [mol/l] | (absolute) volumenbezogene Umsatzvariable Φ ( t ) {\\displaystyle \\Phi (t)} in [mol/l] | relative Konzentrationsänderung Δ c A , r e l . {\\displaystyle \\Delta c_{A,rel.}} in [mol/l] | relative Zunahme der Umsatzvariable Δ Φ {\\displaystyle \\Delta \\Phi } in [mol/l] | aktuelle Reaktionsgeschwindigkeit Δ Φ Δ t ≈ r {\\displaystyle {\\frac {\\Delta \\Phi }{\\Delta t}}\\approx r} in [mol/l*h] | aktuelle Stoffänderungsgeschwindigkeit des Stoffes A R A = d c A d t = ν A ⋅ r ≈ Δ c A Δ t {\\displaystyle R_{A}={\\frac {dc_{A}}{dt}}=\\nu _{A}\\cdot r\\approx {\\frac {\\Delta c_{A}}{\\Delta t}}} in [mol/l*h] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 1 , 000 = c A , 0 {\\displaystyle 1,000=c_{A,0}} | 0 | 0 | | | | |
| | | | | -0,025 | 0,025 | ≈ 0 , 025 0 , 05 − 0 = 0 , 5 {\\displaystyle \\approx {\\frac {0,025}{0,05-0}}=0,5} | ≈ − 0 , 5 {\\displaystyle \\approx -0,5} |
| 0,050 | 0,975 | -0,025 | 0,025 | | | | |
| 0,500 | 0,778 | -0,222 | 0,222 | | | | |
| | | | | -0,019 | 0,019 | ≈ 0 , 019 0 , 550 − 0 , 500 = 0 , 38 {\\displaystyle \\approx {\\frac {0,019}{0,550-0,500}}=0,38} | ≈ − 0 , 38 {\\displaystyle \\approx -0,38} |
| 0,550 | 0,759 | -0,241 | 0,241 | | | | |
| 1,000 | 0,606 | -0,394 | 0,394 | | | | |
| | | | | -0,015 | 0,015 | ≈ 0 , 30 {\\displaystyle \\approx 0,30} | ≈ − 0 , 30 {\\displaystyle \\approx -0,30} |
| 1,050 | 0,591 | -0,409 | 0,409 | | | | |
| 1,500 | 0,472 | -0,528 | 0,528 | | | | |
| | | | | -0,012 | 0,012 | ≈ 0 , 24 {\\displaystyle \\approx 0,24} | ≈ − 0 , 24 {\\displaystyle \\approx -0,24} |
| 1,550 | 0,460 | -0,540 | 0,540 | | | | |
`t
Da die Stoffmengenkonzentration des Ausgangsstoffes A dieser Reaktion erster Ordnung im betrachteten Zeitbereich auf die Hälfte absinkt, sinkt auch die Reaktionsgeschwindigkeit r auf die Hälfte ab. Die Konzentrationswerte zur Zeit t stammen von einer Reaktion mit der Reaktionsgeschwindigkeitskonstante k=0,5 [1/h].
Da der hiesige Konzentrationsverlauf von A für eine Reaktion erster Ordnung als integrale Bilanz beschrieben wird durch`:cite-ref-48[`F5bf`_`[47`#cite-note-48]`_`f]:
c A ( t ) = c A , 0 ⋅ ⋅ e − − k ⋅ ⋅ t {\\displaystyle c_{A}(t)=c_{A,0}\\cdot e^{-k\\cdot t}}
kann man dieses integrale Gesetz in die (ebenfalls integrale) Definitionsgleichung der volumenbezogenen Umsatzvariable einsetzen und erhält:
Φ Φ ( t ) = c A ( t ) − − c A , 0 ν ν A = c A , 0 ⋅ ⋅ e − − k ⋅ ⋅ t ν ν A − − c A , 0 ν ν A {\\displaystyle \\Phi (t)={\\frac {c_{A}(t)-c_{A,0}}{\\nu _{A}}}={\\frac {c_{A,0}\\cdot e^{-k\\cdot t}}{\\nu _{A}}}-{\\frac {c_{A,0}}{\\nu _{A}}}}
Anfangskonzentration und stöchiometrischer Koeffizient, der für A negativ einzusetzen ist, sind Konstanten. Da die zeitliche `F33f`_`[Ableitung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differentiation]`_`f der volumenbezogenen Umsatzvariable der Reaktionsgeschwindigkeit zu dieser Zeit t entspricht, erhält man durch Ableitung dieser verketteten e-Funktion mit der `F33f`_`[Kettenregel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kettenregel]`_`f:
r ( t ) = d Φ Φ d t = − − k ⋅ ⋅ c A , 0 ν ν A ⋅ ⋅ e − − k ⋅ ⋅ t {\\displaystyle r(t)={\\frac {d\\Phi }{dt}}={\\frac {-k\\cdot c_{A,0}}{\\nu _{A}}}\\cdot e^{-k\\cdot t}}
Man kann somit nun für jede Zeit (für Reaktionen erster Ordnung) die genaue Reaktionsgeschwindigkeit berechnen. Für das Beispiel gilt
r ( t = 0 ) = − − 0 , 5 ⋅ ⋅ 1 − − 1 ⋅ ⋅ e − − 0 , 5 ⋅ ⋅ 0 = 0 , 5 {\\displaystyle r(t=0)={\\frac {-0,5\\cdot 1}{-1}}\\cdot e^{-0,5\\cdot 0}=0,5} [mol/l*h]
sowie
r ( t = 1 , 5 ) = − − 0 , 5 ⋅ ⋅ 1 − − 1 ⋅ ⋅ e − − 0 , 5 ⋅ ⋅ 1 , 5 = 0 , 236 {\\displaystyle r(t=1,5)={\\frac {-0,5\\cdot 1}{-1}}\\cdot e^{-0,5\\cdot 1,5}=0,236} [mol/l*h]
Wie plausibel nachzuvollziehen ist, muss es eine mittlere integrale Reaktionsgeschwindigkeit geben, die zwischen der Anfangs-Reaktionsgeschwindigkeit (zu t=0) und der End-Reaktionsgeschwindigkeit (hier zu t=1,5 h) als Zahlenwert dazwischen liegt. Diese ist ursächlich für das Entstehen des Wertes der (absoluten) volumenbezogenen Umsatzvariable verantwortlich. Teilt man die volumenbezogene (absolute) Umsatzvariable der Zeit t durch eben diese Zeitspanne t (Zeitdifferenz), so erhält man die mittlere integrale Reaktionsgeschwindigkeit:
r integral gemittelt = r ¯ ¯ = Φ Φ ( t ) t − − t 0 = 0 , 528 1 , 5 − − 0 = 0 , 352 {\\displaystyle r_{\\text{integral gemittelt}}={\\bar {r}}={\\frac {\\Phi (t)}{t-t_{0}}}={\\frac {0,528}{1,5-0}}=0,352} [mol/l*h].
Die Berechnung der Reaktionsgeschwindigkeit aus Differenzenquotienten hat universelle Gültigkeit, egal welche Reaktionsordnung vorliegt. Die Umsatzvariablen und deren Differenzenquotienten können auch aus Konzentrationsänderungen der Reaktionsprodukte (hier B und C) berechnet werden, wenn diese Werte als Messwerte vorliegen würden. Die in der Tabelle fehlenden Konzentrationen der Reaktionsprodukte B und C können zu jeder Zeit leicht berechnet werden, soweit die Anfangskonzentrationen c i , 0 {\\displaystyle c_{i,0}} bekannt sind:
c i ( t ) = c i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ Φ Φ ( t ) {\\displaystyle c_{i}(t)=c_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\Phi (t)}
>>Anwendung der Umsatzvariablen für druckabhängige Gasreaktionen
>>>Integration der Geschwindigkeitsgleichung einer druckabhängigen Gasreaktion mittels Substitution durch eine Umsatzvariable
Beispielsweise soll folgende Reaktion dreier Gase/Dämpfe an einem `F33f`_`[Katalysator`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Katalysator]`_`f der Masse mK ablaufen:
1 A ⟶ ⟶ 1 B + 1 C {\\displaystyle 1\\mathrm {A} \\;\\longrightarrow \\;1\\mathrm {B} +1\\mathrm {C} }
Das `F33f`_`[kinetische Gesetz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kinetik_(Chemie)]`_`f soll folgendermaßen lauten:
− − d n ˙ ˙ A = k ⋅ ⋅ ( p A ) 1 d m K {\\displaystyle -d{\\dot {n}}_{A}=k\\cdot (p_{A})^{1}dm_{K}}
Die Reaktionsgeschwindigkeit r ist also vom `F33f`_`[Partialdruck`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partialdruck]`_`f pA des Ausgangsstoffes A abhängig nach einer `F33f`_`[Reaktion erster Ordnung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktionsordnung]`_`f (der Exponent des Partialdruckes ist Eins). Hier ist k die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante.
Die Reaktionsgeschwindigkeit r wurde nicht mit Hilfe des Volumens definiert, sondern mit Hilfe der Katalysatormasse mK an der die Reaktion in einem `F33f`_`[Strömungsrohr`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Chemischer_Reaktor]`_`f-Reaktor abläuft:
r = − − d n ˙ ˙ A d m K {\\displaystyle r={\\frac {-d{\\dot {n}}_{A}}{dm_{K}}}}
Der Prozess ist ein `F33f`_`[Kontinuierlicher Betrieb`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kontinuierlicher_Betrieb]`_`f (Fließbetrieb). Daher haben die Stoffmengen Zeitbezug. Es sind Stoffmengenströme n ˙ ˙ i {\\displaystyle {\\dot {n}}_{i}} eines Reaktanden i.
Um das kinetische Gesetz integrieren zu können, muss mindestens eine der variablen `F33f`_`[Größen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Größe_(Physik)]`_`f (in unserem Beispiel n ˙ ˙ A {\\displaystyle {\\dot {n}}_{A}} und p A {\\displaystyle p_{A}} ) der chemischen Reaktion geeignet substituiert werden. Dazu wird eine andere Größe, der `F33f`_`[Substituent`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Substitution]`_`f, benötigt. In Frage kommende Substituenten sind Umsatz X oder Umsatzvariablen. Außerdem benötigt man die folgenden Definitionen:
x i = n i n g e s = n ˙ ˙ i n ˙ ˙ g e s {\\displaystyle x_{i}={\\frac {n_{i}}{n_{ges}}}={\\frac {{\\dot {n}}_{i}}{{\\dot {n}}_{ges}}}} Definition des `F33f`_`[Stoffmengenanteiles`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenanteil]`_`f
p i = x i ⋅ ⋅ p g e s = x i ⋅ ⋅ ∑ ∑ i p i {\\displaystyle p_{i}=x_{i}\\cdot p_{ges}=x_{i}\\cdot \\sum _{i}p_{i}} `F33f`_`[Daltonsches Gesetz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Daltonsches_Gesetz]`_`f zum Zusammenhang von `F33f`_`[Partialdruck`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partialdruck]`_`f und Gesamtdruck/Summendruck (Druck p, pges)
Als Substituenten kommen noch in Frage:
• Einzel-Stoffmengenbilanz mit der "normalen" Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi }
• Summen-Stoffmengenbilanz mit "normaler" Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi }
• Stoffmengenanteil-Bilanz (für einen Reaktanden i) mit der stoffmengenbezogenen Umsatzvariable ξ ξ ′ {\\displaystyle \\xi ^{'}}
Die Definition des Stoffmengenanteiles liefert zusammen mit dem Daltonschen Gesetz:
x i = n ˙ ˙ i n ˙ ˙ g e s = p i p g e s {\\displaystyle x_{i}={\\frac {{\\dot {n}}_{i}}{{\\dot {n}}_{ges}}}={\\frac {p_{i}}{p_{ges}}}}
und eingesetzt in die `F33f`_`[Stoffmengenanteil`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenanteil]`_`f-Bilanzgleichung folgt für den Fließbetrieb:
x i ( t ) = n ˙ ˙ i ( t ) n ˙ ˙ g e s ( t ) = p i ( t ) p g e s = x i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) 1 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) {\\displaystyle x_{i}(t)={\\frac {{\\dot {n}}_{i}(t)}{{\\dot {n}}_{ges}(t)}}={\\frac {p_{i}(t)}{p_{ges}}}={\\frac {x_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\xi ^{'}(t)}{1+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\xi ^{'}(t)}}}
Damit ist der Zusammenhang zwischen dem Partialdruck eines Reaktanden i und der stoffmengenbezogenen Umsatzvariable gefunden:
p i ( t ) = p g e s ⋅ ⋅ ( x i , 0 + ν ν i ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) 1 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) ) {\\displaystyle p_{i}(t)=p_{ges}\\cdot ({\\frac {x_{i,0}+\\nu _{i}\\cdot \\xi ^{'}(t)}{1+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\xi ^{'}(t)}})}
Das kinetische Gesetz für hiesiges Beispiel lautet daher:
− − d n ˙ ˙ A = k ⋅ ⋅ p i ( t ) ⋅ ⋅ d m K = k ⋅ ⋅ p g e s ⋅ ⋅ x i ( t ) ⋅ ⋅ d m K = k ⋅ ⋅ p g e s ⋅ ⋅ ( x A , 0 + ν ν A ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) 1 + ( ∑ ∑ i ν ν i ) ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) ) ⋅ ⋅ d m K = k ⋅ ⋅ p g e s ⋅ ⋅ ( x A , 0 − − 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) 1 + ( − − 1 + 1 + 1 ) ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) ) ⋅ ⋅ d m K = k ⋅ ⋅ p g e s ⋅ ⋅ ( x A , 0 − − 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) 1 + 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) ) ⋅ ⋅ d m K {\\displaystyle -d{\\dot {n}}_{A}=k\\cdot p_{i}(t)\\cdot dm_{K}=k\\cdot p_{ges}\\cdot x_{i}(t)\\cdot dm_{K}=k\\cdot p_{ges}\\cdot ({\\frac {x_{A,0}+\\nu _{A}\\cdot \\xi ^{'}(t)}{1+(\\sum _{i}\\nu _{i})\\cdot \\xi ^{'}(t)}})\\cdot dm_{K}=k\\cdot p_{ges}\\cdot ({\\frac {x_{A,0}-1\\cdot \\xi ^{'}(t)}{1+(-1+1+1)\\cdot \\xi ^{'}(t)}})\\cdot dm_{K}=k\\cdot p_{ges}\\cdot ({\\frac {x_{A,0}-1\\cdot \\xi ^{'}(t)}{1+1\\cdot \\xi ^{'}(t)}})\\cdot dm_{K}}
Da die stoffmengenbezogene Umsatzvariable als Variable die Stoffmenge(n-Änderung) substituieren soll, muss nach den Regeln der `F33f`_`[Integration mit Substitution`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Integration_durch_Substitution]`_`f das ursprüngliche `F33f`_`[Differential`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differential_(Mathematik)]`_`f d n ˙ ˙ A {\\displaystyle d{\\dot {n}}_{A}} durch einen gleichwertigen Ausdruck ausgetauscht werden. Dazu wird die Definitionsgleichung der stoffmengenbezogenen Umsatzvariable abgeleitet:
ξ ξ ′ ( t ) = n ˙ ˙ A ( t ) − − n ˙ ˙ A , 0 ν ν A ⋅ ⋅ n ˙ ˙ g e s , 0 = n ˙ ˙ A ( t ) ν ν A ⋅ ⋅ n ˙ ˙ g e s , 0 − − n ˙ ˙ A , 0 ν ν A ⋅ ⋅ n ˙ ˙ g e s , 0 {\\displaystyle \\xi ^{'}(t)={\\frac {{\\dot {n}}_{A}(t)-{\\dot {n}}_{A,0}}{\\nu _{A}\\cdot {\\dot {n}}_{ges,0}}}={\\frac {{\\dot {n}}_{A}(t)}{\\nu _{A}\\cdot {\\dot {n}}_{ges,0}}}-{\\frac {{\\dot {n}}_{A,0}}{\\nu _{A}\\cdot {\\dot {n}}_{ges,0}}}}
Stöchiometrischer Koeffizient ν ν A {\\displaystyle \\nu _{A}} , Anfangs-Stoffmengenstrom n ˙ ˙ A , 0 {\\displaystyle {\\dot {n}}_{A,0}} und Anfangs-Summenstoffmengenstrom n ˙ ˙ g e s , 0 {\\displaystyle {\\dot {n}}_{ges,0}} sind Konstanten. Es ergibt sich daher die Ableitung:
d ξ ξ ′ = d n ˙ ˙ A ν ν A ⋅ ⋅ n ˙ ˙ g e s , 0 = d n ˙ ˙ A − − 1 ⋅ ⋅ n ˙ ˙ g e s , 0 = − − d n ˙ ˙ A n ˙ ˙ g e s , 0 {\\displaystyle d\\xi ^{'}={\\frac {d{\\dot {n}}_{A}}{\\nu _{A}\\cdot {\\dot {n}}_{ges,0}}}={\\frac {d{\\dot {n}}_{A}}{-1\\cdot {\\dot {n}}_{ges,0}}}={\\frac {-d{\\dot {n}}_{A}}{{\\dot {n}}_{ges,0}}}}
Das kinetische Gesetz lautet nun:
− − d n ˙ ˙ A = n g e s , 0 ⋅ ⋅ d ξ ξ ′ = k ⋅ ⋅ p g e s ⋅ ⋅ ( x A , 0 + ν ν A ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) 1 + 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) ) ⋅ ⋅ d m K = k ⋅ ⋅ p g e s ⋅ ⋅ ( x A , 0 − − 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) 1 + 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ′ ( t ) ) ⋅ ⋅ d m K {\\displaystyle -d{\\dot {n}}_{A}=n_{ges,0}\\cdot d\\xi ^{'}=k\\cdot p_{ges}\\cdot ({\\frac {x_{A,0}+\\nu _{A}\\cdot \\xi ^{'}(t)}{1+1\\cdot \\xi ^{'}(t)}})\\cdot dm_{K}=k\\cdot p_{ges}\\cdot ({\\frac {x_{A,0}-1\\cdot \\xi ^{'}(t)}{1+1\\cdot \\xi ^{'}(t)}})\\cdot dm_{K}}
Für den Fall, dass der (als Konstante anzusehende) Anfangs-Stoffmengenanteil des Stoffes A Eins ist, folgt nach Umsortieren und Variablentrennung (Katalysatormasse rechts, Umsatzvariable links) die integrierbare `F33f`_`[Differentialgleichung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Differentialgleichung]`_`f:
1 + ξ ξ ′ ( t ) 1 − − ξ ξ ′ ( t ) d ξ ξ ′ = k ⋅ ⋅ p g e s n g e s , 0 d m K {\\displaystyle {\\frac {1+\\xi ^{'}(t)}{1-\\xi ^{'}(t)}}d\\xi ^{'}={\\frac {k\\cdot p_{ges}}{n_{ges,0}}}dm_{K}} mit x A , 0 = 1 {\\displaystyle x_{A,0}=1}
mit dem bestimmten Integral`:cite-ref-49[`F5bf`_`[48`#cite-note-49]`_`f]:
∫ ∫ ξ ξ ′ = 0 ξ ξ ′ ( t ) 1 + ξ ξ ′ ( t ) 1 − − ξ ξ ′ ( t ) d ξ ξ ′ = k ⋅ ⋅ p g e s n g e s , 0 ∫ ∫ 0 m K d m K {\\displaystyle \\int _{\\xi ^{'}=0}^{\\xi ^{'}(t)}{\\frac {1+\\xi ^{'}(t)}{1-\\xi ^{'}(t)}}d\\xi ^{'}={\\frac {k\\cdot p_{ges}}{n_{ges,0}}}\\int _{0}^{m_{K}}dm_{K}} (gilt für den Fall x A , 0 = 1 {\\displaystyle x_{A,0}=1} )
Die Konstanten (Summendruck=Systemdruck, Summen-Anfangsstoffmenge sowie Reaktionsgeschwindigkeitskonstante) wurden vor den rechten Integranden vorgezogen. Mit einer `F33f`_`[Integraltafel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Integraltafel]`_`f oder durch Anwendung der `F33f`_`[Partiellen Integration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partielle_Integration]`_`f erhält man letztlich:
( − − 2 ⋅ ⋅ ln ( 1 − − ξ ξ ′ ) − − ξ ξ ′ ) | 0 ξ ξ ′ = k ⋅ ⋅ p g e s n g e s , 0 ⋅ ⋅ m K | 0 m K {\\displaystyle (-2\\cdot \\ln(1-\\xi ^{'})-\\xi ^{'}){\\Big |}_{0}^{\\xi ^{'}}={\\frac {k\\cdot p_{ges}}{n_{ges,0}}}\\cdot m_{K}{\\Big |}_{0}^{m_{K}}}
Das Ergebnis lautet also:
− − 2 ⋅ ⋅ ln ( 1 − − ξ ξ ′ ) − − ξ ξ ′ = k ⋅ ⋅ p g e s n g e s , 0 ⋅ ⋅ m K {\\displaystyle -2\\cdot \\ln(1-\\xi ^{'})-\\xi ^{'}={\\frac {k\\cdot p_{ges}}{n_{ges,0}}}\\cdot m_{K}}
Die Umsatzvariable muss Werte kleiner als 1 haben, da `F33f`_`[Logarithmen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Logarithmus]`_`f nur aus positiven Zahlen gezogen werden können. Diese integrale Bilanzgleichung beschreibt also den Zusammenhang zwischen Katalysatormasse und Umsatzvariable. Die Zeit t ist nicht frei wählbar. Es ist eine `F33f`_`[Verweilzeit`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verweilzeit]`_`f. Sie hängt vom mittleren integralen Volumenstrom ab. Auf die Bilanzierung des Volumenstromes wurde hier bewusst verzichtet, da dieser nicht konstant ist, wie die chemische `F33f`_`[Reaktionsgleichung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reaktionsgleichung]`_`f bereits aussagt. Der benötigten Katalysatormasse ist über dessen `F33f`_`[Schüttdichte`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Schüttdichte]`_`f ein Reaktorvolumen für das Strömungsrohr zugewiesen. Die Katalysatormasse und die Zeit/ Verweilzeit sind einander `F33f`_`[proportional`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Proportionalität]`_`f. Insofern kann die Katalysatormasse auch als Ersatzgröße der Reaktionsdauer/Verweilzeit angesehen werden. Bei größerer Verweilzeit wird mehr Katalysatormasse "erreicht"/angewendet.
Nachfolgend sollen für dieses Beispiel noch die Stoffmengenbilanzen mit der "normalen" Umsatzvariable ξ ξ {\\displaystyle \\xi } angegeben werden, die zur Summen-Stoffmengenbilanz führten, durch Aufsummation der Einzelbilanzen:
n ˙ ˙ A ( t ) = n ˙ ˙ A , 0 − − 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ˙ ˙ ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{A}(t)={\\dot {n}}_{A,0}-1\\cdot {\\dot {\\xi }}(t)}
n ˙ ˙ B ( t ) = n ˙ ˙ B , 0 + 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ˙ ˙ ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{B}(t)={\\dot {n}}_{B,0}+1\\cdot {\\dot {\\xi }}(t)}
n ˙ ˙ C ( t ) = n ˙ ˙ C , 0 + 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ˙ ˙ ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{C}(t)={\\dot {n}}_{C,0}+1\\cdot {\\dot {\\xi }}(t)}
und als Summation:
n ˙ ˙ g e s ( t ) = n ˙ ˙ g e s , 0 + 1 ⋅ ⋅ ξ ξ ˙ ˙ ( t ) {\\displaystyle {\\dot {n}}_{ges}(t)={\\dot {n}}_{ges,0}+1\\cdot {\\dot {\\xi }}(t)}
>>Kann man Umsätze und Umsatzvariablen in einander umrechnen?
Es ist nachfolgend zu unterscheiden zwischen beliebigen Reaktanden i einer Reaktion j, Ausgangsstoffen (Au) einer oder mehrerer Reaktionen (evtl. gleichzeitig), Schlüsselkomponenten (S) einer unabhängigen Reaktion j, sowie Reaktionsprodukten (P).
Aus den Definitionsgleichungen von Umsatz und Umsatzvariable kann man schnell fälschlich den Schluss ziehen, dass generell umgerechnet werden kann. Die ist aber nicht in allen Fällen möglich.
Umsatzvariablen dürfen nur aus den Stoffmengenänderungen oder Konzentrationsänderungen von Schlüsselkomponenten der betrachteten unabhängigen Reaktion j, die sie beschreiben, berechnet werden:
ξ ξ j = Δ Δ n S ν ν S , j {\\displaystyle \\xi _{j}={\\frac {\\Delta n_{S}}{\\nu _{S,j}}}}
sowie
Φ Φ j = Δ Δ c S ν ν S , j {\\displaystyle \\Phi _{j}={\\frac {\\Delta c_{S}}{\\nu _{S,j}}}}
Schlüsselkomponente S der Reaktion j ist ein Reaktant i der nur an einer Reaktion, hier j, teilnimmt.
Die Definition des Umsatzes X eines Ausgangsstoffes lautet:
X A u = − − Δ Δ n A u n A u , 0 = − − Δ Δ n A u / V n A u , 0 / V = − − Δ Δ c A u c A u , 0 {\\displaystyle X_{Au}={\\frac {-\\Delta n_{Au}}{n_{Au,0}}}={\\frac {-\\Delta n_{Au}/V}{n_{Au,0}/V}}={\\frac {-\\Delta c_{Au}}{c_{Au,0}}}}
Jeder Ausgangsstoff hat einen eigenen Umsatz. `!Die Stoffmengenänderungen oder Konzentrationsänderungen für Umsätze umfassen definitionsgemäß immer alle Reaktionen j, an denen dieser Reaktant i als Ausgangsstoff teilnimmt`!. Umsätze sind also stoffspezifische aber keine reaktionsspezifischen Größen. Sie beschreiben also keine einzelne unabhängige Reaktion j. Ist der Reaktant i einmal Ausgangsstoff und einmal Produkt (in einer anderen Reaktion), so ist die Umsatzdefinition bereits zweifelhaft.
Ist der Ausgangsstoff auch Schlüsselkomponente (S) der betrachteten Reaktion j, die durch die Umsatzvariable ( ξ ξ j {\\displaystyle \\xi _{j}} oder Φ Φ j {\\displaystyle \\Phi _{j}} ) beschrieben ist, so gilt für diesen Ausgangsstoff (AuS):
Δ Δ n A u S = n A u S ( t ) − − n A u S , 0 = ν ν A u S , j ⋅ ⋅ ξ ξ j ( t ) = − − 1 ⋅ ⋅ ( n A u S , 0 ⋅ ⋅ X A u S ( t ) ) {\\displaystyle \\Delta n_{AuS}=n_{AuS}(t)-n_{AuS,0}=\\nu _{AuS,j}\\cdot \\xi _{j}(t)=-1\\cdot (n_{AuS,0}\\cdot X_{AuS}(t))} Umrechnungsformel für die "normale" Umsatzvariable und Umsatz eines Ausgangsstoffes, der Schlüsselkomponente ist für Reaktion j
Δ Δ c A u S = c A u S ( t ) − − c A u S , 0 = ν ν A u S , j ⋅ ⋅ Φ Φ j ( t ) = − − 1 ⋅ ⋅ ( c A u S , 0 ⋅ ⋅ X A u S ( t ) ) {\\displaystyle \\Delta c_{AuS}=c_{AuS}(t)-c_{AuS,0}=\\nu _{AuS,j}\\cdot \\Phi _{j}(t)=-1\\cdot (c_{AuS,0}\\cdot X_{AuS}(t))} Umrechnungsformel für volumenbezogene Umsatzvariable und Umsatz eines Ausgangsstoffes, der Schlüsselkomponente ist für Reaktion j
Hier sind n A u S , 0 {\\displaystyle n_{AuS,0}} die Anfangs-Stoffmenge und c A u S , 0 {\\displaystyle c_{AuS,0}} die Anfangs-Stoffmengenkonzentration zur Zeit t=0. Die Formeln haben allgemeine Gültigkeit für beliebig viele simultan gleichzeitig ablaufende Reaktionen j, jeweils für eine einzelne Reaktion j.
Läuft im Reaktionsvolumen nur eine einzige unabhängige Einzelreaktion j ab, so sind alle Ausgangsstoffe (Au) auch Schlüsselkomponenten (S) dieser Reaktion j und können nach obigen Formeln umgerechnet werden.
>>Unterscheidung zwischen Fortschreitungsgrad und Umsatzvariable nach einer veralteten Definition
Ein für den Lehrbetrieb an Hochschulen der DDR zugelassenes Buch aus dem Jahr 1978 unterschied noch zwischen Fortschreitungsgrad ξ ξ {\\displaystyle \\xi } und Umsatzvariable x. Der Fortschreitungsgrad war so definiert, wie heute üblich:
ξ ξ = n i − − n i , 0 ν ν i {\\displaystyle \\xi ={\\frac {n_{i}-n_{i,0}}{\\nu _{i}}}}
Hingegen wurde der volumenbezogene Fortschreitungsgrad (nach heute üblicher Definition) mit einem kleinen x als Formelzeichen versehen und als „Umsatzvariable“ x betitelt:
x = c i − − c i , 0 ν ν i {\\displaystyle x={\\frac {c_{i}-c_{i,0}}{\\nu _{i}}}}
Im gleichen Buch wurde das kleine „x“ zusätzlich noch für den `F33f`_`[Stoffmengenanteil`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmengenanteil]`_`f verwendet.`:cite-ref-50[`F5bf`_`[49`#cite-note-50]`_`f]
Genannte Definitionen waren im `F33f`_`[SI-System`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=SI-System]`_`f um 1978 festgelegt (siehe: Kapitel "Geschichte").
>>Anmerkungen
`:cite-note-1`!A 1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1]`_`f Der Begriff `*Reaktionslaufzahl`* wird von der IUPAC nicht mehr empfohlen, da ξ keine reine Zahl, sondern eine Größe mit der Dimension `F33f`_`[Stoffmenge`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stoffmenge]`_`f ist.
>>Einzelnachweise
`:cite-note-iupac-de-2`!1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-iupac-de-2-0]`_`f Klaus H. Homann (Hrsg.): `*Größen, Einheiten und Symbole in der Physikalischen Chemie`* / International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC), deutsche Fassung, VCH, Weinheim, 1995, ISBN 3-527-29326-4.
`:cite-note-goldbook-3`!2.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-goldbook-3-0]`_`f Eintrag zu `*extent of reaction.`* In: `F33f`_`[IUPAC`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=International_Union_of_Pure_and_Applied_Chemistry]`_`f (Hrsg.): `*`F33f`_`[Compendium of Chemical Terminology`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Compendium_of_Chemical_Terminology]`_`f.`* The “Gold Book”. `F33f`_`[doi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Digital_Object_Identifier]`_`f:10.1351/goldbook.E02283 – Version: 2.3.3..
`:cite-note-1-4`!3.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1-4-0]`_`f Hans-Dieter Bockhardt, Peter Güntzschel, Armin Poetschukat: Aufgabensammlung zur Verfahrenstechnik für Ingenieure. 4. Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Stuttgart 1998, ISBN 3-342-00271-9, S. 193 ff.
`:cite-note-5`!4.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-5]`_`f Hans-Joachim Bittrich, Detlef Haberland, Gerhard Just: Methoden chemisch-kinetischer Berechnungen, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, DDR, 1979, Umsatzvariable x und Formelumsatz "FU" auf S.10
`:cite-note-0-6`!5.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-0-6-0]`_`f Wladimir Reschetilowski (Hrsg.): Handbuch Chemische Reaktoren - Chemische Reaktionstechnik: Theoretische und praktische Grundlagen, Chemische Reaktionsapparate in Theorie und Praxis (= Springer Reference Naturwissenschaften). Springer, Berlin, Heidelberg 2020, ISBN 978-3-662-56433-2, S. 74 ff., `F33f`_`[doi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Digital_Object_Identifier]`_`f:10.1007/978-3-662-56434-9 (springer.com).
`:cite-note-7`!6.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-7]`_`f Walter Brötz: Grundriß der chemischen Reaktionstechnik, Verlag Chemie, Weinheim/Bergstr. 1958 (mit Beschreibung von Walter Brötz' beruflichen/Bildungs-Werdegang bei etlichen namhaften Firmen, Instituten und Hochschulen im Vorwort des Buches)
`:cite-note-8`!7.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-8]`_`f Karl-Heinz Näser, `F33f`_`[Dieter Lempe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Friedrich-Wöhler-Preis]`_`f, Otfried Regen: Physikalische Chemie für Techniker und Ingenieure, 19. unveränderte Auflage, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, 1960/1990, ISBN 3-342-00545-9, S.151–153 sowie 17
`:cite-note-9`!8.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-9]`_`f Herausgeberkollektiv (u. a. Gerhard Butzmann): "Meyers Jugendlexikon a-z", 9. Auflage, VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1979, "SI-Einheiten" S.621–622
`:cite-note-10`!9.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-10]`_`f Tabelle 1.3 "Symbole und Maßeinheiten für die wichtigsten physikalischen und physikalisch-chemischen Größen (Einheiten nach dem SI)", in: `F33f`_`[Peter Kripylo`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Liste_der_Träger_des_Nationalpreises_der_DDR_II._Klasse_für_Wissenschaft_und_Technik_(1980–1989)]`_`f, Gerhard Landschulz, `F33f`_`[Wilhelm Pritzkow`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wilhelm_Pritzkow]`_`f: "Aufgaben zur technischen Chemie", VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, DDR, zweite Auflage 1976/1978. S. 12–13
`:cite-note-11`!10.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-11]`_`f Autorenkollektiv (u. a. `F33f`_`[Günter Adolphi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Günter_Adolphi]`_`f): ABC Verfahrenstechnik, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig 1979, Fortschreitungsgrad X S.156, Umsatz U S.438–439
`:cite-note-12`!11.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-12]`_`f Autorenkollektiv (federführend: `F33f`_`[Günter Adolphi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Günter_Adolphi]`_`f): "Lehrbuch der chemischen Verfahrenstechnik", VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1967, S.528, GL.6.28
`:cite-note-13`!12.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-13]`_`f "abc Chemie", Bd.1 u.2, VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, DDR
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`:cite-note-15`!14.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-15]`_`f `F33f`_`[Brockhaus Enzyklopädie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Brockhaus_Enzyklopädie]`_`f in 24 Bänden, F.A. Brockhaus, Mannheim 1993, neunzehnte überarbeitete Neuauflage, ISBN 3-7653-1100-6 (Gesamtwerk), ISBN 3-7653-1107-3 (Band 7: "EX-FRT"), ISBN 3-7653-1118-9 (Band 18: "RAD-RUS"), ISBN 3-7653-1122-7 (Band 22: "TEP-UR")
`:cite-note-din-16`!15.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-din-16-0]`_`f `F33f`_`[DIN`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Deutsches_Institut_für_Normung]`_`f 32642: `*Symbolische Beschreibung chemischer Reaktionen`*, Januar 1992.
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`:cite-note-23`!22.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-23]`_`f G. Wolf, W. Schneider: Chemische Thermodynamik (Fachstudium Chemie Arbeitsbuch 4), Verlag Chemie, Weinheim, BRD / Lizenzausgabe des Deutschen Verlages für Grundstoffindustrie, Leipzig, DDR, 1978, S. 193
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`:cite-note-25`!24.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-25]`_`f Autorenkollektiv (u. a. K. Budde als federführender Autor): Reaktionstechnik I (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1976, S.47 GL. 3.84
`:cite-note-26`!25.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-26]`_`f Autorenkollektiv (u. a. K. Budde als federführender Autor): Reaktionstechnik I (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1976, Kapitel 3.31 Chemische Kinetik/Grundbegriffe und Definitionen S. 50
`:cite-note-27`!26.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-27]`_`f Hans-Dieter Bockhardt, Peter Güntzschel, Armin Poetschukat: Aufgabensammlung zur Verfahrenstechnik für Ingenieure, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Stuttgart 1998, 4. Auflage, ISBN 3-342-00683-8, Reaktionsgeschwindigkeit r, S. 195 GL.(15.12)
`:cite-note-28`!27.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-28]`_`f Autorenkollektiv (u. a. K. Budde als federführender Autor): Reaktionstechnik II (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1976, Stoffänderungsgeschwindigkeit S.22–23, GL. 2.6 u. a.
`:cite-note-29`!28.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-29]`_`f Autorenkollektiv (u. a. K. Budde als federführender Autor): Reaktionstechnik I (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1974, Stoffänderungsgeschwindigkeit S.55, GL.3.110 u. a.
`:cite-note-30`!29.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-30]`_`f H.D. Bockhardt, P. Güntzschel, A. Poetschukat:Grundlagen der Verfahrenstechnik für Ingenieure, 1. Auflage 1980, VEB Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, Kapitel: "Zusammenhang zwischen Umsatz, Fortschreitungsgrad und Zusammensetzung" S.380–381, (Neuauflage unter ISBN 978-3-342-00684-8)
`:cite-note-31`!30.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-31]`_`f H.D. Bockhardt, P. Güntzschel, A. Poetschukat:Grundlagen der Verfahrenstechnik für Ingenieure, 1. Auflage 1980, VEB Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, Massenkonzentration (Partialdichte) S.381, (Neuauflage unter ISBN 978-3-342-00684-8)
`:cite-note-32`!31.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-32]`_`f Hans-Dieter Bockhardt, Peter Güntzschel, Armin Poetschukat: Aufgabensammlung zur Verfahrenstechnik für Ingenieure, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Stuttgart 1998, 4. Auflage, ISBN 3-342-00683-8, Stoffmengenanteil x, S. 194 GL.(15.8)
`:cite-note-12-33`!32.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-12-33-0]`_`f Hans-Dieter Bockhardt, Peter Güntzschel, Armin Poetschukat: Aufgabensammlung zur Verfahrenstechnik für Ingenieure. 4. Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Stuttgart 1998, ISBN 3-342-00271-9, S. 193 ff.
`:cite-note-34`!33.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-34]`_`f H.D. Bockhardt, P. Güntzschel, A. Poetschukat:Grundlagen der Verfahrenstechnik für Ingenieure, 1. Auflage 1980, VEB Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, Stoffmengenanteil-Bilanz mit dem stoffmengenbezogenen Fortschreitungsgrad S.382, (Neuauflage unter ISBN 978-3-342-00684-8)
`:cite-note-35`!34.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-35]`_`f G. Wolf, W. Schneider: Chemische Thermodynamik (Fachstudium Chemie Arbeitsbuch 4), Verlag Chemie, Weinheim, BRD / Lizenzausgabe des Deutschen Verlages für Grundstoffindustrie, Leipzig, DDR, 1978, S.193, Gl.7.14 umgestellt und Nomenklatur angepasst
`:cite-note-36`!35.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-36]`_`f Autorenkollektiv (K. Budde federführend): Reaktionstechnik I (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1974, Bilanzierung geschlossener komplexer Reaktionssysteme S.38–39
`:cite-note-37`!36.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-37]`_`f Autorenkollektiv (K. Budde federführend): Reaktionstechnik III (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1977, Beispiel 3 S.23, Berechnung eines komplexen Reaktionssystems nicht-volumenkonstanter Gasreaktionen mit der stöchiometrischen Matrix und den Umsatzvariablen der unabhängigen Reaktionen
`:cite-note-38`!37.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-38]`_`f Autorenkollektiv, u. a. K. Budde (federführend): Reaktionstechnik III (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1977, S. 24
`:cite-note-39`!38.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-39]`_`f Autorenkollektiv (K. Budde federführend): Reaktionstechnik III (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1977, Beispiel 3 auf S.24, massenbezogener Fortschreitungsgrad Nummer 5 (jedoch mit zwei Fehlern in der angegebenen Formel)
`:cite-note-40`!39.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-40]`_`f Autorenkollektiv (K. Budde federführend): Reaktionstechnik III (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1977, Beispiel 3 auf S.26
`:cite-note-41`!40.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-41]`_`f Peter Kripylo, Gerhard Landschulz, Wilhelm Pritzkow: Aufgaben zur technischen Chemie. VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, DDR 1976/79, S. 139
`:cite-note-42`!41.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-42]`_`f Autorenkollektiv (K. Budde federführend): Reaktionstechnik II (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1976, S.22-23 und 11
`:cite-note-43`!42.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-43]`_`f Autorenkollektiv (K. Budde federführend): Reaktionstechnik III (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1977, S. 72
`:cite-note-44`!43.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-44]`_`f Karl-Heinz Näser, Dieter Lempe, Otfried Regen: Physikalische Chemie für Techniker und Ingenieure, 19. unveränderte Auflage, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, 1960/1990, ISBN 3-342-00545-9, S. 152
`:cite-note-45`!44.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-45]`_`f Autorenkollektiv, u. a. K. Budde (federführend): Reaktionstechnik I (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1976?, S.37 GL. 3.28 für Reaktionen in geschlossenem System
`:cite-note-46`!45.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-46]`_`f `F33f`_`[Brockhaus Enzyklopädie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Brockhaus_Enzyklopädie]`_`f in 24 Bänden, F.A. Brockhaus, Mannheim 1993, neunzehnte überarbeitete Neuauflage, ISBN 3-7653-1100-6 (Gesamtwerk), ISBN 3-7653-1118-9 (Band 18: "RAD-RUS"), Eintrag "Reaktionskinetik" S.130
`:cite-note-47`!46.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-47]`_`f Autorenkollektiv, u. a. K. Budde (federführend): Reaktionstechnik II (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1976, Schlüsselkomponente S.22
`:cite-note-48`!47.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-48]`_`f Autorenkollektiv, u. a. K. Budde (federführend): Reaktionstechnik I (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1974, S.136 Tabelle 4.4 Reaktionsordnung 1
`:cite-note-49`!48.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-49]`_`f Autorenkollektiv (K. Budde federführend): Reaktionstechnik III (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1977, Beispiel 3.1.4.1 Integration einer druckabhängigen Geschwindigkeitsgleichung einer Gasreaktion für das Strömungsrohr durch Substitution mit dem Fortschreitungsgrad S. 84-89, hier S.88
`:cite-note-50`!49.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-50]`_`f Kripylo, Landschulz, Pritzkow: "Aufgaben zur technischen Chemie", VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, DDR 1978, S.12 u. S.139 GL.10.4 u. GL.10.5
>>Literatur
• Gerd Wedler, Hans-Joachim Freund: `*Lehrbuch der Physikalischen Chemie`*, 6. Auflage, Wiley, Weinheim, 2012, S. 34 ff.
• Karl-Heinz Näser, `F33f`_`[Dieter Lempe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Friedrich-Wöhler-Preis]`_`f, Otfried Regen: "`F33f`_`[Physikalische Chemie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Physikalische_Chemie]`_`f für Techniker und Ingenieure", 19. unveränderte Auflage, VEB `F33f`_`[Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Deutscher_Verlag_für_Grundstoffindustrie]`_`f Leipzig, 1960/1990, ISBN 3-342-00545-9; es behandelt den Reaktionsfortschritt sowie den volumenbezogenen Reaktionsfortschritt in folgend genannten Kapiteln sehr umfangreich:
• "Charakterisierung von Stoffumwandlungen als Stoffmengenänderung" (Definition von "Reaktionsfortschritt" und "volumenbezogenem Reaktionsfortschritt" S.151–156)
• "Chemisches Gleichgewicht in homogenen Systemen und seine kinetische Interpretation" (Reaktionsfortschritt im Zusammenhang mit dem `F33f`_`[Massenwirkungsgesetz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Massenwirkungsgesetz]`_`f und deren Gleichgewichtskonstanten S.157–163)
• "Kinetik chemischer Reaktionen": "Reaktionsgeschwindigkeit und Reaktionsordnung/Reaktionen 1.Ordnung/Reaktionen 2.Ordnung/Reaktionen n-ter Ordnung/Simultanreaktionen/umkehrbare Reaktionen/Parallel- oder Nebenreaktionen/Folgereaktionen" (kinetische Bilanzierungen unter Nutzung des Reaktionsfortschrittes, S.269–280)
• Beispiel 3, in Autorenkollektiv (K. Budde federführend): Reaktionstechnik III (Reihe Verfahrenstechnik), VEB Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1977, S.21-27 (Berechnung eines komplexen Reaktionssystems nicht-volumenkonstanter Gasreaktionen. Vereinfachung der `F33f`_`[Stöchiometrischen Matrix`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stöchiometrische_Matrix]`_`f mit dem `F33f`_`[Gaußschen Algorithmus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gaußscher_Algorithmus]`_`f. Berechnung der Umsatzvariablen und von Werten mit Hilfe der Umsatzvariablen.)
• `*Quantities, units and symbols in physical chemistry`* / International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC), Blackwell Science, Oxford, 1993, ISBN 0-632-03583-8 PDF
• `*Quantities, Units, and Symbols in Physical Chemistry`*, IUPAC Green Book, 3rd edition, prepared for publication by E.R. Cohen, T. Cvitas, J.G Frey, B. Holmstrom, K. Kuchitsu, R. Marquardt, I. Mills, F. Pavese, M. Quack, J. Stohner, H. Strauss, M. Takami, and A.J. Thor, RSC Publishing, 2007, ISBN 0-85404-433-7 PDF
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